Groupon Inc. Reg. Shares Class A DL-,0001Kauf/Verkauf

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(IT-Times) - Die Aktien des Daily Deals Spezialisten Groupon gehörten am Vortag mit einem Kursverlust von knapp 14 Prozent zu den Hauptverlierern an der New Yorker Nasdaq. Das Unternehmen hatte für das jüngste Quartal überraschend einen Verlust ausweisen müssen. Anleger reagierten verschnupft auf die Zahlen und gaben Groupon-Aktien im großen Stil ab.

Schon zum Börsengang im Vorjahr wurde Groupon kontrovers diskutiert, inwieweit das Geschäftsmodell des Unternehmens überhaupt nachhaltig tragfähig ist. Bislang hatte das Unternehmen stets rote Zahlen ausweisen müssen. Hohe Marketingkosten, Ausgaben für Firmenzukäufe und nicht zuletzt hohe Steuerzahlungen (35 Mio. Dollar) hatten das Ergebnis im vierten Quartal ins Minus gedrückt.

Marketingkosten sollen sinken - Konkurrenz nimmt zu
Nachdem sich die Marketingkosten im jüngsten Quartal auf 156,5 Mio. US-Dollar summierten, will Groupon die Notbremse ziehen und hier den Rotstift ansetzen. Die Marketingausgaben sollen in den nächsten Quartalen weiter sinken, verspricht Groupon-Finanzchef Jason Child. Investieren will Groupon dagegen weiter in Technologie und Infrastruktur sowie in die Entwicklung neuer Produkte, kündigte Groupon-Gründer und CEO Andrew Mason an.

Dies scheint auch notwendig, denn die Konkurrenz schläft nicht. Nicht nur die Nummer zwei im Markt, LivingSocial hofft auf weitere Marktanteilsgewinne, auch Google wagt sich mit Google Offers immer stärker im Daily Deals Markt hervor. Ende Januar wurde bekannt, dass Google mit Google Offers in weitere fünf Städte (Kansas City, Charlotte, Milwaukee, San Antonio und Tampa) expandiert.

Umso wichtiger scheint es für Groupon (Nasdaq: GRPN, WKN: A1JMC2) seinen First Mover Vorteil zu nutzen und weiter schnell zu expandieren. Das internationale Geschäft verdreifachte sich im jüngsten Quartal bereits auf 318 Mio. Dollar und dürfte auch künftig stärker wachsen als das Nordamerika-Geschäft.

Groupon scheitert in China
Allerdings tat sich Groupon mit seinen Expansionsbemühungen insbesondere in Asien schwer. Im Vorjahr rief das Unternehmen gemeinsam mit Tencent das Venture GaoPeng.com ins Leben. Doch das Geschäft kam nicht ins Rollen, das Wall Street Journal berichtete im Herbst 2011, dass Groupon China mehr als zehn Büros schließen und mehrere hundert Mitarbeiter entlassen musste. Bei Groupon erklärt man den Rückschlag mit einem Strategiewechsel. Man wolle sich künftig vermehrt auf kleine und mittelgroße Städte konzentrieren, heißt es auf offizieller Seite.

Tatsächlich wollte sich Groupon durch die Übernahme der führenden chinesischen Seite Lashou an die Spitze des Marktes katapultieren, allerdings lehnte Lashou zum Entsetzen der Groupon-Manager die hohe Summe ab. Auch die Abwerbung von strategisch wichtigen Managern der Konkurrenz (Meituan, Wuwutuan) funktionierte nicht so, wie gedacht. Die chinesische Daily Deals Branche fasste einen Entschluss, keine Mitarbeiter mehr einzustellen, die zu Groupon abgewandert sind. Das Risiko, dass Groupon mit seinem Venture in China ebenso wie andere westliche Konzerne (eBay) scheitern wird, scheint groß, zumal mit NetEase.com zuletzt ein weiteres Schwergewicht in den chinesischen Daily Deals Markt eingestiegen ist.

Kurzportrait
Die in Chicago ansässige und von CEO Andrew Mason im Jahre 2008 gegründet Groupon bietet täglich Gutschein- und Discount-Angebote (Daily Deals) auf seinen Webseiten und per Email an. Zuletzt verzeichnete das Unternehmen mehr als 140 Millionen registrierte Email-Nutzer.

Groupon operiert dabei ist zwei Geschäftssegmenten heraus: Nordamerika und International. Insgesamt ist Groupon heute in 45 Ländern weltweit aktiv. Dabei arbeitet das Unternehmen mit mehr als 190.000 Geschäften (Bath & Body Works, The Body Shop, Hyatt Regency, InterContinental Hotels, Lions Gate, Redbox, Shutterfly und Zipcar usw.) weltweit zusammen, um tägliche Sonderangebote anbieten zu können. Typischerweise erhalten Interessenten 50 bis 70 Prozent auf den gewöhnlichen Preis. Ein Deal kommt dann zu Stande, wenn sich genügend Interessenten für den Deal interessieren und einen Kauf abschließen.

Groupon Now ist ein spezielles Feature für Händler, die auf Nachfrage bestimmte Deals anbieten können. Groupon Now ist über Mobiltelefone und über die Groupon-Webseite verfügbar. Über Groupon Goods können Konsumenten direkt Gutscheine von der Groupon-Webseite kaufen. Durch Groupon Rewards können Konsumenten verschiedene Groupon-Deals (Boni) bei lokalen Geschäften durch häufige Besuche aktivieren.

Über Self-Service-Deals können Kooperationspartner und Händler eigene Deals auf ihrer eigenen Webseite starten. Groupon erhält dabei eine Provision vom Verkaufspreis, wenn ein Deal zu Stande kommt.

Im Mai 2010 verstärkte sich Groupon durch eine Übernahme und kaufte den deutschen Marktführer CityDeal Europe GmbH. Zudem wurde der Spezialist Qpod übernommen. Ebenfalls in 2010 folgte die Übernahme von Ludic Labs. Ferner wurden die Unternehmen Mobly, Campfire Labs, die Shopping-Plattform Mertado und Adku aufgekauft. Seit 2011 ist Groupon gemeinsam mit Tencent mit dem Joint Venture GaoPeng.com auch in China am Start.

Zahlen
Der Umsatz kletterte im vergangenen vierten Quartal 2011 um 194 Prozent auf 506,5 Mio. US-Dollar. Dabei entstand noch ein Nettoverlust von 42,7 Mio. Dollar oder acht US-Cent je Aktie, nachdem Groupon im Jahr vorher bereits ein Minus von 378,6 Mio. Dollar oder 1,08 Dollar je Aktie anfiel. Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen entstand ein Nettoverlust von zwei US-Cent je Aktie, womit Groupon die Markterwartungen der Analysten verfehlte - diese hatten im Vorfeld mit einem Nettogewinn von drei US-Cent je Aktie und mit Einnahmen von 475 Mio. Dollar gerechnet.

Das Unternehmen verzeichnete zuletzt 33 Millionen aktive Nutzer weltweit, die mindestens einen Deal bzw. Gutschein erworben haben, eine Zuwachs von mehr als 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt gaben Kunden 1,25 Mrd. Dollar im jüngsten Quartal für den Erwerb von Groupon-Gutscheinen aus. Groupon-Gründer und CEO Andrew Mason bezeichnete das Jahr 2011 ein phänomenales Wachstumsjahr für Groupon. Jedoch stellte der Manager auch klar, dass Groupon weiter expandieren wolle, hierfür seien weitere Investitionen in Technologie erforderlich, so der Manager.

Auf Jahressicht meldete Groupon einen Umsatzanstieg um 419 Prozent auf 1,6 Mrd. US-Dollar, nach Einnahmen von 312,9 Mrd. Dollar im Jahr vorher. Der Verlust (pro forma) summierte sich auf Jahressicht auf 261,8 Mio. Dollar oder 0,72 Dollar je Aktie.

