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ROUNDUP: Aida setzt künftig auf Gasantriebe bei Kreuzfahrtschiffen
21.02.17 / 15:49 dpa-AFX (0 mal gelesen)

PAPENBURG (dpa-AFX) - Mit einem symbolischen Stahlschnitt haben die Reederei Aida und die Meyer Werft im emsländischen Papenburg den Startschuss zum Bau einer neuen Kreuzschiffgeneration gegeben. Die Werft soll bis Frühjahr 2021 zwei neue Schiffe mit je 2500 Kabinen für den deutschen Kreuzfahrt-Marktführer bauen. Das erste der noch namenlosen Schiffe soll im Herbst 2018 fertiggestellt und im Dezember 2018 in Dienst genommen werden. Die Besonderheit: Erstmals sollen die neuen Schiffstypen komplett mit Flüssigerdgas (LNG) betrieben werden, das als umweltfreundlicherer Antrieb als Diesel oder Schweröl gilt.

Für Aida sei der Produktionsbeginn ein bedeutender Tag, sagte der Präsident der Reederei, Felix Eichhorn, am Dienstag. Bereits mit der "Aidaprima" seien erste Erfahrungen mit dem LNG-Antrieb gesammelt worden, allerdings wird dieses Schiff nur bei Aufenthalten im Hafen mit Gas betrieben. "Wir müssen noch einige Steine beiseite räumen, auch regulatorische Änderungen und Veränderungen in der Lieferlogistik, aber wir sind positiv gestimmt", sagte Eichhorn. Aida sehe sich bei umweltfreundlicheren Antrieben in einer Vorreiterrolle.

Für die Werft sei das neue Schiff ein technologischer Meilenstein, sagte Geschäftsführer Tim Meyer. "Ein Kreuzfahrtschiff, komplett mit LNG, das haben wir noch nicht gehabt." Die neue Technik werde sicher auch Anklang bei anderen Reedereien finden.

Aida hatte bereits von 2007 bis 2013 sieben Kreuzfahrtschiffe auf der Meyer Werft bauen lassen, gab aber in der Zwischenzeit den Auftrag für zwei Kreuzfahrtschiffe an Mitsubishi Heavy Industries in Japan. Dort verzögerte sich aber die Ablieferung der "Aidaprima" um ein Jahr. Eichhorn sprach von einer "strategischen Partnerschaft", die Aida für die Entwicklung des neuen Antriebs mit der Meyer Werft geschlossen habe. "Wir sind froh, dass wir diese strategische Partnerschaft auch in Zukunft fortsetzen können."

Angesichts des harten Wettbewerbs sei die langfristige Partnerschaft mit Reedereien wichtig für die Werft, sagte Meyer. Es sei damit zu rechnen, dass künftig auch asiatische Werften in den Bau von Hightech-Schiffen einsteigen werden. "Da müssen wir uns warm anziehen und gut aufstellen", sagte er. Derzeit beschäftigt die Meyer Werft in Papenburg rund 3300 eigene Mitarbeiter.

Im Besucherzentrum der Werft können Besucher den Bau der Ozeanriesen verfolgen. Eigens für Aida wurde eine neue Dauerausstellung eingerichtet. Das Zentrum kommt derzeit auf 250 000 Besucher pro Jahr./eks/DP/stb

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