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Börsen-Zeitung

Immer gut informiert – aktuelle Marktberichte aus der Börsen-Zeitung

Die Börsen-Zeitung ist die einzige ausschließlich auf den Finanzsektor ausgerichtete Zeitung Deutschlands. Das in Frankfurt am Main herausgegebene Börsenpflichtblatt erscheint täglich dienstags bis sonnabends und berichtet über die aktuellen Entwicklungen an den deutschen und internationalen Finanzplätzen. 

Börsen-Zeitung
28.3.2017 - Bundesanleihen profitieren von Trump-Schlappe

Börsen-Zeitung, 28.3.2017

kjo Frankfurt - Die Schlappe von US-Präsident Donald Trump bei der geplanten Reform der US-Krankenversicherung hat die Anleger zum Auftakt der neuen Handelswoche bei den sicheren Staatsanleihen zugreifen lassen. Davon profitierten in erster Linie Bundesanleihen. Gefragt waren aber auch französische, spanische und portugiesische Anleihen, deren Renditen im Verlauf ebenfalls nachgaben. Der Bund-Future mit Juni-Fälligkeit kletterte bis auf 161,00 %. Gewinnmitnahmen ließen die Aufschläge dann wieder abschmelzen. Abends war er bei 160,26 % mit 4 Ticks im Plus. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fiel von 0,41 % auf das Tief von 0,36 % und erreichte damit den tiefsten Stand seit drei Wochen. Im späten Handel waren es wieder 0,41 %. Bei den Pendants aus Frankreich lag die Rendite bei 0,98 % nach 0,99 % am Freitag. Bei den spanischen Zehnjahrespapieren waren es später unveränderte 1,69 %.

US-Präsident Trump musste im zähen Ringen um die Gesundheitsreform eine herbe Niederlage einstecken. Die Republikaner zogen am Freitag auf Bitten Trumps einen Gesetzentwurf zu massiven Einschnitten an Obamacare zurück. Zuvor hatte sich abgezeichnet, dass bei der Abstimmung in dem von den Republikanern dominierten Repräsentantenhaus keine Mehrheit dafür zustande kommen würde. Damit bleibt die Gesundheitsreform von Trumps Vorgänger Barack Obama vorerst in Kraft. Ihre Abschaffung war allerdings eines von Trumps wichtigsten Wahlversprechen. Trump kündigte an, als nächstes Projekt die versprochene Steuerreform anzugehen.

Euphorie ebbt ab

Die Trump-Euphorie hat die Entwicklung an den Märkten seit der Wahl von Trump zum Präsidenten bestimmt. Es profitierten risikobehaftete Assets wie die US-Aktien. Die Kehrseite zeigte sich bei den Anleihen, d.h. den US-Staatsanleihen und in begrenztem Ausmaß auch bei den Bundesanleihen, deren Renditen in Erwartung höherer US-Leitzinsen anzogen. Seit einigen Tagen scheint sich die Trump-Euphorie zu legen. Viele Marktteilnehmer gehen nun verstärkt davon aus, dass Trump seine Versprechen nicht im angekündigten Ausmaß umsetzen kann, d.h. im Kongress ausgebremst wird. Das zeigte sich nun bei dem Gesetzentwurf zu Obamacare. Diese Entwicklung könnte im Urteil der Marktakteure richtungsweisend für die kommenden Wochen und Monate sein. Bekommt Präsident Trump seine Wirtschaftspläne nicht durch, würden risikobehaftete Assets nach Einschätzung von Analysten leiden. Profitieren könnten die sicheren Staatsanleihen.

Drei Papiere im Angebot

Frankreich war am Geldmarkt aktiv. Zugreifen konnten die Anleger bei drei Papieren. Bei allen drei Laufzeiten zogen die Renditen leicht an, blieben aber weiterhin tief in der Minuszone. Das in 13 Wochen auslaufende Papier ging zu - 0,616 % an die Anleger nach - 0,642 % bei der vorigen Versteigerung. Hierüber wurden 3,299 Mrd. Euro aufgenommen. Das in 22 Wochen fällige Papier wurde zu einer Rendite von - 0,598 % platziert. Bei der vorigen Versteigerung lag der Satz noch bei - 0,618 %. Über dieses Papier kamen weitere 1,497 Mrd. Euro zusammen. Bei dem 48 Wochen laufenden Titel ging die Rendite von - 0,522 % auf - 0,52 % zurück. Das Papier wurde 1,56 Mrd. Euro schwer.

