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Trends & Themen

E-Health – Vitaminspritze für die Gesundheitsbranche

Hinweis:
Die Investmenttrends werden von der Deutsche Bank AG, bzw. der Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG oder ihrer jeweiligen Lizenzgeber recherchiert. Die dargestellten Trendthemen können sich jederzeit ändern. Mit den maxblue Investmenttrends erhalten Sie einen Überblick über aktuelle Investmentthemen. Dabei wählt maxblue aus einer Liste von insgesamt 14 Investmentrends die 12 Investmentrends aus, die besonders aktuell sind und gibt Ihnen Inspiration und Wissen zur Unterstützung Ihrer selbständigen Anlageentscheidung. - Werbemitteilung -

Patient 2.0 – die Gesundheitsversorgung von Morgen ist digital

Die digitale Revolution hat auch das Gesundheitswesen erreicht. