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Fit für Finanzen - Grundlagen der Börse - Lektion 2

Aktien – das „klassische“ Wertpapier

Mit Aktien kaufen Sie ein Stück Unternehmen

Aktien sind Anteile am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft (AG). Der Käufer der Aktie – er wird auch als Aktionär bezeichnet – wird (Mit-) Eigentümer des Unternehmens. Aktien werden oft an einer Börse gehandelt. Dort wird der Aktienkurs ermittelt, der sich ständig verändert und von Angebot und Nachfrage getrieben wird. Der Kurs spiegelt wider, für wie erfolgreich Anleger das Unternehmen in Zukunft halten. Durch die Zahlung einer Dividende sind die Aktionäre am Gewinn des Unternehmens beteiligt. Die AG ist aber nicht verpflichtet, eine Dividende zu zahlen.

Chancen & Risiken

  • Durch Kurssteigerungen sind hohe Gewinne möglich
  • Dividenden sind in einer Niedrigzinsphase interessant
  • Langfristig können Aktien im Regelfall mehr Rendite bringen als Anleihen
  • Verluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals bei Kursrückgängen möglich
  • Keine garantierte Rendite – Dividende muss nicht gezahlt werden
  • Insolvenzrisiko des Unternehmens

9 Börsen-Weisheiten über die Aktie

  1. Auf den ersten Blick scheint sich die Börse manchmal etwas irrational zu verhalten.

    Auf lange Sicht sind jedoch ganz rationale Gründe entscheidend für Kursbewegungen. Kurzfristig bewegt sich der Markt immer aufgrund von Nachrichten, Begeisterung, Ängsten, Gerüchten. Langfristig bestimmen aber hauptsächlich die Unternehmenserträge, in welche Richtung sich der Kurs einer Aktie bewegt.

  2. Einzelne Aktien repräsentieren nicht die Börse.

    Eine gute Aktie kann im Wert steigen, selbst wenn sich der Markt negativ entwickelt. Eine schlechte Aktie dagegen kann fallen, selbst wenn der Markt boomt.

  3. Die Kursentwicklung richtet sich danach, welche Erwartungen mit einem Unternehmen verbunden werden.

    Wie die Vergangenheit aussah, ist nicht wichtig. Anleger kaufen Aktien in der Erwartung, sie später zu einem höheren Kurs wieder abstoßen zu können. Sie erwarten also, dass die Einkünfte ebenfalls wachsen. Geschieht das nicht, ist auch die beste Performance der Vergangenheit nichts wert.

  4. Sie werden den einer Aktie zugrunde liegenden Wert nicht immer an ihrem Kurs erkennen.

    Anleger beurteilen eine Aktie nach ihren wahrscheinlichen Gewinnen in der Zukunft. So kann eine 100-Euro-Aktie als preiswert angesehen werden, wenn die Aussichten des Unternehmens gut sind. Andererseits kann eine 2-Euro-Aktie teuer sein, wenn die Aussichten für sie eher trübe sind.

  5. Machen Sie Ihre Hausaufgaben!

    Häufig können Sie sich schnell einen Eindruck darüber verschaffen, ob der Kurs einer Aktie zu hoch oder zu niedrig angesetzt ist. Das ist z.B. möglich, indem Sie die Aktie anhand von bestimmten Kennzahlen mit denen anderer Unternehmen oder dem Markt als Ganzem vergleichen. Dazu gehören u.a. das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), die Kapitalrendite oder das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV).

  6. Vergleichen Sie das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) mit der voraussichtlichen Wachstumsrate eines Unternehmens.

    So finden Sie schnell heraus, ob eine Aktie kostspielig oder kostengünstig ist. Die Analysten der Wall Street verfolgen die Entwicklung von Aktien und sind u.a. darauf spezialisiert vorauszusagen, wie schnell die Einkünfte eines Unternehmens wachsen werden. So erhalten Sie einen Anhaltspunkt über die Über- oder Unterbewertung einer Aktie, indem Sie die vorhergesagten Wachstumsraten mit dem KGV vergleichen. Die Zahlen entstehen aus Schätzungen für die kommenden fünf Jahre. Übersteigt das Verhältnis Kurs/Gewinne die voraussichtliche Wachstumsrate, ist die Aktie teuer. Ist das Gegenteil der Fall, ist sie kostengünstig.

