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Fonds-News
Große Fonds wollen China-Aktien in globale Indizes aufnehmen
20.04.17 / 16:46 (0 mal gelesen)

Von Gregor Stuart Hunter

FRANKFURT (Dow Jones)--Aktien vom chinesischen Festland könnten eine erhebliche Aufwertung erfahren: Große Fondsmanager sprechen sich für die Aufnahme der Titel in wichtige Indizes aus, die den weltweiten Markt spiegeln. Damit geben sie ihre bisherige Oposition gegen ein solches Vorgehen auf und stellen so dem riesigen chinesischen Festlandsmarkt quasi ein Reifezeugnis aus.

Zu den Instituten, die sich entsprechend äußerten, gehören Blackrock, die Deutsche Bank, UBS und Fidelity. Der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock sprach sich am Donnerstag dafür aus, die entsprechenden Aktien in die MSCI-Leitindizes aufzunehmen - Indizes, die den großen globalen Vermögensverwaltern als Richtschnur für die Anlage von Investments in Billionen-Dollar-Höhe dienen.

Die Deutsche Asset Management, eine der größten Anbieter von Exchange Traded Funds (ETFs) teilte ihrerseits mit, dass es aus ETF-Perspektive keine technischen Probleme mehr mit der Aufnahme der sogenannten A-Aktien in die MSCI-Indizes gebe. Weitere Fondsmanager wie die UBS Asset Management, Fidelity International und Matthews Asia vertreten die Auffassung, dass eine Aufnahme dieser Titel wahrscheinlicher werde.

Der Indexanbieter MSCI, der üblicherweise seine Indizes jeweils im Juni anpasst, wollte sich zu dem Thema allerdings nicht äußern. Eine Aufnahme der A-Aktien in die MSCI-Indizes wäre für den 7,82 Billionen Dollar schweren chinesischen Aktienmarkt - nach den USA der zweitgrößte weltweit - ein wichtiger Wendepunkt. In jüngster Zeit waren die Handelsbeschränkungen für ausländische Anleger in China langsam abgebaut worden.

In den vergangenen Jahren hatte MSCI jedoch stets hervorgehoben, dass der chinesische Markt nicht genügend zugänglich oder transparent sei, um eine Aufnahme der Festlands-Aktien in die Indizes zu rechtfertigen. Lediglich die auswärts - in Hongkong oder New York - gelisteten chinesischen Aktien fanden den Weg in die Indizes von MSCI.

Sollten nun die A-Aktien aufgenommen werden, müssten die nach den MSCI-Indizes ausgerichteten Investitionen von Fondsmanagern, einschließlich Pensionsfonds und Versicherern, die entsprechenden Werte in ihre Portfolios einfügen. Auch Fonds, die ihre Performance mit den MSCI-Indizes messen, müssten wahrscheinlich solche Aktien zukaufen.

So ist zum Beispiel der MSCI Emerging Markets Index die wichtigste Richtgröße für die Entwicklung von Aktien in Schwellenländern und wird von Fondsmanagern als Basis genommen, die Anlagen im Umfang von insgesamt 1,6 Billionen Dollar verwalten.

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/raz/cln

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April 20, 2017 10:46 ET (14:46 GMT)

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