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Fonds-News
IWF: Vermögensverwalter können geldpolitische Signale verstärken
29.09.16 / 15:00 (0 mal gelesen)

Von Hans Bentzien

FRANKFURT/WASHINGTON (Dow Jones)--Zentralbanken sollten nach Aussage des Internationalen Währungsfonds (IWF) berücksichtigen, dass die Wirkung ihrer geldpolitischen Maßnahmen durch die weltweit immer zahlreicher werdenden Vermögensverwalter verstärkt wird. In seinem aktuellen Globalen Finanzstabilitätsbericht weist der IWF auf die Gefahr von panikartigen Verkäufen infolge von Zinsanhebungen hin.

Der IWF befasst sich in dem Bericht allgemein mit der Frage, wie das immer stärkere Aufkommen von Nicht-Banken in der Finanzintermediation die Geldpolitik beeinflusst. Neben Versicherern nimmt die in Washington ansässige Organisation dabei auch Vermögensverwalter (Asset Manager) in den Blick, deren Anreizstrukturen laut IWF zu Überreaktionen auf Zinserhöhungen führen können.

"Die Asset-Management-Industrie ist hauptsächlich von Sorgen um die relative Perfomance getrieben. Typischerweise werden Fonds nach ihrer Entwicklung im Vergleich zur Konkurrenz bewertet", heißt es in dem Bericht. Das mache Vermögensverwalter besonders empfindlich für die Erhöhung der kurzfristigen Zinsen und das Verhalten anderer Vermögensverwalter, was zu starken Kursbewegungen führen könne, heißt es in dem Bericht.

Außerdem könnten diese Investoren laut IWF einen Vorteil darin sehen, in Reaktion auf Zinsänderungen zuerst zu handeln (first-mover advantage). "Sie wollen sich nicht als letzte zurückziehen, wenn der Fonds als erstes seine liquidesten Vermögenswerte verkauft."

Treten beide Effekte gleichzeitig ein, werden laut IWF die Auswirkungen einer geldpolitischen Straffung auf die Asset-Preise verstärkt, was über den Bilanzkanal auch entsprechende Folgen für die Kreditvergabe und die Wirtschaftsaktivität hat.

Die Bundesbank hat kürzlich ebenfalls vor einem solchen Szenario gewarnt, das verdeutliche, wie gefährlich ein zu lange zu niedriger Leitzins sein könne.

Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/smh

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September 29, 2016 09:00 ET (13:00 GMT)

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