  7. Lassen Sie die Dividenden nicht außer Acht.

    Während einer Hausse, wie Mitte der 90er, rümpfen die Anleger manchmal die Nase über Dividenden (Gewinnanteil, den einige Unternehmen einmal oder mehrmals im Jahr an ihre Aktionäre ausschütten). Geht der Markt aber zurück, erhalten die Dividenden größere Bedeutung. Hier ein Beispiel: Zwischen 1926 und 1999 erzielten reinvestierte Dividenden fast die Hälfte des durchschnittlichen Jahresgewinns des amerikanischen Aktienmarktes von 11,4 %.

  8. Aktienkauf auf Kredit kann Ihre Erträge erhöhen.

    Allerdings gilt dies auch für Ihre Verluste. In der Regel können Sie Ihren bisherigen Bestand an Wertpapieren in Ihrem Depot beleihen. D.h. dass Sie einen Depotkredit verwenden können, um damit neue Aktien hinzu zu kaufen. Diese können von dem gleichen Unternehmen stammen oder auch von anderen. Wenn Sie die richtige Wahl getroffen haben, kann das Ihre Erträge in die Höhe schnellen lassen. Liegen Sie aber falsch, können die Verluste aufgrund der Kreditzinsen umso höher ausfallen.

  9. „Hin und her macht Taschen leer“.

    Ständiges An- und Verkaufen von Aktien ist nicht unbedingt gewinnbringend. Klüger ist es, gute Aktien zu kaufen und nur nach reiflicher Überlegung umzuschichten.

Die Aktie – einfach erklärt im Video

Anstieg und Fall der Kurse

Dieses Kapitel befasst sich mit den Faktoren, die tatsächlich zu Anstieg und Fall der Kurse führen – unabhängig von kurzfristigen Auf- und Abbewegungen.
Die Börse scheint sich oft sehr irrational zu verhalten, eigentlich verhält sie sich aber ziemlich rational. Informationen über die Wirtschaft und die Aussichten bestimmter Unternehmen werden bekannt – und die Börse reagiert. Manchmal führt dies zu Extremreaktionen, aber es gibt gewöhnlich nur wenige Auslöser.



Kurzfristig spiegelt die Börse Stimmungen wider. Aber langfristig kann Sie viel bewegen.



Drei Schlüsselfaktoren, die die Börse beeinflussen

Weshalb scheint die Börse so unberechenbar? Weil das Leben unberechenbar ist. Kriege oder Naturkatastrophen geschehen ohne lange Vorwarnung. Ihre Auswirkung auf die Wirtschaft kann niemand voraussehen.
Was schwer zu erklären ist: Der Markt kann offensichtliche Probleme über einen langen Zeitraum ignorieren und kann dann plötzlich überreagieren. Der Grund dafür: Für die Anleger ist es schwierig, das Ausmaß der Probleme abzuschätzen. Ein Beispiel ist die dramatische Reaktion auf die Asien-Krise 1997 und den Tumult, zu dem es dann 1998 kam. Obwohl die Fachleute wussten, dass die asiatischen Banken jahrelang überstrapaziert worden waren, war nur wenigen bewusst, wie schwerwiegend das Problem war. Das wurde erst klar, als Thailand im Sommer 1997 seine Währung abwertete. Plötzlich waren sich die Anleger der Gefahr bewusst, und der US-Markt reagierte mit einem starken Kursfall, sprich der Leitindex fiel um 544 Punkte. Am nächsten Tag erholte er sich dann größtenteils wieder. Ein Jahr später erlebte der Markt eine weitere konjunkturelle Talfahrt. Die russische Regierung, von der bekannt war, dass sie in Schwierigkeiten steckte, konnte ihre Schulden nicht bezahlen.

Aber lassen Sie einmal die gelegentlichen Überraschungen, die der Markt bringt, außer Acht. Wenn Sie sich stattdessen auf das langfristige Börsengeschehen konzentrieren, können Sie drei Schlüsselfaktoren erkennen:

1. Einkommenszuwachs

Über Zeiträume von mindestens fünf Jahren folgen Aktienkurse deutlich dem Gewinnzuwachs der Unternehmen. Je größer der Zeitraum, desto wichtiger ist die Entwicklung der Einnahmen. Tatsächlich hatten seit dem Zweiten Weltkrieg geschätzte 90 % der Börsengewinne ihre Ursache im Gewinnzuwachs. In den meisten Fällen steigen die Gewinne mit der Zeit, die Waage schlägt aus und entsprechend können die Kurse steigen. Und im Idealfall unabhängig davon, wie die Anleger sich zu einem bestimmten Tag, Monat oder Jahr entschieden haben. Nichtsdestotrotz ist der Zeitpunkt des Ein- und/oder Ausstiegs (d.h. Kauf- und Verkaufsdatum) ein wichtiger Faktor bei dem Investment.

