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Samsung will Forderungen von Elliott prüfen - Aktie steigt
06.10.16 / 08:27 (0 mal gelesen)

Von Jonathan Cheng und David Benoit

SEOUL (Dow Jones)--Trotz anhaltender Negativschlagzeilen um defekte Smartphone-Akkus erklimmt die Aktie des Elektronikriesen Samsung immer neue Höchststände. Am Donnerstag zog das Papier in der Spitze um weitere 5 Prozent an. Der aktivistische Investor Elliott Management hat ungewöhnlich deutlich tiefgreifende strukturelle Änderungen und eine Sonderdividende gefordert. Samsung erklärte daraufhin, die Vorschläge eingehend zu prüfen.

Die Investmentgesellschaft des einflussreichen Fondsmanagers Paul Singer fordert eine Restrukturierung und Aufspaltung von Samsung in zwei Geschäftsbereiche. Die Strukturen des Konglomerats seien unnötig komplex, heißt es in einem offenen Brief an die Südkoreaner. Das belaste die Aktienkursentwicklung des weltweit größten Smartphoneherstellers mit einer Marktkapitalisierung von rund 230 Milliarden US-Dollar.

Zudem drängt Elliott auf eine Sonderdividende im Volumen von 27 Milliarden Dollar. Außerdem heißt es in dem Brief, dass Samsung unabhängige Boardmitglieder ernennen sollte und Samsung Electronics an der US-Technologiebörse Nasdaq notiert werden sollte.

Samsung Electronics ist das Kronjuwel des Konglomerats, das von der Lee-Familie kontrolliert wird. Die Unternehmen der Familie spielen in der südkoreanischen Wirtschaft eine dominante Rolle. Die Firmen sind in ganz unterschiedlichen Bereichen wie Immobilien, Versicherungen, Mode und eben Elektronikprodukten tätig.

Singer bei Samsung kein Unbekannter

Eine Sprecherin des Unternehmens erklärte auf Anfrage, dass man die Vorschläge von Elliott "sorgfältig" prüfen wolle.

Die mit Elliott verbundenen Unternehmen Blake Capital und Potter Capital halten nach eigenen Angaben zusammen rund 0,62 Prozent an Samsung Electronics.

Informierte Personen erklärten, dass Elliott Verhandlungen mit Samsung führen wolle und der Ton des Briefes weitgehend freundlich gewesen sei. Im Vorfeld der Veröffentlichung des Schreibens habe Elliott aber keine Gespräche mit Samsung geführt, so die eingeweihten Personen.

Die Forderungen des Hedgefonds decken sich in Teilen mit denen vom vergangenen Jahr. Damals, als Samsung C&T Corp mit einer anderen Firma des Konglomerats fusionierte, kritisierte Elliott unter anderem, dass die Lee-Familie von der Fusion zu Lasten kleinerer Aktionäre profitierte. Zudem forderte der Hedgefonds damals Änderungen bei der Führung der Konglomerats.

Die Kritik von Elliott kommt für Samsung zu einem delikaten Zeitpunkt. Die Südkoreaner kämpfen derzeit mit dem Rückruf von Galaxy Note 7 Smartphones wegen defekter Akkus. Trotz der Rückrufaktion und des Imageschadens klettert die Aktie des Unternehmens aber unaufhaltsam. Auch der jüngste Bericht, wonach ein Flugzeug in den USA wegen qualmender Samsung-Smartphones geräumt werden musste, konnten der Aktie nichts anhaben.

Thronfolger Lee Jae-yong strukturiert Samsung neu

Unter der leitenden Hand des Thronfolgers Lee Jae-yong hat sich Samsung bereits zuletzt entschieden, Randbereiche zu verkaufen, um dadurch Barmittel zu generieren. Sein Vater, Chairman Lee Kun-hee, der nach einem Herzanfall ausfällt, hat ehemals die Expansion in das Halbleiter- und Smartphone-Geschäft begleitet.

Die Gesellschaft will nun auch in andere Bereiche, wie etwa Biopharmazeutika, investieren. Das Samsung-Imperium erstreckt sich auf rund 70 Firmen, die über ein Netz von Überkreuzbeteiligungen miteinander verbunden sind.

Analysten und Investoren beobachten die Geschicke des Thronfolgers, um zu sehen, ob er den Konzern erfolgreich in neue Geschäftsbereiche führen kann.

Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

DJG/DJN/kla/smh

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October 06, 2016 02:27 ET (06:27 GMT)

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