Markt und Wettbewerb
Die Marktforscher aus dem Hause BIA/Kelsey taxieren den Daily Deals Markt auf 4,17 Mrd. US-Dollar im Jahr 2015. Groupon ist der Marktführer unter den so genannten Daily Deal Seiten, wobei Marktforscher Groupon hier einen Marktanteil von etwas über 50 Prozent zuschreiben. Mit seinem Daily Deal Format steht das Unternehmen in direkter Konkurrenz zu Anbietern wie LivingSocial, der Nummer zwei im Markt.

Zudem konkurriert Groupon auch mit kleineren Spezialisten wie Eversave, BuyWithMe sowie zunehmend auch mit eBay und Google. eBay bietet inzwischen zahlreiche Discount-Angebote auf seiner Webseite an, während Google mit Google Offers einen konkurrierenden Service gestartet hat. Zudem hat Google den deutschen Groupon-Konkurrenten DailyDeal.de übernommen.

Global sind inzwischen mehr als 3.000 Daily Deal Unternehmen aktiv, darunter mehr als 1.000 in China, wo auch Groupon mit seinem Joint Venture GaoPeng.com am Start ist. In Europa gibt es mehr als 900 Daily Deal Firmen, in Südamerika mehr als 600.

Ausblick
Für das laufende erste Quartal 2012 stellt Groupon einen Umsatz von 510 bis 550 Mio. Dollar in Aussicht. Analysten rechnen diesbezüglich mit Einnahmen von 513,5 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 0,04 Dollar je Aktie.

Für das laufende Gesamtjahr 2012 stellt Groupon einen Jahresumsatz von 2,34 Mrd. Dollar sowie einen Nettogewinn von 0,30 Dollar je Aktie in Aussicht. Im nachfolgenden Jahr 2013 sollen die Erlöse dann auf 2,98 Mrd. Dollar und der Nettogewinn auf 0,79 Dollar je Aktie klettern, wenn es nach den Prognosen der Analysten geht.

Bewertung
Nach den jüngsten Zahlen präsentierten sich Groupon-Aktien zuletzt deutlich schwächer bei 21,17 US-Dollar, womit sich damit ein Börsenwert von rund 13,5 Mrd. US-Dollar für den Daily Deals Spezialisten ergibt. Auf Basis aktueller Gewinnschätzungen für das laufende Jahr 2012 ergibt sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 70.

Die Analysten der Deutschen Bank heben trotz der überraschenden Verluste ihr Kursziel leicht von 21 auf 22 Dollar an. Gleichzeitig bleiben die Deutsch Banker bei ihrer Empfehlung "halten". Das Bruttohandelsvolumen war mit 1,25 Mrd. Dollar vier Prozent höher, als ursprünglich erwartet. Allerdings fiel der Bruttoumsatz pro Kunde von 29 auf 15 US-Dollar im jüngsten Quartal zurück. Die Deutsch Banker gehen allerdings davon aus, dass Bruttoumsatz pro Kunden im zweiten Quartal 2012 wieder bessern wird. Für 2012 erwarten die Deutsche Bank Analysten einen Umsatz von 2,27 Mrd. Dollar sowie einen Nettogewinn von 0,36 Dollar je Anteil. In 2013 wird mit einem Jahresumsatz von 3,07 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 0,75 Dollar je Anteil kalkuliert.

Auch bei Goldman Sachs hebt man die Gewinnschätzungen für Groupon an. Gleichzeitig bleiben die Analysten bei ihrer Kaufempfehlung und sehen ein Kursziel von 29 Dollar für den Wert. Für 2012 erwarten die Goldman-Banker einen Jahresumsatz von 2,5 Mrd. Dollar sowie einen Nettogewinn von 0,40 Dollar je Aktie. In 2013 sollen die Erlöse dann auf 3,0 Mrd. Dollar und der Nettogewinn auf 0,85 Dollar je Aktie klettern, wenn es nach den Prognosen der Analysten geht.

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