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Fonds-News
SENTIMENT/Bank of America-Merrill Lynch: Crash-Angst am Bond-Markt
18.10.16 / 14:31 (0 mal gelesen)

Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)--An den Märkten kursiert das Zinsgespenst: Die internationalen Fondsmanager akkumulieren weiterhin Cash, wie die neue Umfrage von Bank of America-Merrill Lynch in der Branche zeigt. Im Oktober stieg die durchschnittliche Cash-Reserve auf 5,8 von 5,5 Prozent. Damit ist der Baranteil wieder so hoch wie im Juli nach der Brexit-Abstimmung, die den Cash-Anteil auf den höchste Stand seit 15 Jahren getrieben hatte.

Grund ist vor allem die Angst vor einem "Bond-Crash". Aber auch die Sorgen über einem Trump-Sieg bei den Präsidentschaftswahlen in den USA und einem Zerfall des Euro drücken auf die Stimmung.

Die Crash-Angst für die Bonds wird von den Inflationserwartungen geschürt. Diese stiegen auf den höchsten Stand seit 16 Monaten. Und: Die Rendite-Entwicklung wird auch als treibende Kraft für die Aktienmärkte in den kommenden sechs Monaten gesehen.

Banken und Schwellenländer profitieren

Von der Erwartung einer steileren Zinskurve profitieren die Banken: Der monatliche Anstieg in der Gewichtung ist der stärkste seit zwei Jahren. Die Fondsmanager sind in der Branche nun zu netto 7 Prozent übergewichtet, nachdem sie in Bankaktien noch im September zu netto 6 Prozent untergewichtet waren.

Auch in Aktien der Schwellenländer fließt Geld und beim Euro rechnen so viele Fondsmanger mit einer Abwertung wie zuletzt vor gut zweieinhalb Jahren. Die relative Gewichtung der Schwellenländer gegenüber den entwickelten Ländern stieg auf den höchsten Stand seit Februar 2013. Die Netto-Übergewichtung von Aktien der Schwellenländer beträgt nun 31 Prozent nach 24 Prozent im September.

Verkauft worden sind neben Bonds Aktien aus den Bereichen Immobilien, Telekom und Gesundheit. Stark übergewichtet sind nach wie vor Technologie-Aktien mit netto 43 Prozent nach 41 Prozent.

Risk-On-Rally braucht anderes Umfeld

Mit den hohen Cash-Quoten besteht laut Merrill die Chance für eine Risk-On-Rally. Notwendig für eine solche sei aber Vertrauen in die US-Politik und in die der EU, ein lediglich langsamer, wenn auch stetiger Renditeanstieg sowie ein klarer Aufwärtstrend bei den Gewinnen je Aktie.

Auch Trades für einen Trump-Sieg hat Merrill in der Umfrage herausgefunden: Long Volatility, short Mexiko-Pesos und short Bonds.

Aktuell sind laut Merrill die Fondsmanager in Aktien der Eurozone zu 5 Prozent übergewichtet und US-Aktien zu 7 Prozent, beides liegt leicht unter dem langjährigen Durchschnitt. Die Untergewichtung in Bonds nahm weiter zu, auf netto 50 Prozent von netto 45 Prozent.

Die Gewichtung in britischen Aktien fiel weiter auf netto 27 Prozent von netto 24 Prozent Untergewichtung. Konträr eingestellte Anleger würden das Pfund, den britischen Markt, Aktien generell und Rohstoffe long gehen, so Merrill. Shorten dürften sie Cash, Technologie-Aktien, Banken, REITs und diskretionäre Konsumaktien.

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/hru/flf

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October 18, 2016 08:31 ET (12:31 GMT)

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