2. Zinssätze

Auf kurze Sicht können sich ändernde Zinssätze eine größere Bedeutung haben als die Einnahmen. Steigen die Zinssätze, aber alles andere bleibt unverändert, neigen die Anleger dazu, ihr Geld aus den Aktien abzuziehen. Sie stecken es dann lieber in Anleihen und andere festverzinsliche Wertpapiere, da die Erträge interessant sein können bzw. in der Regel stabiler sind und das Anlagerisiko geringer. Das führt dazu, dass Aktienkurse fallen, während die Anleihen teurer werden. Fallen andererseits die Zinssätze wieder, wobei ebenfalls wieder alles andere unverändert bleibt, stecken die Anleger ihr Geld im Allgemeinen wieder in Aktien, sodass der vorherige Trend sich wieder umkehrt. Beachten Sie aber die wichtige Bedingung, dass "alles andere unverändert" ist. Im wahren Leben bleibt alles andere selten unverändert. Diese Beziehung ist daher im Kern wahr, aber bei weitem keine Binsenweisheit.

3. Geldfluss

Demographische Daten, Steuergesetze und Sparmuster beeinflussen das Ausmaß, in dem Geld in Aktien investiert wird. Das kann wiederum dazu führen, dass Aktienkurse steigen oder fallen. Gerade in den letzten Jahren sind besonders viele finanzielle Mittel in Aktien und Fonds geflossen – mit den entsprechenden Folgen für die Märkte insgesamt.



Die Kunst ist: Schnäppchen finden!

An manchen Tagen ergeben Aktienkurse Sinn. An anderen Tagen scheinen Sie dafür sehr teuer oder billig zu sein. Der Erfolg Ihrer Investitionen hängt davon ab, bestimmen zu können, was an dem jeweiligen Tag der Fall ist. Und dann versuchen Sie, den Nutzen daraus zu ziehen. So wurde Warren Buffett, ein Schüler Grahams, Milliardär.
Um mit Aktien Geld zu verdienen, sollten Sie versuchen, Unternehmen zu finden, die der Markt falsch bewertet hat. Der legendäre Anleger Benjamin Graham sprach gewöhnlich von der Börse als einem Lebewesen, das atmet. Entsprechend gab er ihr einen Namen: "Mr. Market".



Mr. Market verlangt sehr viel. Jeden Tag teilt er Ihnen mit, wie viel seiner Meinung nach Ihre Aktien-Investments wert sind. Dann bietet er Ihnen an, neue Aktien zu kaufen oder die alten zu einem guten Preis zu verkaufen. Manchmal scheinen seine Preisvorstellungen plausibel und gerechtfertigt durch die Entwicklung und die Zukunftsaussichten der entsprechenden Unternehmen. Andererseits geschieht es auch oft, dass die Begeisterung oder die Ängste, die am Markt herrschen, überhand zu nehmen drohen. Die angebotenen Werte scheinen dann unbegründet hoch bzw. niedrig zu sein.



Sie werden zum Teilhaber des Unternehmens

Ursprünglich verkaufte das Unternehmen Anteile, um Geld zu erhalten. Das geschieht z.B. bei einem Börsengang. Danach werden aber diese Anteile frei am Markt gehandelt. Abhängig von der Entwicklung des Unternehmens steigen oder fallen dabei die Kurse.
Ihr Anteil wird im Allgemeinen sehr klein sein. Wenn Sie z. B. 100 AT&T-Aktien zum Kurs von mehreren Tausend Dollar kaufen, gehören nur 0,0000001 % des Unternehmens Ihnen. Aber selbst der kleinste Besitz kann manchmal hohe Erträge bringen.

