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Marktberichte
Börse Frankfurt-News: "Zurückhaltung oder Angst vor Déjà-vu" (Markstimmung)
04.01.17 / 15:03 dpa-AFX (0 mal gelesen)

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 4. Januar 2017. Trotz des robusten Aktienmarkts nehmen institutionelle Investoren eine abwartende Haltung ein, private agieren etwas forscher - unterm Strich ein positives Szenario für die ersten Handelstage.

Zusammenfassung

Während sich die professionellen Investoren zu jeweils 4 Prozent auf die Long- und die Short-Seite bewegt haben, sind die Privatanleger deutlich optimistischer als vor dem Jahreswechsel. 7 Prozent sind in DAX-Aktien eingestiegen, 2 Prozent aus ihren Short-Engagements herausgegangen.

Der Sentiment-Index der Institutionellen steht mit +7 Punkten nicht weit über der neutralen Nulllinie, der der Privaten mit +14 Punkten ein Stück darüber. Der DAX hat seit der letzten Erhebung am 21. Dezember 110 Punkte zugelegt - mit deutlichen Spitzen und einem Schlusssprint vor Jahresschluss.

Joachim Goldberg vermutet, dass die institutionellen Investoren sich noch sehr gut an den Fehlstart Anfang 2016 erinnern und deshalb vorsichtig bleiben, für sie spiele der Bilanzstichtag eine besondere Rolle und die Latte hänge mit 11.481 Punkten hoch. Bei privaten Anlegern spiele die Marke eher keine Rolle. Damit sieht der Verhaltensökonom günstige Vorzeichen für deutsche Aktien. Rücksetzer unter 11.400 Punkte "könnten die Investoren durchaus zu stützenden Käufen verführen."

Wer sich noch an den Start des vergangenen Jahres erinnert, dem wird sicherlich sogleich der herbe Kursverlust des DAX in den Sinn kommen, den die Börsianer damals direkt vom ersten Tag an zu verkraften hatten. Und dies war umso pikanter, als wir in der ersten Stimmungsumfrage des Jahres 2016 auch noch den höchsten Optimismus des ganzen Jahres ermittelt hatten.

Jetzt ist das Bild ein anderes. Dabei hält sich die gute Stimmung unter den mittelfristig orientierten institutionellen Anlegern in Grenzen. Denn der Börse Frankfurt Sentiment-Index hat sich gegenüber der letzten Befragung des Vorjahres mit einem Stand von +7 Punkten nicht verändert. Allerdings hat sich die Polarisierung zwischen Bullen und Bären verschärft, da beide Gruppen einen Zuwachs um jeweils 4 Prozent aller Befragten verzeichnen, so dass zurzeit mehr als 80 Prozent aller Teilnehmer unserer Umfrage immerhin eine klare Meinung zur Entwicklung des DAX in den kommenden Wochen haben.

Man könnte sich nun natürlich fragen, warum der Optimismus hierzulande nicht deutlicher ausgefallen ist. Zumal in den USA seit der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten die Hoffnung auf fiskalpolitische Programme und Maßnahmen, verbunden mit großen Hoffnungen auf positive ökonomische Impulse, weiter gestiegen ist. Es gibt nicht wenige, die gar von einem Paradigmenwechsel sprechen. Haben die Investoren hierzulande also wirklich Angst, von dem ganzen Kuchen nichts abzubekommen? Oder wollte man ganz einfach angesichts des möglicherweise erlebten Fehlstarts im vergangenen Jahr einfach nur zurückhaltend bleiben? Tatsächlich wird die Uhr mit dem Jahreswechsel gewissermaßen auf null gestellt, weshalb vor allen Dingen dem letzten Referenzpunkt des DAX von 2016, dem Jahresschlusskurs von 11.481 Punkten, für die künftige Wahrnehmung von Gewinnen und Verlusten eine besondere Bedeutung zukommt.

Agile Privatanleger

Unterdessen haben sich die Privatanleger wesentlich agiler gezeigt, denn der Börse Frankfurt Sentiment-Index ist bei dieser Gruppe um 9 Punkte auf einen Stand von +14 Punkte angestiegen. Dabei hat das Lager der Optimisten in erster Linie von ehemals neutral eingestellten Akteuren profitiert. Im Vergleich zu den institutionellen Pendants war bei den Privatanlegern die Ausgangslage allerdings auch pessimistischer gewesen.

Während also insbesondere für institutionelle Anleger der Bilanzstichtag eine besondere Rolle spielt, dürfte dieses Datum bei vielen Privatinvestoren einen geringeren Einfluss auf ihre Entscheidungen haben. Für Erstere beginnt sozusagen ein neues Rennen, so dass diese Gruppe möglicherweise gerade am Anfang etwas vorsichtiger agiert, was sich auch am niedrigeren Sentiment-Index zeigt. Damit stehen die Vorzeichen für den DAX per Saldo recht günstig, denn Rücksetzer unter das Tief seit unserer vergangenen Umfrage vom 21. Dezember bei etwas mehr als 11.400 Zählern könnten die Investoren durchaus zu stützenden Käufen verführen.

von: Joachim Goldberg

4. Januar 2017

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© Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de

Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positiven in negative Werte markiert die neutrale Linie. Die Werte des früheren Cognitrend Bull/Bear-Index sind auf die neue Skalierung umgerechnet worden.

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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