Nach oben
Marktberichte
Börse Frankfurt-News: Noch ein Jahr der Aktien (Jahresausblick 2017)
02.01.17 / 11:06 dpa-AFX (0 mal gelesen)

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 2. Januar 2017. Nach einem erfreulichen Börsenjahr 2016 scheint der Schwung erst einmal weg zu sein. Die meisten Analysten erwarten aber auch für 2017 steigende Kurse.

Trotz zahlreicher Unwägbarkeiten: Für das neue Börsenjahr überwiegt ein moderater Optimismus. Das vom neuen US-Präsidenten Trump angekündigte Konjunkturprogramm inklusive Steuersenkungen, rückläufige Arbeitslosenzahlen gekoppelt mit leichtem Wachstum in der Eurozone und Rückenwind für Schwellenländer durch die steigenden Rohstoffpreise lassen zuversichtlich in die Zukunft blicken. Doch es gibt auch eine Reihe von Risiken, vor allem politischer Natur: die anstehenden Wahlen in den Niederlanden, Frankreich, Deutschland und Italien, der Trumpsche Protektionismus und mögliche Schockwellen durch weitere Terroranschläge.

Der DAX steht am Montagmorgen bei 11.575 Punkten leicht im Plus, 2016 hatte er um knapp 7 Prozent auf 11.481 Punkte zugelegt. Der Dow Jones kommt auf ein Jahresplus von 13,4 Prozent, der S&P 500 auf 9,5 Prozent.

Dividendenregen in Deutschland

"Wir erwarten, dass die DAX-Unternehmen im nächsten Jahr 30,7 Milliarden Euro an Dividenden ausschütten werden", erklärt Andreas Hürkamp von der Commerzbank. Das seien 5 Prozent mehr als 2016. "Dieser positive Dividendenausblick ist neben dem starken globalen M1-Geldmengenwachstum ein wichtiger Grund, warum wir 2017 auf einen steigenden DAX setzen."

Heftige Schwankungen

Laut Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck, ist es zwar unwahrscheinlich, dass 2017 ein herausragendes Jahr für Aktien wird. "Aber dank etwas mehr Wachstum bei ausreichender Liquidität und aufgrund des Mangels an lukrativen Anlagealternativen dürfte einer leicht positiven Performance nicht allzu viel im Wege stehen." Die Bank geht davon aus, dass die Aktienmärkte insgesamt im mittleren einstelligen Prozentbereich anziehen werden. Anleger sollten mit höheren Schwankungen rechnen, wodurch sich aber auch Chancen ergäben - vor allem kurzfristig. Die Bank setzt unter anderem auf rohstoffexportierende Schwellenländer.

Europa als Überraschungskandidat

Zumindest bezüglich der USA mahnt die Deutsche Asset Management zur Vorsicht: "Auch wenn die neue US-Regierung sicherlich in ihrem Handlungsdrang durch einen republikanisch dominierten Kongress weitgehend unterstützt werden dürfte, wird dies die Märkte 2017 kaum noch weiter treiben können", erklärt sie in ihrem CIO-Ausblick für 2017. Die USA handelten wieder nahe den historischen Bewertungshochs. "Aufgrund der hohen Erwartungen gegenüber den USA und den geringen gegenüber Europa könnte das positive Überraschungspotenzial 2017 in Europa liegen", meint Thomas Schüßler.

Technik: Kurzfristig Konsolidierung wahrscheinlich

Technisch gibt es aktuell Warnzeichen: "Einige Indikatoren haben Verkaufssignale generiert, weshalb der Jahresauftakt unruhig werden könnte", meint Christoph Geyer von der Commerzbank. Die Volatilität werde voraussichtlich wieder steigen. Nach dem dynamischen Ausbruch aus der seit Anfang August bestehenden Seitwärtsspanne habe der DAX den steilen kurzfristigen Aufwärtstrend zur Seite verlassen und einen neuen, sehr engen Seitwärtstrendkanal generiert. Doch die Umsätze fehlten, der MACD-Indikator habe inzwischen ein Verkaufssignal gebildet. "Wegen des zuletzt sehr steilen Aufwärtstrends ist die Überkauftlage beim Stochastik-Indikator wenig aussagekräftig. Es ist trotzdem zu erwarten, dass der DAX dem Dow Jones folgt und eine Konsolidierung einleitet."

"Für den Start ins neue Jahr bieten die Indikatoren eher eine schlechte Ausgangslage, da alle im überkauften Bereich sind", erklärt auch Orlando Rodrigues von Donner & Reuschel. Der MACD sei sogar kurz vor einem Verkaufssignal. Als gute Orientierung biete sich der Punktestand von 11.430 an. "Kurse oberhalb davon deuten auf einen weiteren Anstieg bis auf 11.800. Kurse unterhalb sprechen eher für eine Konsolidierung und einen ruhigeren Handelsstart in das Jahr 2017."

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten

Montag, 2. Januar

USA/Asien:Börsenfeiertag in den USA und an den wichtigsten asiatischen Börsen

Dienstag, 3. Januar

9.55 Uhr. Deutschland: Arbeitslosenzahlen Dezember.

Mittwoch, 4. Januar

11.00 Uhr. Eurozone: Verbraucherpreise Dezember. Laut DekaBank dürfte die Inflationsrate geradezu sprunghaft auf 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen sein. Als Grund werden die kräftigen Preiserhöhungen von Benzin, Diesel und vor allem Heizöl genannt. Außerhalb der Bereiche Energie und Nahrungsmittel sei der Preisauftrieb aber wohl sehr moderat geblieben, die Analysten erwarten eine unverändert niedrige Kernrate von 0,8 Prozent.

9.55 Uhr. USA: Protokoll der Notenbanksitzung vom 13./14. Dezember.

Freitag, 6. Januar

14.30 Uhr. USA: Arbeitslosenzahlen Dezember. Basierend auf der dünnen Datenlage könnte der Beschäftigungsaufbau laut DekaBank mit 190.000 Stellen verhältnismäßig kräftig ausfallen. Für die Arbeitslosenquote wird ein Anstieg auf 4,7 Prozent prognostiziert.

Möchten Sie den Wochenausblick kostenlos per E-Mail erhalten, dann melden Sie sich an auf boerse-frankfurt.de/newsletter.

von: Anna-Maria Borse, 2. Januar 2017

© Deutsche Börse AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

Implemented and powered by Factset.

Auszeichnungen Spitzenleistungen sind unser Maßstab. Mehr über maxblue