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Aktien Asien: Lockere japanische Geldpolitik schiebt Nikkei auf Jahreshoch
20.12.16 / 10:10 dpa-AFX (0 mal gelesen)

TOKIO/HONGKONG/SHANGHAI/SYDNEY/MUMBAI (dpa-AFX) - Nach dem überwiegend mauen Wochenstart haben die wichtigsten Börsen Asiens am Dienstag keine einheitliche Richtung gefunden. Der Tokioter Nikkei 225 reagierte mit einem neuen Höchststand seit einem Jahr auf die unverändert lockere Geldpolitik der japanischen Notenbank. Dagegen ging es für die Handelsplätze auf dem chinesischen Festland und in der Sonderverwaltungszone Hongkong weiter abwärts. Begleitet von einem Ausverkauf an den Anleihenmärkten rutschte der chinesische CSI 300 auf den tiefsten Stand seit acht Wochen ab.

Der japanlastige Stoxx 600 Asia Pacific notierte zuletzt mit 0,02 Prozent auf 178,13 Punkte nahezu unverändert. Der japanische Leitindex Nikkei 225 erholte sich von seinem schwachen Wochenauftakt und markierte bei 19 511 Punkten einen neuen Rekord für das laufende Jahr. Am Ende ging er mit einem Plus von 0,53 Prozent auf 19 494,53 Zähler aus dem Handel. Dies war der höchste Schlussstand seit Anfang Dezember 2015.

Dabei konnte der Aktienhandel in Tokio vom abermals gesunkenen Yen profitieren, da die günstigere Heimatwährung die Exportchancen der Unternehmen verbessert. Die japanische Notenbank gab eine optimistischere Einschätzung zur wirtschaftlichen Lage des Landes ab und will ihren extrem lockeren geldpolitischen Kurs beibehalten.

In China deutet unterdessen alles darauf hin, dass die Börsen das Jahr mit deutlichen Verlusten beenden werden. Die anhaltende Kapitalflucht aus dem Land sorgte für einen Ausverkauf am Markt für Staatsanleihen und einen weiteren Verfall der Landeswährung: Der Yuan rutschte auf ein Acht-Jahres-Tief ab, gleichzeitig verstärken sich wieder die Sorgen um Chinas Wirtschaft. Die Angst, dass durch das Vorgehen der Regierung gegen Spekulanten und eine mögliche Immobilienblase zahlreiche Unternehmen in Bedrängnis geraten könnten, belastete auch die Stimmung an den Aktienbörsen.

Für den CSI 300 , der die größten Werte an den Festlandbörsen Shanghai und Shenzhen abbildet, beträgt das Minus seit Jahresbeginn derzeit mehr als 10 Prozent. Am Dienstag verlor der Index 0,60 Prozent auf 3309,06 Punkte, damit ist die Erholung der vergangenen zwei Monate komplett wieder zunichte. Für den Hang Seng in Hongkong, der bereits am Vortag ein neues Viermonats-Tief erreicht hatte, ging es um weitere 0,47 Prozent auf 21 729,06 Punkte abwärts.

Dabei litt vor allem der Bankensektor. Aktien der Bank of China etwa verloren mehr als ein Prozent, die ebenfalls in Hongkong notierten HSBC-Papiere gaben mehr als 2 Prozent nach. Medienberichten zufolge will die chinesische Notenbank bereits im ersten Quartal des neuen Jahres ihre Kontrolle über Grauzonen des Finanzsystems verstärken. Konkret richtet sich der Vorstoß gegen die Vermögensverwalter, die bislang unter dem Radar der Regulierer operierten. Dies dürfte kurzfristig eine Belastung auch für den Bankensektor bedeuten, sagte ein Börsianer. Das "Schattenbankensystem" in China wird bereits seit Jahren als Gefahr für die Wirtschaft bezeichnet.

Die Börse in Australien knüpfte an ihren positiven Wochenauftakt an: Für den Leitindex ASX 200 in Sydney ging es um 0,52 Prozent auf 5591,08 Punkte hoch. Am indischen Aktienmarkt notierte der Sensex-Index , der erst später schließt, zuletzt mit 0,44 Prozent im Minus bei 26 259,11 Punkten./tav/fbr

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