Im Corporate-Segment brachte Suez zwei Bonds mit den Laufzeiten 2025 und 2029 über 500 bzw. 700 Mill. Euro. Den bis 2025 laufenden Titel platzierte das Unternehmen bei den Anlegern zu einem Spread von 43 Basispunkten (BP). Den bis 2029 laufenden Bond bekamen die Investoren letzten Endes zu einem Spread von 63 BP.

Börsen-Zeitung, 28.03.2017, Autor kjo Frankfurt, Ausgabe Nr. 61, Seite 18, 514 Worte.

24.3.2017 - Lufthansa profitieren vom billigen Öl

Börsen-Zeitung, 24.3.2017

ku Frankfurt - Nach einem schwachen Start hat der europäische Aktienmarkt am Nachmittag spürbar zugelegt. Marktteilnehmer hatten zunächst auf eine Rede der US-Notenbank-Chefin Janet Yellen gewartet, bei der es dann doch nicht um geldpolitische Themen ging. Den europäischen Markt hat am Donnerstag auch gestützt, dass der US-Markt nach einem schwachen Start ins Plus drehte. Der Dax legte um 1,1 % auf 12 040 Zähler zu, der Euro Stoxx 50 um 0,9 % auf 3 452 Punkte.

Momentan herrscht am Markt jedoch grundsätzlich Zurückhaltung, weil die Anleger abwarten, ob sich US-Präsident Donald Trump im Kongress mit seinen Plänen für den Ersatz der halbstaatlichen Krankenversicherung seines Vorgängers Barack Obama durchsetzen kann. Trump sieht sich dabei erheblichem Widerstand innerhalb der Republikaner gegenüber. Der Streit wird als ein Lackmustest dafür angesehen, ob Trump, der bislang hauptsächlich per Dekret regiert hat, überhaupt Aussichten hat, seine Vorstellungen - unter anderem den Plan für ein umfangreiches Infrastrukturprogramm - im Kongress durchzusetzen. Falls ihm das nicht gelingt, wäre der Trump-Rally am Aktienmarkt der vergangenen Monate quasi der Boden entzogen.

Sehr fest zeigten sich im Dax Lufthansa mit einem Kursanstieg um 3,5 % auf 15,10 Euro. Der Titel profitierte von dem niedrigen Ölpreis, der die Treibstoffrechnungen der Fluggesellschaften entlastet. Zudem haben die Piloten der Lufthansa im Tarifstreit der Vereinigung Cockpit mit dem Unternehmen einem Kompromiss zugestimmt. Der eigentliche Beschluss ist zwar mittlerweile schon wieder überholt, weil Lufthansa und Gewerkschaft inzwischen eine umfassendere Einigung erzielt haben. Er gilt jedoch als Barometer für die Stimmung der Piloten.

Ein Kursplus von 2,8 % auf 14,92 Euro erzielten RWE. Die Analysten der französischen Großbank Société Générale raten zum Kauf der Aktie. Sie haben ihr Kursziel kräftig von 14,80 Euro auf 18,40 Euro erhöht. Mit der RWE-Aktie könnten Investoren überproportional von der Kursentwicklung bei Innogy profitieren, hieß es.

Die Aktie des Großküchenherstellers Rational verbilligte sich um 1,8 % auf 439,80 Euro. Die Prognose des Unternehmens für das laufende Jahr blieb hinter den Erwartungen zurück. Bei Umsatz und Absatz wird nur ein moderater Anstieg erwartet, ebenso beim Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit). Grund dafür seien höhere Kosten und Investitionen.

Einen Kurssprung von 8,8 % auf 43,82 Euro gab es bei dem im MDax vertretenen Autozulieferer Leoni. Der Kurs stieg zeitweise auf den höchsten Stand seit 17 Monaten. Im laufenden Jahr soll der Umsatz um 5 % zulegen. Beim Ebit werden 180 bis 200 Mill. Euro erwartet, nach lediglich 78 Mill. Euro im vergangenen Turnus.

