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ANALYSE/Internetgeld Bitcoin nähert sich mal wieder einem Kursrekord
23.02.17 / 12:34 DJN (0 mal gelesen)

Von Paul Vigna

NEW YORK (Dow Jones)--Die Internetwährung Bitcoin testet einmal mehr ihre Allzeithochs aus. Als Kurstreiber erweisen sich Umwälzungen in China sowie Japan und Spekulationen über einen möglichen Bitcoin-Indexfonds. Zuletzt kostete ein Bitcoin bis zu 1.125 US-Dollar. Als das digitale Geld Anfang Januar schon einmal solche Kursstände markierte, setzte postwendend ein massiver Ausverkauf um mehr als ein Viertel des Werts ein. Das verdeutlicht: Das Zahlungsmittel ist an Volatilität kaum zu überbieten.

Bitcoins kennen keine Heimat und keine Zentralbank. Sie funktionieren rein auf Grundlage eines dezentralisierten Netzwerks miteinander verbundener Computer. Im Zentrum stehen verschlüsselte Konten, die die Anonymität der Nutzer schützen, und eine große offene Datenansammlung, die jede Transaktion für jeden einsichtbar macht und Fälschungen verhindert. Seit dem Bitcoin-Start im Jahr 2009 explodierte dessen Geldmenge praktisch von null auf mehr als 18 Milliarden Dollar.

Peking griff in Bitcoin-Markt drastisch ein

In den vergangenen Monaten erlebte der Bitcoin-Markt nach Eingriffen der chinesischen Zentralbank erhebliche Turbulenzen. So hatte die Börse auf Bitcoins lautende Kapitalabflüsse zu stoppen, solange die Systeme noch nicht einer Regulierung gegen Geldwäsche entsprachen. Zugleich mussten plötzlich Handelsgebühren erhoben werden. Vorher gab es an den chinesischen Handelsplätzen keine solchen Einschränkungen. Der vorherige Wegfall von Gebühren hatte einiges zur massiven Spekulation beigetragen.

Dieses Machtwort aus Peking verlagerte einen Gutteil des Handels nach Japan. Nunmehr steht der Yen für 56 Prozent des Handelsvolumens, so die Webseite Crypto Compare. Der US-Dollar kommt mit 24 Prozent an zweiter Stelle, darauf folgt der Yuan mit 9 Prozent. Unter dem Strich waren die chinesischen Behörden äußerst effektiv. Vor ihrem Einschreiten machte der Yuan bis zu 98 Prozent des Handelsvolumens aus.

Kein Bitcoin-Kasino mehr

Mike Kayamori, Chef der japanischen Bitcoin-Börse Quoine, spricht von einem zweischneidigen Messer. Zum einen habe sich das Handelsvolumen dramatisch erhöht. Er spricht aber von einem stabilen, dauerhaften Geschäft, das gut in den allgemeinen Devisenhandel passe und nicht allein eine Plattform für Bitcoin-Spekulanten bedeute. "Die Tage des Bitcoin-Kasinos sind vorbei."

Eine ganz andere Entwicklung ergibt sich aber auch in Japan von der Regulierungsseite her. So könnte die Finanzaufsicht das Internetgeld unter seinen Schirm bringen. Das wird allgemein begrüßt, da die Währung dadurch tendenziell an Akzeptanz gewinnt, wenn bestimmte Regeln verbindlich gelten.

In den USA winkt Zulassung eines Bitcoin-Indexfonds

Derweil treibt in den USA die mögliche Zulassung eines Bitcoin-Indexfonds den Preis. Das eröffnete ganz seriösen Investoren Anlagemöglichkeiten. Derzeit ergeben sich drei Vorschläge für die US-Börsenaufsicht SEC. Noch ist offen, welcher davon letztlich umgesetzt wird oder ob es überhaupt zu einem solchen Indexfonds kommt.

Bereits aus dem Jahr 2013 stammt der Vorschlag für einen Bitcoin-Indexfonds. Bis zum 11. März will sich die SEC mit ihrer Entscheidung maximal Zeit lassen. Analyst Spencer Bogart gibt der Internetwährung nur eine Chance von 25 Prozent. Doch sollte sich die SEC tatsächlich auf einen Indexfonds einlassen, könnten seiner Schätzung nach bereits in der ersten Woche 300 Millionen Dollar in ihn fließen. Das ist für eine Währung ein hohes Volumen, die derzeit nur mit 40 Millionen Dollar am Tag gehandelt wird.

Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

DJG/DJN/axw/smh

(END) Dow Jones Newswires

February 23, 2017 06:34 ET (11:34 GMT)

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