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Börse Frankfurt-News: Viele Chancen jenseits der Grenze (Auslandsaktien)
12.01.17 / 15:55 dpa-AFX (0 mal gelesen)

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 12. Januar 2017.Ein Vergleich über alle Kontinente hinweg: Mit Goldman Sachs, AMD und Samsung lagen Anleger 2016 genau richtig. Außerdem ging es für Minenaktien nach vielen harten Jahren steil nach oben.

An den weltweiten Aktienmärkten gab es 2016 viele Gewinner. Im Vergleich zu anderen Ländern fiel das DAX-Plus von knapp 7 Prozent noch bescheiden aus. Deutlich größere Kurszuwächse verzeichneten zum Beispiel - von Anfang 2016 bis zum 4. Januar 2017 in Lokalwährung - die Börsen in den USA mit 14,4 Prozent, in Kanada mit 19,3 Prozent, in Großbritannien mit 15,2 Prozent und Norwegen mit 19,1 Prozent.

Noch deutlicher legten Schwellenländer zu, wie Brasilien mit 42,1 Prozent, Argentinien mit 55,6 Prozent, Kolumbien mit 20,4 Prozent oder Russland mit 28,9 Prozent. Risikofreudige kamen in Venezuela auf 118 Prozent, Ägypten auf 80 und Pakistan auf 48 Prozent. Allerdings wurden die Kursgewinne für Euro-Anleger nicht selten durch Währungsverluste zunichte gemacht - etwa in Venezuela.

Rohstoffwerte als Profiteure

"Weit überdurchschnittlich entwickelt haben sich vor allem Indizes mit vielen Rohstoffwerten, etwa der brasilianische und der russische", stellt Jan Vrbsky von der Baader Bank fest. Kräftig zulegen konnten zum Beispiel Aktien des weltgrößten Eisenerzförderers Vale (WKN 897998), der britisch-australischen Bergbaukonzerne Rio Tinto (WKN 852147) und BHP Billiton (WKN 908101) und des Schweizer Rohstoffkonzerns Glencore (WKN A1JAGV). So hat sich der Glencore-Kurs an der Börse Frankfurt verdreifacht.

Am unteren Ende der Länderliste finden sich die Börsen von Nigeria, aber auch China, Portugal, Dänemark und Italien. "Die Lage in Portugal ist immer noch sehr instabil, und Italien leidet unter den Problemen im Finanzsektor", erklärt Vrbsky. "In Dänemark gibt es hingegen einen Sondersituation: Eigentlich geht es dem Land gut, nur die Index-Schwergewichte Novo Nordisk und Coloplast sind 2016 schlecht gelaufen."

Aufsteiger Goldman Sachs

Unter den Überfliegern auf Einzelaktienebene sind auch große Namen. "Beispiele sind Goldman Sachs, AMD und Samsung", berichtet Walter Vorhauser von Oddo Seydler. Einen geradezu rasanten Kursanstieg erlebte Goldman Sachs (WKN 920332): Im Juni kostete die Aktie der US-Investmentbank an der Börse Frankfurt noch 126 Euro, mittlerweile sind es 230 Euro. Das liegt nicht nur am US-Dollar-Anstieg, von dem Halter US-amerikanischer Aktien aus der Eurozone profitieren. "Goldman hat trotz Finanzkrise immer am Investment Banking festgehalten, das hat sich ausgezahlt."

Auslöser für die jüngste Kursexplosion war allerdings die Trump-Wahl Anfang November. Seitdem wird mit höheren Zinsen gerechnet und darauf gehofft, dass die Regulierung der Branche zurückgefahren wird. "Außerdem steigt der politische Einfluss der Bank, da der ehemalige Goldman-Manager Steven Mnuchin neuer US-Finanzminister wird und mit Stephan Bannon und Gary Cohn zwei weitere frühere bzw. aktive Goldman-Manager wichtige Berater Trumps werden."

Chipbranche erholt sich

Noch besser lief es für Aktionäre des US-Chipherstellers AMD. Die Aktie (WKN 863186) kletterte an der Börse Frankfurt von 2,77 Euro Ende 2015 auf 11,17 Euro Ende 2016 - hat sich damit also vervierfacht. "Der gefallene Engel ist wieder auferstanden", bemerkt Vorhauser. AMD ist nicht das einzige Unternehmen aus der Halbleiterindustrie, für das es 2016 wieder aufwärts ging, auch der Anlagenbauer Applied Materials (WKN 865177), der Chiphersteller Texas Instruments (WKN 852654) und der deutsche Infineon-Konzern (WKN 623100) konnten kräftig zulegen. "Einen besonderen Schub erhielt AMD durch eine im November angekündigte Partnerschaft mit Google, der Konzern will Grafikprozessoren von AMD in seine Cloud-Plattform integrieren." Dann gab es Vorhauser zufolge noch Gerüchte um einen Zusammenarbeit mit Intel. "Kurz darauf stufte Merrill Lynch die Aktie von Underperform' auf Kaufen' hoch, andere Analysten folgten."

Samsung steckt Handy-Debakel weg

Auch Samsung gehört zu den großen Gewinnern. Die nicht stimmberechtigten Aktien (WKN 881823) stiegen an der Börse Frankfurt 2016 um 33 Prozent auf 561 Euro, jetzt kosten sie sogar 605 Euro. Bei den GDRs des koreanischen Mischkonzerns (WKN 896360) fällt das Kursplus noch höher aus. "Das ist angesichts des Eklats um das Galaxy Note 7-Handy, das wegen Brandgefahr vom Markt genommen werden musste, schon beachtlich", findet Vorhauser. Das jüngste Kursplus sei auf die Vorstellung eines neuen Akkus für Elektroautos auf der Automesse in Detroit zurückzuführen: "Samsung hat ein Akku mit Reichweite von bis zu 600 km und Ladezeit von nur 30 Minuten präsentiert, das ist ein riesiger Fortschritt."

Branchenrotation im neuen Jahr

Für das neue Jahr sieht Vorhauser Chancen in Europa. "Hier gibt es noch Nachholbedarf, etwa bei Aktien aus der Bank- oder Baubranche." Der US-Markt sei hingegen schon weit gelaufen. Die Volatilität werde nochmals steigen, unter anderem auch wegen der anstehenden Wahlen in Europa und weiteren US-Zinserhöhungen. "Die Kurshochs haben wir wohl noch nicht gesehen, es sind aber Rückschläge möglich."

von: Anna-Maria Borse 12. Januar 2017.

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