Beispiel Apple:

Der Wert der Aktie hat sich von 2005 bis 2015 verzwanzigfacht. Im 12-Monatszeitraum 2014 bis 2015 stieg ihr Wert von knapp 60 auf mehr als 90 Punkte an. Wenn man den Gesamtzeitraum jedoch näher betrachtet, kam es auch immer wieder zu Kursverlusten, wie zuletzt Ende 2014. Hier brach die Aktienkurs um mehr als 6 % ein und hätte bei einem Verkauf zu Verlusten führen können, erholte sich später wieder etwas. Für die positive Gesamtentwicklung über den gesamten Zeitraum hinweg ist auch die weite Verbreitung von Apple Geräten verantwortlich. Die Einkünfte des Unternehmens stiegen rapide an – und mit ihnen der Aktienwert. Deswegen entschied Apple sich 2014, einen Aktiensplit von 1:7 vorzunehmen.

 



Ein Mix verschiedener Aktientypen kann Ihnen höhere Gewinne sichern

Investieren Sie nicht Ihr ganzes Geld in eine einzige Aktie oder Anlageform.
Die Performance nur weniger Aktien ist vergleichbar mit Apple. Doch nicht alle Anleger machen sich auf die Suche nach dem „nächsten Apple“. Weshalb nicht? Weil es neben jedem Superunternehmen mit Rieseneinkünften immer Hunderte und Tausende anderer Unternehmen gibt, die wie ein Strohfeuer genauso schnell wieder von der Bildfläche verschwinden, wie sie aufgetaucht sind. Setzen Sie also nicht all Ihr Geld auf einen Hoffnungswert. Das Risiko ist zu groß, dass er Ihre Hoffnungen nicht erfüllt. Die meisten Menschen besitzen stattdessen ein Portfolio mit vielen verschiedenen Aktientypen verschiedener Performance-Profile. Hier sind fünf der Haupttypen:

Wachstumsaktien
Apple ist eine klassische Wachstumsaktie. In diese Kategorie fällt aber jede Aktie mit schnell steigenden Gewinnen. Normalerweise werden Wachstumsaktien mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen gehandelt, die ebenso hoch oder sogar höher sind als ihre erwarteten Wachstumsraten. Es kann sehr gewinnbringend sein, in Wachstumsaktien zu investieren. Ebenso ist es aber auch ein Risiko: Die Anleger, die ein Unternehmen lieben solange die Erträge wachsen, ziehen sich auch schnell zurück, wenn sich das Wachstum verlangsamt. Das kann dann wiederum den Aktienkurs stark drücken.
Momentum Aktien

Momentum-Anleger kaufen Aktien von Unternehmen, deren Einkünfte immer und immer schneller wachsen. Einige dieser Anleger kaufen eine Aktie sogar nur aus dem Grund, dass ihr Kurs steigt. Das kann eine sehr lukrative Investitionsstrategie sein. Sie funktioniert aber nur für einen begrenzten Zeitraum. Das können für Day-Trader manchmal Stunden oder auch nur Minuten sein. Das Risiko liegt darin, den richtigen Zeitpunkt nicht zu verpassen, um sie wieder abzustoßen.

Value Aktien

Value Aktien sind schlicht und einfach Aktien, die verglichen mit ihrem wahren Ertragspotential unterbewertet sind. Der Markt bewertet sie so tief, weil ihre Erträge vorübergehend einen Tiefpunkt erreicht haben. Oder ein anderes vorübergehendes Ereignis, wie z.B. eine allgemeine Marktschwäche hat den Kurs mit in die Tiefe gerissen. Der Schlüsselbegriff ist hier allerdings das Wort "vorübergehend". Nach einer gewissen Zeit soll der Kurs der Aktie wieder steigen und ihren wahren Wert widerspiegeln.

Zyklische Werte

Einige Aktien, z. B. die der Stahl- oder Ölindustrie, werden als zyklisch angesehen. Die Dienstleistungen oder Produkte der entsprechenden Unternehmen werden nicht ununterbrochen während des gesamten Konjunkturzyklus nachgefragt. Bei einem Aufschwung kann die Stahlindustrie z. B. einen Umsatzzuwachs erzielen. Die Nachfrage steigt, weil sich die Verbraucher z.B. neue Autos kaufen. Lässt der Aufschwung nach, geschieht das gleiche mit dem Umsatz. Die Stahlaktien, die aufgrund des erwarteten Booms stiegen, fallen in Erwartung des Marktrückgangs wieder. In zyklische Aktien investieren meist solche Anleger, die auf die Entwicklung der Wirtschaft spekulieren.

Dividendenstarke Aktien

Im Verhältnis zum aktuellen Kurs zahlen die entsprechenden Unternehmen eine hohe Dividende an die Aktionäre. Dividendenstarke Aktien werden vor allem von konservativen Anlegern bevorzugt, die ständig Geld aus ihren Investitionen erhalten wollen und weniger auf Erträge durch Kurssteigerungen aus sind. Nicht alle Aktien, die hohe Dividenden bringen, sind jedoch gute Anlagen. Fällt eine Aktie aufgrund einer schlechten Performance des Unternehmens, scheint die Dividende (ausgedrückt als Prozentsatz des Aktienkurses) zu steigen. Bleibt die Performance schlecht, hat das Unternehmen aber eventuell Schwierigkeiten, die Dividende auszuschütten. Es sieht sich dann unter Umständen gezwungen, sie zu kürzen oder gar nicht auszuschütten.
Dividenden können auch ein Indiz dafür sein, wie sich die Einkünfte eines Unternehmens nach Ansicht seiner Führung vermutlich entwickeln werden. Denn einmal im Jahr entscheidet der Vorstand eines Unternehmens darüber, seinen Aktionären einen Teil seines Gewinns abzugeben. Auf diese Weise sagt dessen Führungsebene etwas über ihr Vertrauen in die Zukunft des Unternehmens aus. Sind die Aussichten düster, werden sie vielleicht die Dividende kürzen oder ganz streichen. Auf diese Weise kann dann das Unternehmen diese Gelder für wichtigere Zwecke verwenden. Sind die längerfristigen Aussichten aber gut, wird das Unternehmen beschließen, die Zahlung zu leisten und eventuell sogar zu erhöhen.

Geld verdienen mit Aktien – Handel und Dividenden

Mit Aktien können Sie auf zwei Arten Geld verdienen. Zum einen – wie beschrieben – durch die Kurssteigerung einer Aktie. Zum anderen aber auch mit Dividenden, die Unternehmen meist jährlich, manchmal auch häufiger ausschütten. Das sind Zahlungen, die einen Teil der Gewinne des Unternehmens darstellen.

Bid & Ask – Geld- und Briefkurs

Sie haben sich für eine Aktie entschieden und wollen sie auch kaufen. Dann achten Sie unbedingt darauf, dass diese auch regelmäßig an der von Ihnen gewünschten Börse gehandelt wird, damit Ihr Kaufauftrag auch tatsächlich ausgeführt werden kann. Was alle Börsen verbindet: Sie basieren auf einem Versteigerungssystem. Das bedeutet, es gibt für jede Aktie einen Geldkurs und einen Briefkurs. Geldkurs ist der Kurs, den mögliche Käufer bereit sind zu zahlen. Briefkurs ist der Kurs, den der Besitzer der Aktie verlangt, wenn er verkaufen will. In vielen Tabellen werden diese Kurse mittlerweile auch als „Bid“ (Geld) und „Ask“ (Brief) geführt. Diese Kurse schwanken abhängig von Angebot und Nachfrage. Werden mehr Aktien nachgefragt als angeboten, steigen sowohl Geldkurs als auch Briefkurs. Trifft das Gegenteil zu, fallen auch die Kurse.

Der Online-Handel ist preiswerter als der Offline-Handel

Für stark gehandelte Aktien kann die Spanne zwischen Geldkurs und Briefkurs manchmal sehr eng sein. Selten übersteigt sie 25 Cent pro Anteil. Aber für wenig gehandelte Aktien kann diese Spanne sehr viel größer sein. Der Grund dafür: Bei der auch Marge genannten Spanne handelt es sich um tatsächliche Kosten, die für den Handel anfallen. Wenn Sie eine Aktie zu ihrem Briefkurs kaufen und sie direkt wieder zum Geldkurs verkaufen, verlieren Sie bei dieser Transaktion Geld. Und das auch schon vor der Berechnung von Provisionen oder Gebühren. Bei einer Online-Investment Plattform werden alle Aufträge direkt von Ihnen selbst erteilt. Der Online-Handel ist in der Regel preiswerter – vergleichbar mit Online-Shopping – und erhebt wenige oder keine Gebühren.

Limit-Aufträge: Nicht über diesem Preis!

