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TOP EU: IWF besorgt über lang anhaltendes Niedrigzinsumfeld
06.04.17 / 18:00 (0 mal gelesen)

Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)--Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat sich besorgt zu der Möglichkeit geäußert, dass das aktuell in vielen Industrieländern zu beobachtende Umfeld aus niedrigem Wachstum und niedrigen Zinsen länger anhalten könnte. In einer Vorabveröffentlichung seines Globalen Finanzstabilitätsberichts warnt der IWF, dass andauernd niedrige Zinsen Versicherer und Banken vor große Herausforderungen stellen würden.

Der IWF sieht seine Befürchtung eines anhaltenden Niedrigzinsumfelds vom Beispiel Japans gestützt, dessen Entwicklung seit längerer Zeit von demografischer Alterung und schwachem Produktivitätswachstum geprägt ist. Vor allem kleinere Banken gerieten so unter Konsolidierungsdruck. Zudem führe die flache Zinskurve dazu, dass Institute mehr Risiken eingingen, was der Finanzstabilität abträglich sei, warnt die in Washington ansässige Organisation.

Der IWF nimmt an, dass langsameres Wachstum und eine alternde Bevölkerung die Kreditnachfrage von Haushalten und Unternehmen schwächen, aber dafür die Nachfrage nach liquiden Bankeinlagen und Transaktionsdienstleistungen stärken würden. "Folglich könnte sich das Bankgeschäft in Industrieländern stärker in Richtung gebührenfinanzierter Dienstleistungen entwickeln", prognostiziert der IWF.

Auch die Geschäfte von Versicherern wären in diesem Umfeld laut IWF einem starken Wandel unterworfen. Sparpläne, die auf Pensionszusagen von Arbeitgebern beruhen, würden gegenüber Sparplänen unattraktiver werden, die auf regelmäßigen Beitragszahlungen von Arbeitgebern und/oder Arbeitnehmern basieren.

Die steigende Lebenserwartung dürfte laut IWF zudem die Nachfrage nach der Versicherung von Ansprüchen auf Gesundheits- und Pflegedienstleistungen steigen lassen. Der IWF rechnet in diesem Szenario zudem damit, dass die Nachfrage nach langfristigen Versicherungsprodukten mit festem Auszahlungsbetrag sinken und dafür die Nachfrage nach passiv gemanagten Indexfonds von Vermögensverwaltern zunehmen würde.

Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/smh

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April 06, 2017 12:00 ET (16:00 GMT)

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