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FOKUSTHEMA DIVIDENDE

Mit Dividenden am Gewinn der Unternehmen teilhaben

  • In Deutschland läuft die Dividendensaison
  • Ausschüttungen können zum Anlageerfolg beitragen
  • Bei Titelauswahl nicht nur auf Dividendenrendite achten

April und Mai sind für viele Anleger die spannendsten Monate des Jahres: Es ist die Zeit der Hauptversammlungen der meisten DAX-Unternehmen. Auf diesen werden nicht nur die Geschäftszahlen des vergangenen Jahres vorgestellt, es wird auch die Höhe der Dividende beschlossen. Dieses Jahr dürfen sich die Aktionäre der 30 DAX-Unternehmen erneut auf Rekordausschüttungen freuen: Allein die Konzerne im deutschen Leitindex dürften 31,6 Milliarden Euro ausschütten – nach 29,8 Milliarden Euro im Vorjahr. Von den 160 Unternehmen in den Indizes DAX, MDAX, SDAX und TecDAX zahlen voraussichtlich 137 eine Dividende, wodurch insgesamt 46,3 Milliarden Euro an die Anleger fließen könnten.

Dividenden können maßgeblich zur Performance beitragen

So hoch diese Zahl, so groß ist auch der Beitrag, den Dividenden zur Performance eines Aktienportfolios leisten können – und das nicht nur bei deutschen Papieren. Der Bundesverband Investment und Asset Management hat errechnet, dass Anleger im breit gestreuten europäischen Aktienindex MSCI Europe in den vergangenen 45 Jahren rund 40 Prozent ihrer Erträge alleine durch Dividenden erzielen konnten. Für den DAX rechnet der Consensus (Durchschnitt der Analysten) mit einer Dividendenrendite von 2,9 Prozent.

Dividendentitel vergleichsweise stabil

Die interessanten Performancemöglichkeiten sind allerdings nicht der einzige Punkt, der für Dividendentitel sprechen könnte – wenn auch Risiken mit einem Investment einhergehen. Mit Blick auf die Kursentwicklung weisen sie zudem eine geringere Schwankungsintensität auf als Papiere ohne Ausschüttungen. Denn langfristig dividendenstarke Unternehmen verfügen oft über ein solides, nachhaltiges Geschäftsmodell. Sie sind zudem meist in Geschäftsfeldern aktiv, in denen seltener sehr hohe, dafür aber relativ konstante Gewinne erwirtschaftet werden. Dementsprechend finden sich viele der Unternehmen mit einer soliden Dividendenhistorie auch in defensiven Sektoren wie der Basiskonsumgüter- oder der Telekommunikationsbranche.

Allgemeine Kursrisiken beachten

Aber auch Dividendentitel sind natürlich nicht unabhängig von den allgemeinen Marktentwicklungen – und unterliegen damit ebenfalls Kursrisiken. Daher gilt es, bei der Auswahl dieselbe Sorgfalt walten zu lassen wie bei allen anderen Aktieninvestments auch. Ein entscheidender Faktor bei der Titelselektion sind die Gewinnerwartungen eines Unternehmens. Sie beeinflussen nicht nur die Entwicklung des Aktienkurses, sondern auch die Nachhaltigkeit der Dividendenpolitik. Denn wenn Ausschüttungen nicht allein aus dem Unternehmensgewinn bestritten werden, muss die Substanz eines Unternehmens angegriffen werden, um eine Dividende zu zahlen – was sich langfristig negativ auf den Unternehmenswert und damit den Aktienkurs auswirkt. Die sogenannte Dividendenrendite – also das Verhältnis zwischen der pro Aktie ausgeschütteten Dividende und dem Aktienkurs – ist daher nicht mehr als ein erster Anhaltspunkt für die Attraktivität einer Aktie. Die Kurslisten der Unternehmen nach den höchsten Dividendenrenditen zu durchforsten, ist für potenzielle Anleger also nicht unbedingt sinnvoll – auch wenn es Anlagestrategien gibt, die sich ein solches Vorgehen zunutze machen.

Seit diesem Jahr spätere Dividendenauszahlung

Wer in den Genuss einer möglichen Dividende kommen möchte, muss die Aktie eines Unternehmens am Tag der Hauptversammlung, dem sogenannten Cum-Tag, bei Handelsschluss in seinem Depot haben. Daran hat sich auch dieses Jahr nichts geändert (hier alle Termine auf einen Blick). Neu hingegen ist, dass die Auszahlung von 2017 an nicht mehr direkt am Folgetag, sondern in der Regel drei Geschäftstage danach erfolgt – wenngleich das Unternehmen auch einen späteren Zeitpunkt festlegen kann. Der Ex-Tag, an dem die Dividende aus dem Aktienkurs herausgerechnet wird, bleibt weiterhin der Tag nach der Hauptversammlung. Wer erst dann eine Aktie kauft, muss auf eine mögliche Dividende ein Jahr warten.