Wenn Sie Ihrem Online-Broker einen unlimitierten Kaufauftrag erteilen, heißt das, Sie möchten zu jedem gerade gültigen Kurs bestimmte Aktien kaufen. Wenn Sie glauben, die Aktie unterliegt solchen Kursschwankungen, dass Sie noch etwas günstiger als zum gegenwärtigen Preis erwerben können, erteilen Sie einen Limit-Auftrag. Sie legen dann den Kurs fest, den Sie zu zahlen bereit sind. Dadurch verhindern Sie auch, dass Sie eine Aktie zu einem Preis kaufen, der Ihnen möglicherweise schon zu hoch erscheint. Fällt die Aktie auf das von Ihnen vorgegebene Level, wird Ihr Auftrag automatisch ausgeführt. Limit-Aufträge können für einen einzelnen Tag erteilt werden (tagesgültig), bis zum Monatsende (ultimo) oder auch für einen selbst festgelegten Zeitraum (gültig bis zu einem vom Auftraggeber angegebenen Datum). Solange die Aufträge nicht erfüllt wurden, können sie jederzeit widerrufen werden.
Nachdem Sie eine Aktie gekauft haben, können Sie Ihre Bank anweisen, sie bestens wieder zu verkaufen, wenn der Kurs auf oder unter ein von Ihnen vorher festgelegtes Niveau fällt. Das nennt man dann einen Stop-Loss-Auftrag. Die Order wird nach Erreichen des von Ihnen festgelegten Limits zum nächsten festgestellten Kurs ausgeführt, egal ob dieser höher oder tiefer als das Limit liegt.

Beispiel für einen Stop-Loss-Auftrag

Sie haben Ihr Stop-Loss-Limit für ein Wertpapier bei 50 Euro gesetzt, um Ihre Position abzusichern. Fällt der Kurs unter dieses Limit, dann wird zum nächst handelbaren Kurs abgerechnet. Bei einem vorübergehenden Kursverfall verlieren Sie so evtl. Geld, können aber schwerere Verluste begrenzen. Wenn Sie einen Stop-Loss-Auftrag erteilen, werden Ihre Aktien automatisch verkauft, auch wenn sie sofort danach wieder im Kurs steigen sollten. Sie können damit auch Gewinne sichern, indem Sie ein Stop-Loss-Limit für ein im Wert bereits stark gestiegenes Wertpapier setzen.

Viele Online-Broker gewähren Ihnen einen Kredit, um Aktien zu kaufen. Die Höhe dieses Wertpapier-Kredites ist abhängig von dem Wert der bereits vorhandenen Wertpapiere. Durch diesen „Aktienkauf auf Effektenkredit“ erhalten Sie die Möglichkeit, Aktien zu kaufen, wenn Ihre liquiden Mittel aufgebraucht sind. So können Sie unter Umständen auch mehr von Gewinnen profitieren, als Sie sich sonst leisten könnten. Das Ganze hat natürlich auch einen Nachteil. Nicht nur, dass die Zinszahlungen für den Kredit Ihren Ertrag schmälern. Vielleicht fallen die von Ihnen erworbenen Aktien im Kurs, statt zu steigen. Dementsprechend hoch kann auch Ihr Verlust sein, denn trotz des Kursverlustes bei der Aktie müssen Sie den gesamten Kredit zurückzahlen. Sie können damit also mehr verlieren als Sie eingesetzt haben.
Nehmen wir einmal an, Sie kaufen 100 Anteile einer Aktie zum Gesamtpreis von 2.000 Euro (20 Euro pro Aktie). Die Hälfte dieser Summe, nämlich 1.000 Euro, zahlen Sie aus Ihrer Tasche. Die restlichen Anteile kaufen Sie auf Kredit. Steigt der Kurs der Aktie um 30 % auf 26 Euro, haben Sie einen Ertrag von 600 Euro erzielt. Das ist ein 60-prozentiger Gewinn auf die 1.000 Euro, die Sie aus eigener Tasche finanziert haben. Fällt die Aktie aber um 30 % auf 14 Euro, verdoppeln sich Ihre Verluste. Der Grund dafür: die 100 Anteile sind nur noch 1.400 Euro wert. 1.000 Euro davon benötigen Sie schon, um Ihren Kredit zu tilgen. Es bleiben Ihnen also lediglich 400 Euro. Das heißt, von den 1.000 Euro, die Sie investiert haben, haben Sie in diesem Fall 60 % verloren. Hinzu kommen die Zinsen, die Sie für den Kredit entrichten müssen.

Erfahren Sie in Lektion 3 alles Wichtige über Fonds.

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