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Biotechnologie: Die neuen Trendfarben sind rot, grün und weiß

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Viele Branchen profitieren von der Biotechnologie

Spannende Aussichten in einer spannenden Branche: Biotechnologie boomt – besonders in Deutschland. Viele junge Hightech-Firmen sind hier angesiedelt und hoffen auf den großen Durchbruch. Aber gerade für diese jungen Unternehmen gibt es auch Risiken – und damit auch für die Anleger in dieser Branche.



Die Biotechnologie gilt als eine der Schlüsseltechnologien für den Produktionsstandort Deutschland. Das sieht auch die Bundesregierung so und stellte im November 2014 eine neue Hightech-Strategie vor. Darin wird u.a. die Bedeutung der Biotechnologie für Deutschland betont, da diese als Grundlagen- und Schlüsseltechnologie in eine Vielzahl weiterer Wirtschaftsbereiche hineinwirke. Diese Bereiche sind unter anderem die Landwirtschaft, Medizin und Industrie.

Doch was versteht man eigentlich unter Biotechnologie?
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) definiert Biotechnologie wie folgt:

Die Anwendung von Wissenschaft und Technologie auf lebende Organismen sowie auf deren Bestandteile, Produkte und Modelle mit dem Ziel, lebende und nicht lebende Materialien für die Produktion von Wissen, Waren und Dienstleistungen zu verändern.



In der Biotechnologie wird zwischen drei Segmenten unterschieden:

  1. Rote Biotechnologie: Die rote Biotechnologie beschreibt die medizinische Anwendung. Hier werden neue therapeutische und diagnostische Verfahren/Medikamente entwickelt.

  2. Grüne Biotechnologie: Die grüne Biotechnologie beschreibt die Nutzung biotechnologischer Verfahren in der Landwirtschaft oder an Pflanzen allgemein. Manchmal wird auch von Agrobiotechnologie gesprochen.

  3. Weiße Biotechnologie: Die weiße Biotechnologie wird in der Industrie angewendet – beispielsweise in Produktionsprozessen oder als ein Bestandteil von Waren wie Waschmitteln oder Hautcremes.

Doch egal, ob für Landwirtschaft, Medizin oder Industrie – für alle Bereiche gilt: Grundlage für eine erfolgreiche Entwicklung ist eine qualitativ hochwertige Forschungslandschaft. Und diese ist in Deutschland auch vorhanden.



Medizin dominiert in Deutschland

Davon profitiert im Moment besonders der Gesundheit/Medizin-Bereich. Mit 48% stammen die mit Abstand meisten Biotech-Anwendungen in Deutschland im Jahr 2013 aus dem Segment der roten Biotechnologie.

biotech
Quelle: BMBF, BIOCOM


Erbinformationen sind besonders wichtig

In der medizinischen Biotechnologie sind Erbinformationen besonders relevant. Je besser Forscher nachvollziehen können, welche Gene für die Produktion bestimmter Eiweißmoleküle zuständig sind, desto wahrscheinlicher können sie zielgerichtete Medikamente entwickeln.

Biotech-Medikamente sind auf dem Vormarsch

Und das mit Erfolg: Im Jahr 2013 trugen biotechnologisch hergestellte Medikamente mit 6,5 Milliarden Euro rund 21% des Gesamtumsatzes der Pharmaindustrie in Deutschland bei, so die Angaben des Verbandes forschender Arzneimittelhersteller (VFA).

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Die weiße und grüne Biotechnologie

Die weiße Biotechnologie macht den Stonewashed-Effekt

In der Lebensmittelproduktion wird schon lange auf die Kraft von lebenden Mikroorganismen gesetzt, wie bei der Erzeugung von Brot, Käse, Bier und Wein. Jetzt hat auch die Industrie-Branche die Biotechnologie für sich entdeckt und arbeitet mit ihr günstiger und ökologischer.

Aber auch bei der Herstellung von Chemikalien, Kunststoffen, Wasch- und Reinigungsmittel oder bei der Produktion von Textilien, Leder und Papier wird die weiße Biotechnologie angewendet. So haben Biotechnologen in der Textilindustrie ein Verfahren entwickelt, um bei Jeans den Stonewashed-Effekt herbeizuführen. Dieser Effekt wurde zuvor aufwendig durch den Einsatz von Bimsstein erzielt.

Grüne Biotechnologie: Kein kommerzieller Anbau von Gentechnik-Pflanzen

Die Landwirtschaft kann mit der Biotechnologie gezielt das Erbgut von Pflanzen verändern. Beispielsweise um ihre Abwehr gegen Schädlinge zu stärken oder mit Hilfe bestimmter Substanzen ihre Erträge zu erhöhen.

Allerdings gibt es in Deutschland keinen kommerziellen Anbau von Gentechnik-Pflanzen mehr. Nach vielen Protesten von Umweltaktivisten wurde im Jahr 2012 der Gesetzgeber aktiv und stellte den damals umstrittenen Anbau der Stärkekartoffel Amflora in Deutschland ein. Die Kartoffel wurde gentechnisch so verändert, dass sie nur eine statt zwei Stärkesorten produziert. Darauf reagierten auch die Unternehmen: Einige verlagerten die Forschung und Entwicklungsaktivitäten zur grünen Gentechnik in die USA – hier gibt es weniger gesetzliche Auflagen und Einschränkungen.

Internationaler Wettbewerb wird schärfer

Insgesamt nimmt der globale Wettbewerb im Bereich der Biotechnologie kontinuierlich zu. In vielen schnell wachsenden und technologisch aufstrebenden Ländern entstehen neue Unternehmen, die um Weltmarktanteile kämpfen.

Im internationalen Vergleich liegt Deutschland bei der Anzahl von reinen Biotechnologie-Unternehmen mit einem Anteil von rund 8% der OECD-Gesamtanzahl auf Rang 4. Führend sind die USA mit 31%, gefolgt von Frankreich mit 18% und Spanien mit 9%.



Finanzierungslücke gefährdet Wettbewerbsfähigkeit

Risiken bestehen für die Unternehmen vor allem in der Finanzierung der häufig sehr kostenaufwendigen Projekte. Speziell in Deutschland kommt es bei vielen Unternehmen nach der Gründungsphase, die durch Fördermittel des Bundes noch optimal begleitet wird, zu finanziellen Engpässen.

Ein Indiz für die schlechte Finanzierungssituation in Deutschland ist laut „db Research“, dass das pro Unternehmen durchschnittliche verfügbare Risikokapital in den USA rund viermal so hoch ist wie in Deutschland. Diese Finanzierungslücke kann das Ziel der deutschen Hightech-Strategie gefährden, Schlüsseltechnologien im Inland zu stärken. Für dieses Problem muss noch eine passende Lösung gefunden werden.

Weitere Informationen

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