Kräftig nach oben ging es auch für die Aktie des Biotech-Unternehmens Medigene. Der Titel legte um 10,5 % auf 11,49 Euro zu. Vor zwei Tagen verzeichnete die Aktie noch einen Kurssturz um mehr als 10 %, nun schöpften die Anleger wieder Hoffnung. Das Unternehmen will im laufenden Jahr wichtige Studien für Medikamente auf den Weg bringen.

Eine vom Markt positiv aufgenommene Prognose von Pfeiffer Vacuum verhalf der Aktie zu einem kräftigen Plus von 3,8 % auf 109,20 Euro. Umsatz und Ergebnis sollen im laufenden Jahr deutlich steigen.

Börsen-Zeitung, 24.03.2017, Autor ku Frankfurt, Ausgabe Nr. 59, Seite 18, 481 Worte.

22.3.2017 - Starker Euro drückt Dax unter 12 000 Punkte

Börsen-Zeitung, 22.3.2017

ku Frankfurt - Der starke Euro hat am Dienstag den europäischen Aktienmarkt belastet. Der Dax büßte 0,8 % auf 11 962 Punkte ein, der Euro Stoxx 50 gab um 0,2 % auf 3 430 Zähler nach. Zuvor war die Gemeinschaftswährung bis auf 1,0819 Dollar gestiegen. Ein starker Euro hemmt die Gewinnaussichten der stark auf den Export ausgerichteten Volkswirtschaften wie etwa der deutschen Wirtschaft.

Im Dax präsentierten sich Fresenius Medical Care (FMC) und Fresenius schwach. FMC gaben um 3,5 % auf 76,72 Euro nach, die Titel der Muttergesellschaft Fresenius um 3,4 % auf 72,95 Euro. Von den Analysten der schweizerischen Großbank UBS kamen kritische Kommentare zu FMC. Die Aktie wurde von "Buy" auf "Sell", das Kursziel drastisch von 100 Euro auf 68 Euro zurückgenommen. Bei der Muttergesellschaft erfolgte eine Reduzierung von "Buy" auf "Neutral". Die Renditeentwicklung bei FMC habe beinahe ihren Höhepunkt erreicht, schreiben die Analysten. Es gebe Risiken für die Gewinnmargen. Sie verweisen auf den Druck der Versicherungskonzerne, die für die Dialysebehandlungen zahlen, im für FMC wichtigen US-Markt. UBS ist für die Infusionstochter Kabi zwar positiv gestimmt, deren Aussichten könnten die Probleme im Hauptgeschäft aber nicht ausgleichen.

Die Aktie der Deutschen Bank beendete den Handel am ersten Tag der Zeichnungsfrist der neuen Aktien im Rahmen der Kapitalerhöhung mit 16,01 Euro. Bezogen auf den um den Wert des Bezugsrechts bereinigten Vortageskurs ergibt sich damit ein Anstieg um 4,3 %. Am Markt wurde auf die jüngsten Kursverluste der Aktie verwiesen und von einer überwiegend technischen Erholung gesprochen. Die Kapitalerhöhung der Deutschen Bank im Volumen von 8 Mrd. Euro läuft noch bis zum 6. April. Je zwei Altaktien der Deutschen Bank kann ein neuer Titel zu 11,65 Euro erworben werden.

BMW legten um 0,5 % auf 82,93 Euro zu. Vorstandschef Harald Krüger kündigte die "größte Modelloffensive unserer Geschichte" an. Im laufenden Jahr sollen Absatz, Umsatz und Vorsteuerergebnis weiter gesteigert werden. Bei der Gewinnmarge auf Basis des Ergebnisses vor Steuern und Zinsen (Ebit) bleibt es allerdings bei der bisher genannten Bandbreite von 8 bis 10 %.

Die Titel von Porsche wurden um 2 % auf 50,01 Euro ausgebremst. Das Unternehmen erwartet zwar mit Blick auf das sich erholende Geschäft bei VW einen Anstieg des Nachsteuergewinns um mindestens 50 % auf 2,1 bis zu 3,1 Mrd. Euro. Allerdings hieß es von Porsche auch, man habe keinerlei Erkenntnisse hinsichtlich des Verkaufs des Aktienpakets von Firmenpatriarch Ferdinand Piëch, der rund 14 % an Porsche hält. Derzeit verhandelt Piëch mit Vertretern der Familien Piëch und Porsche über den Verkauf.

Einen Kurssturz von 14,7 % auf 3,38 Euro verzeichnete Solarworld. Das Unternehmen teilte mit, für das vergangene Geschäftsjahr habe sich ein Verlust ergeben, der das Grundkapital um mehr als die Hälfte aufzehre. Es werde daher eine außerordentliche Hauptversammlung stattfinden. Die Aktien der Gesellschaft waren zunächst eine Stunde vom Handel ausgesetzt, danach brachen sie zunächst um rund 33 % ein.

Fest zeigten sich SGL Carbon mit einem Aufschlag von 3,8 % auf 8,77 Euro. Im laufenden Jahr soll der Umsatz aus fortgeführten Geschäften mit einem mittleren einstelligen Prozentsatz wachsen. Das Ebit vor Sondereinflüssen soll überproportional zunehmen. Der Verkauf des problematischen Geschäfts mit Grafitelektroden soll zur Jahresmitte abgeschlossen sein.

Börsen-Zeitung, 22.03.2017, Autor ku Frankfurt, Ausgabe Nr. 57, Seite 17, 513 Worte.

21.3.2017 - Enttäuschung über G20 drückt Dax

Börsen-Zeitung, 21.3.2017

ku Frankfurt - Zum Wochenauftakt hat der europäische Aktienmarkt Schwäche gezeigt. Der Dax gab um 0,4 % auf 12 053 Zähler nach. Der Euro Stoxx 50 ermäßigte sich um 0,3 % auf 3 437 Punkte. Händler betonten, es fehlten derzeit die Impulse für Anschlusskäufe. Zudem hieß es, dass die Ergebnisse des G 20-Gipfels enttäuscht hätten. So fehle in der Abschlusserklärung ein Bekenntnis zum Freihandel sowie eine Ablehnung von Protektionismus. Dies sei insbesondere für eine stark exportabhängige Volkswirtschaft wie die deutsche sehr negativ, hieß es.

Im Dax zeigten sich die beiden Bankenwerte schwach. Deutsche Bank büßten 3,7 % auf 17,20 Euro ein. Das Institut startet jetzt seine Kapitalerhöhung im Verhältnis 2 zu 1. Ab dem heutigen Dienstag kommen die neuen Titel auf den Markt. Ausgegeben werden 687,5 Mill. neue Aktien zu einem Bezugspreis von 11,65 Euro. Damit fließen dem Institut rund 8 Mrd. Euro zu. Anleger können die Papiere ab dem 21. März bis zum 6. April erwerben.

Zudem hat die Deutsche Bank am Montag ihren Geschäftsbericht für das abgelaufene Jahr 2016 veröffentlicht. Hinsichtlich des Ausblicks gab es positive Anmerkungen. Man erwarte eine bedeutende Zunahme der Kundenaktivitäten im laufenden Jahr, hieß es. Zu spüren sei dies bereits ab Jahresbeginn. Die Erträge würden 2017 etwa auf gleichem Niveau wie 2016 bleiben. Angestrebt wird eine Eigenkapitalrendite von 10 % nach - 2,7 % im abgelaufenen Jahr. Im Gefolge der Deutschen Bank verbilligten sich Commerzbank um 2,3 % auf 8,36 Euro.

Im MDax zeigten sich Hugo Boss schwach. Der Titel gab um 4,7 % auf 64,80 Euro nach. Am Markt hieß es, die Spekulation entweiche aus dem Titel. Bisher war man davon ausgegangen, dass der aktivistische Investor Albert Frère bei Hugo Boss einsteigt. Im Geschäftsbericht der belgischen Beteiligungsfirma Groupe Bruxelles Lambert gibt es aber keinen Hinweis auf gehaltene Hugo-Boss-Aktien. Mitte Februar hatte ein Magazinbericht, gemäß dem die Gesellschaft Frères mit knapp 3 % bei Boss eingestiegen sei, die Aktie auf den höchsten Stand seit zwölf Monaten getrieben.

