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Trends & Themen

Demografischer Wandel: Hohe Rendite mit dem hohen Alter?

Hinweis:
Die Investmenttrends werden von der Deutsche Bank AG, bzw. der Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG oder ihrer jeweiligen Lizenzgeber recherchiert. Die dargestellten Trendthemen können sich jederzeit ändern. Mit den maxblue Investmenttrends erhalten Sie einen Überblick über aktuelle Investmentthemen. Dabei wählt maxblue aus einer Liste von insgesamt 14 Investmentrends die 12 Investmentrends aus, die besonders aktuell sind und gibt Ihnen Inspiration und Wissen zur Unterstützung Ihrer selbständigen Anlageentscheidung. - Werbemitteilung -

Demografischer Wandel als Investmentchance

Die Menschen werden immer älter. Die Menschen bleiben immer länger gesund. Die Menschen sind immer länger aktiv. Der demografische Wandel ist ein Trend, der die Gesellschaften weltweit verändern wird. Doch wie reagieren Unternehmen auf diesen Trend?

Langfristig ausgelegte Anlagestrategien und Investments könnten von der demografischen Lage profitieren

Die Expertenmeinung unseres Chef-Anlagestrategen

In den Industriestaaten bildet sich mit den sogenannten „Best Agers“ eine große Gruppe von Konsumenten mittleren bis höheren Alters heraus, die ihr Kaufverhalten auf Produkte aus den Bereichen Gesundheit, Kultur, Altersdienstleistungen und Tourismus richten. Unternehmen aus diesen Bereichen könnten mit entsprechender Spezialisierung nachhaltiges Wachstum generieren.

Ein Trend mit der Möglichkeit auf langfristiges Wachstum

Trotz ihrer weitreichenden Implikationen, ist Demografie einer der Aspekte im Alltagsgeschäft der Kapitalmärkte, der am wenigsten Beachtung findet. Warum ist das so? Kurzfristig steht der Konjunkturzyklus im Vordergrund. Zentralbanken reagieren auf die aktuelle Wachstums- und Inflationsentwicklung und auch die Haushälter der Regierungen betreiben Wirtschaftspolitik auf Sicht von Monaten und bestenfalls bis zum nächsten Wahltermin. Demografische Entwicklungen betreffen hingegen die Struktur einer Volkswirtschaft und haben Einfluss auf das langfristige Wachstumspotenzial. Demografisch bedingte Veränderungen fallen im Alltag nicht so stark auf, da Strukturveränderungen definitionsgemäß langsam und graduell verlaufen.

Die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt

Es ist wenig umstritten, dass die nächsten Jahrzehnte durch deutlichen demografischen Wandel charakterisiert werden dürften. In den zurückliegenden 50 Jahren kam es zunächst zu einem starken Anstieg der arbeitsfähigen Bevölkerung und seit 1990 fast zu einer Verdoppelung der globalen Arbeitsbevölkerung durch die Integration Osteuropas und Chinas in die Weltwirtschaft. Dieser positive demografische Effekt auf das Weltwirtschaftswachstum dürfte sich in den nächsten 50 Jahren mindestens normalisieren, wenn nicht sogar umkehren. Laut einer Studie des McKinsey Global Institute[1] gingen in den letzten 50 Jahren 1,7 Prozentpunkte des Weltwirtschaftswachstums auf Beschäftigungswachstum zurück, 1,8 Prozentpunkte auf Produktivitätszuwächse. Für die nächsten 50 Jahre werden laut Studienergebnis lediglich 0,3 Prozentpunkte auf die Beschäftigung zurückgehen. Es wird daher darauf ankommen, wie stark die Produktivität wachsen kann, um die „Lücke“ eines geringeren Beschäftigungswachstums zu schließen. Schätzungen gehen von eher geringem Potential aus.

Regionale Unterschiede in der demografischen Entwicklung

Während die Gesellschaften in Deutschland, Europa und China altern, also mit einer negativen demografischen Entwicklungen konfrontiert sind, könnten z.B. Indien, Indonesien und einige afrikanische Länder vom demografischen Rückenwind profitieren. So sind in Deutschland 21,1% der Bevölkerung über 65 Jahre und nur 13% unter 15 Jahren. Indien steht dem mit einer jungen Bevölkerung gegenüber: Lediglich 5,8% der Bevölkerung sind älter als 65, 28,5% hingegen sind jünger als 15. Die OECD[2] schätzt, dass sich die Zahl der Menschen, die der Mittelschicht zuzurechnen sind, in den Schwellenländern von heute 1,5 auf 4,5 Milliarden Menschen im Jahr 2050 verdreifachen wird.

Auch das Anlageverhalten ändert sich

In Deutschland ziehen viele Anleger Sparen vor, auch wenn dies im Umkehrschluss bedeutet, auf höhere Renditen – welche aber auch grundsätzlich mit höheren Risiken einhergehen - alternativer Anlageformen, zu verzichten. Angesichts relativ niedriger Verzinsungen könnte jedoch zunehmend auf „Investieren“ anstatt „Sparen“ gesetzt werden. Von diesem Trend könnten Asset Management Unternehmen profitieren. Außerdem entwickelt sich in einigen Schwellenländern eine größere Mittelschicht mit neuen Konsumgewohnheiten und Infrastrukturbedürfnissen.

[1] Vgl. McKinsey Global Institute, Global Growth In Brief, (Januar 2015) S. 1 ff.

[2] Vgl. OECD Development Centre, Working Paper No. 285, (2010), S. 28 ff.

Die Thesen von Dr. Ulrich Stephan

  1. Demografische Entwicklung unterscheidet sich stark

    Die globalen demografischen Entwicklungen unterscheiden sich stark nach Land und Region. Während die Gesellschaften in Deutschland, Europa und China altern, könnten z.B. Indien, Indonesien und einige afrikanische Länder vom demografischen Rückenwind profitieren.

  2. "Best Agers" rücken in den Fokus

    Anlagemöglichkeiten durch "alternde Gesellschaften" bestehen beispielsweise im Gesundheitssektor sowie durch "Best Agers". (Gruppe von Personen mit einem Lebensalter von über 50 Jahren im Kultur-, Altersdienstleistungs- und Tourismus-Sektor. Unternehmen im Bereich der Vermögensanlage könnten durch das Thema „private Altersvorsorge“ interessant werden).

Welche Branchen könnten von der demografischen Entwicklung profitieren? Und wo liegen die Risiken?

Die Geburtenrate sinkt und dank des medizinischen Fortschritts leben die Menschen länger. Dadurch gibt es immer weniger junge Menschen und immer mehr ältere – nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Die Gesellschaft überaltert. Der Begriff „demografischer Wandel“ ist in aller Munde. 

Doch was sich als Problem für das deutsche Rentensystem entwickeln könnte, entwickelt sich für viele Unternehmen zu einer attraktiven Zielgruppe. Die Generation 60 plus ist vermögend und verfügt über ein gutes Einkommen – und ist schon bald in der Überzahl



Bevölkerung in Deutschland wird schrumpfen

Die Bevölkerung in Deutschland wird zwar bis zum Jahr 2050 um rund sieben Millionen Menschen auf insgesamt 75 Millionen schrumpfen, so das Statistische Bundesamt. Doch schon in 15 Jahren – dann, wenn die sogenannten Baby-Boomer in Rente gehen werden – ist die Generation der 65-Jährigen, die größte in der deutschen Bevölkerung, so die Prognose.

demografischer
Quelle: destatis, Statistisches Bundesamt 2015


Pharmaindustrie im Vorteil

Auf den ersten Blick könnten davon die Pharmaindustrie, die Medizintechnik und Klinik- und Pflegeheimbetreiber profitieren. Durch die hohe Anzahl älterer Menschen wird die Nachfrage nach Medikamenten steigen. Schließlich nehmen Krankheiten mit dem Alter zu. Mehr kranke Menschen bedeuten für diese Industriezweige mehr Menschen, die für die angebotenen Produkte und Dienstleistungen Geld ausgeben.

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Die derzeitige demografische Situation in Deutschland

Seit über 30 Jahren ist die Geburtenrate in Deutschland auf einem niedrigen Niveau. 2012 lag diese bei 1,4 Kindern. Damit gehört Deutschland weltweit zu den Ländern, in denen die wenigsten Kinder geboren werden. Im Gegenzug steigt die geschätzte Lebenserwartung der Menschen in Deutschland an (im Jahr 2012: 83 Jahre für neugeborene Mädchen und 78 Jahre für neugeborene Jungen).

*Alle Angaben: Statistisches Bundesamt 2015



Bedürfnisse der Senioren stehen im Fokus

Auf den zweiten Blick könnten aber noch weitaus mehr Unternehmen von dieser Entwicklung profitieren: Nämlich jene, die ihre Produkte und Dienstleistungen genau auf die Bedürfnisse der Zielgruppe Generation 60 plus anpassen.
So könnten beispielsweise Automobilhersteller ihre Produkte vermehrt mit Assistenzsystemen (wie einer Parkhilfe) ausstatten. Autos mit einem hohen Komfort kommen bei Senioren besonders gut an. Und auch für viele Optiker oder Hersteller von Hörgeräten besteht die Möglichkeit, von einer steigenden Nachfrage zu profitieren.

Rentner möchten ihren Lebensabend genießen

Auch Hersteller von Luxusgütern und Reiseanbieter könnten ihr Geschäft machen: Immer mehr Senioren sind bereit für sich und ihr persönliches Wohlbefinden Geld auszugeben – sei es für eine teure Uhr oder einen schöne Kreuzfahrt. Viele Rentner möchten ihren Lebensabend genießen. Dies ist vor allem der Fall, wenn keine Nachkommen vorhanden sind.

Opa


Risiko: die staatlichen Renten- und Pflegesysteme

Bei all diesen Chancen kommt es durch den Bevölkerungsrückgang und dem höheren Altersdurchschnitt natürlich auch zu Risiken: Neben den Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, liegen die Hauptrisiken in den Vorsorgesystemen vieler Länder – auch in Deutschland.

  • Die Zahl der Personen im Erwerbsalter sinkt, es entsteht ein Mangel an Arbeitskräften
  • Kleine und mittelständische Unternehmen sind vom Fachkräftemangel besonders betroffen
  • Deutsche Unternehmen müssen Fachkräfte aus dem Ausland „teuer“ einkaufen
  • Durch den Rückgang der jungen Generation geht das Innovationspotenzial in Deutschland zurück

Viele staatliche Renten- und Pflegesysteme stoßen durch die Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur stückweise an ihre Grenzen. Ohne Optimierungen durch die Politik könnten die dadurch entstehenden Finanzierungsprobleme sowohl den Rentnern und Unternehmen als auch den Anlegern die schönen Zukunftsaussichten verderben.

Die von maxblue genannten Unternehmen stellen keine Anlage- oder Kaufempfehlung dar. Die Unternehmen dienen dem Leser lediglich als Orientierung, welche Unternehmen in den genannten Branchen vertreten sind. Die Nennung gibt keine Rückschlüsse auf die gegenwärtige oder zukünftige Kursentwicklung der betroffenen Unternehmensaktien.

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