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Fonds-News
ANALYSE/Elliott landet mit Kleinfeld-Sturz Punktsieg bei Arconic
18.04.17 / 10:06 (0 mal gelesen)

Von Charley Grant

NEW YORK (Dow Jones)--Der Machtkampf zwischen dem US-Zulieferer der Auto- und Luftfahrtindustrie Arconic und seinem größten Investor Elliott hat mit einem Managementwechsel gerade erst richtig begonnen. Klaus Kleinfeld, CEO und Chairman, ist mit sofortiger Wirkung zurückgetreten, wie Arconic mitteilte. Der frühere Siemens-Chef hatte dem aktivistischen Investor, der 11,6 Prozent an dem Unternehmen besitzt, einen Brief geschickt, der laut Konzern "schlechtes Urteilsvermögen" aufwies. Elliott hatte bereits im Januar Kleinfelds Rücktritt verlangt.

Der Machtkampf ist damit jedoch nicht vorbei, sondern geht wohl in die nächste Runde. Arconic wurde gerade aus dem Aluminiumproduzenten Alcoa herausgelöst. Die junge Firma sagt, dass der Abschied von Kleinfeld einvernehmlich entschieden worden sei und keine Probleme mit der Strategie oder Entwicklung des Unternehmens reflektiere. Arconic äußerte sich scheinbar kampfeslustig zu Kleinfelds Rücktritt: Das Hauptziel von Elliott, ein Wechsel an der Vorstandsspitze, habe der Investor erreicht. Das Manöver sei jedoch "höchst störend" gewesen. Elliott erwiderte, dass Kleinfelds Rücktritt ein nötiger erster Schritt bei einem umfassenden Umbau von Arconic gewesen sei.

Angesichts der langen Forderungsliste von Elliott wird der Wechsel an der Unternehmensspitze den Investor kaum zufriedenstellen. Elliott nominiert jetzt vier Mitglieder für den 13-köpfigen Board; die Abstimmung findet nächsten Monat statt. Elliott verlangt auch höhere Kapitalinvestitionen in besonders profitablen Geschäftsbereichen und Kostensenkungen, um die Margen aufzubessern.

Gewinnprognosen zweimal gesenkt

Arconic hat bisher noch Startschwierigkeiten. Das Unternehmen hat seine Gewinnprognose vergangenes Jahr zweimal gesenkt. Grund sei die schlechte Entwicklung in der Luftfahrtsparte und die Schwäche am nordamerikanischen Markt für Schwerlaster gewesen. Auch die schwachen Pkw-Verkäufe in den USA werden zum Risiko.

Der vom Vorstand auserwählte Übergangschef David Hess ist nicht gerade ein Zugeständnis an Elliott. Der Investor hat einen eigenen Kandidaten im Auge. Ein Ausschuss kümmert sich jetzt um die Suche nach einem dauerhaften Ersatz.

Hess sitzt seit vergangenem Monat im Arconic-Vorstand. Kleinfeld wird das Unternehmen in der Übergangsphase noch begleiten. Elliott hat bei einer Präsentation im Winter den ehemaligen Spirit-AeroSystems-Chef Larry Lawson als künftigen CEO vorgeschlagen.

Weder Elliott noch Arconic haben aufgegeben. Doch Arconic war Kleinfelds Baby - ohne ihn könnte das Unternehmen im Kampf mit dem aktivistischen Investor die Ausdauer verlieren. Der Machtkampf hat sein erstes Opfer bereits gefordert, weitere dürften folgen.

Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

DJG/DJN/awi/mgo

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April 18, 2017 04:06 ET (08:06 GMT)

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