Gewinnmitnahmen drückt in den Kurs des Versicherers Talanx. Die Aktie gab um 3,7 % auf 32,90 Euro nach. Der Konzerngewinn stieg um 24 % auf 907 Mill. Euro, wie das Unternehmen mitteilte, zu dem auch der Rückversicherer Hannover Rück gehört. Grund für das Ergebnisplus sind geringere Großschäden sowie Steuereffekte. Im SDax sind die Titel des Ingenieur Dienstleister Bertrandt stark unter Druck geraten. Der Kurs brach um 7,4 % auf 85,68 Euro ein. Am Markt wurde auf eine Verkaufsempfehlung des Bankhauses Metzler verwiesen. Die Konzernziele für das laufende Jahr seien gefährdet, schreibt Analyst Jürgen Pieper in seiner Studie über das Unternehmen. Es scheine, dass Geschäftsdynamik und Rentabilität unter intensivem Wettbewerb litten. Das Kursziel nimmt er von 105 Euro auf 80 Euro zurück.

Börsen-Zeitung, 21.03.2017, Autor ku Frankfurt, Ausgabe Nr. 56, Seite 17, 441 Worte.

17.3.2017 - Moderate Bondmarktreaktion auf US-Zinsentscheid

Börsen-Zeitung, 17.3.2017

kjo Frankfurt - Starke Positionsumschichtungen und damit stärkere Kursbewegungen als Reaktion auf den jüngsten Zinsentscheid der US-Notenbank Fed sowie die Ergebnisse der niederländischen Parlamentswahl sind am Donnerstag an den europäischen Rentenmärkten ausgeblieben. Es gab zwar Verluste, aber diese hielten sich in Grenzen. Der Bund-Future mit Juni-Fälligkeit gab bis auf 159,29 % nach. Im Vergleich zum Vortagesschluss war das ein Minus von weniger als einem Preispunkt. Abends lag der Zinsterminkontrakt dann bei 159,61 % mit 48 Ticks im Minus. Die zehnjährige Bundrendite lag bei 0,44 % nach 0,41 % am Mittwoch.

Die Leitzinsanhebung in den USA um einen Viertelprozentpunkt war an den Märkten fast unisono erwartet worden. Von daher war der erfolgte Schritt auch keine Überraschung mehr. Manch einer war zuletzt aber noch davon ausgegangen, dass die US-Notenbanker für den weiteren Jahresverlauf womöglich eine aggressivere Gangart in der Geldpolitik ankündigen würden. Das blieb aber nicht nur aus, sondern Fed-Chefin Janet Yellen überraschte manchen Akteur auf der anschließenden Pressekonferenz mit sehr moderaten begleitenden Statements. In der Sprache der Märkte fielen die Yellen-Kommentare sehr "dovish" aus, d. h., Yellen beruhigte eher die Marktteilnehmer. Ihre Äußerungen wurden dahingehend im Handel interpretiert, dass die Zinsen nicht aggressiv und somit nicht sehr schnell und auch nicht sehr stark angehoben werden. Das milderte den Anpassungsdruck nach oben bei den europäischen Bondrenditen.

Rutte ist stärkste Kraft

Die Tatsache, dass die Partei VVD von Ministerpräsident Mark Rutte bei den Parlamentswahlen die stärkste Kraft blieb und es somit nicht zu einem Rechtsruck in den Niederlanden kam, führte am Rentenmarkt dazu, dass der große Ansturm auf sichere Staatstitel aus Sorge vor einem weiteren Zustrom zu nationalistischen Parteien in anderen Ländern ausblieb. Das drückte ein wenig auf die Notierungen der Bundesanleihen. Mancher Marktteilnehmer wollte den Einfluss der Fed-Entscheidung und der niederländischen Parlamentswahlen auf die europäischen Rentenmärkte auch nicht überbewerten und verwies dabei auf anstehenden Auktionen von Staatsanleihen. Die Verluste seien auf das aufkommende Angebot an neuen Staatstitel zurückzuführen. Das sei der stärkere Belastungsfaktor gewesen, die Anleger schafften Platz in den Portfolios für das neue Material.

Am Start war zum einen Spanien. Die Schuldenmanager des Landes nahmen über vier Bonds insgesamt rund 4,8 Mrd. Euro auf und landeten damit in der Nähe des oberen Randes der angekündigten Spanne von 4 bis 5 Mrd. Euro. Bei dem 2022 fälligen Titel stieg die Rendite von 0,487 % auf 0,548 %, bei dem 2026 auslaufenden Bond von 1,45 % auf 1,682 %, bei dem 2028er Titel von 1,894 % auf 1,935 % und bei dem 2046 fälligen Papier von 2,761 % auf 3,044 %.

Des Weiteren war Frankreich aktiv. Über drei nominale Bonds nahmen die Franzosen rund 7 Mrd. Euro auf. Auch hier stiegen die Renditen. Darüber hinaus gab es auch noch Inflationsbonds der Franzosen.

Börsen-Zeitung, 17.03.2017, Autor kjo Frankfurt, Ausgabe Nr. 54, Seite 17, 447 Worte.

16.3.2017 - Rekordverlust des Konzerns drückt Eon-Kurs

Börsen-Zeitung, 16.3.2017

ku Frankfurt - Mit Blick auf die Wahlen in den Niederlanden und die Zinssitzung der amerikanischen Notenbank Federal Reserve haben sich die Anleger am europäischen Aktienmarkt am Mittwoch zurückgehalten. Der Dax verzeichnete lediglich ein kleines Plus von 0,2 % auf 12 010 Punkte. Der Euro Stoxx 50 legte um 0,3 % auf 3 410 Zähler zu.

Positive Konjunkturdaten aus den USA machten auf die Anleger nur wenig Eindruck. So sind die Einzelhandelsumsätze im Februar gegenüber dem Vormonat um 0,2 % gestiegen. Die Verbraucherpreise kletterten gegenüber dem Vormonat um 0,1 % und im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat um 2,7 %. Damit wurden die Markterwartungen leicht übertroffen. Zudem kam der Empire State Index, ein Konjunkturbarometer für den wichtigen US-Bundesstaat New York, mit 16,4 Punkten herein. Gemäß der Konsensschätzung war mit lediglich 15 Zählern gerechnet worden.

Wenig Freude hatten die Anleger an dem jetzt vorgelegten Jahresergebnis des Versorgers Eon. Der Kurs der Aktie ermäßigte sich um 3,5 % auf 6,77 Euro. Der Konzern wies für 2016 mit einem Fehlbetrag von 16 Mrd. Euro den größten Verlust der Unternehmensgeschichte aus. 2015 hatte sich bereits ein Verlust von rund 7 Mrd. Euro ergeben. Die Abspaltung von Uniper belastete 2016 mit 11 Mrd. Euro. Die Dividende soll für 2016 von 0,50 Euro je Aktie im Vorjahr auf 0,21 Euro gekürzt werden. Für 2017 wird eine Ausschüttung von 0,30 Euro in Aussicht gestellt, ab 2018 wird eine Ausschüttungsquote von 50 bis 60 % des Jahresgewinns avisiert. Bisher war von einer Quote von 40 bis 50 % gesprochen worden.

Deutlich besser sah es für die Lufthansa-Aktie aus. Der Titel verteuerte sich um 1,8 % auf 14,42 Euro. Der seit einigen Jahren laufende Tarifstreit mit der Pilotengewerkschaft Cockpit steht vor einer Lösung. Es sei bereits eine Grundsatzeinigung zu allen wesentlichen ausstehenden Tarifverträgen erfolgt, hieß es. Der Streit hatte in den vergangenen Jahren zu mehreren Streiks geführt.

Im MDax legte der Kurs des Ingenieurdienstleisters Bilfinger deutlich um 4 % auf 37,89 Euro zu. Der staatlich kontrollierte Öl- und Gaskonzern des Oman hat einen Großauftrag verlängert. Dabei geht es für die Jahre 2019 bis 2021 um Ingenieurs- und Wartungsdienstleistungen im Volumen von 200 Mill. Euro für ein Joint Venture mit einem lokalen Unternehmen. Auf Bilfinger entfallen 100 Mill. Euro.

Wacker Chemie hat die Mehrheit an der Tochter Siltronic schneller als erwartet abgegeben. Die Muttergesellschaft verkaufte am Dienstagabend 6,3 Millionen Siltronic-Aktien. Dadurch sinkt die Beteiligung an Siltronic von 51,8 % auf 30,8 %. Der Kurs von Siltronic brach um 6,8 % auf 55 Euro ein.

Börsen-Zeitung, 16.03.2017, Autor ku Frankfurt, Ausgabe Nr. 53, Seite 17, 409 Worte.

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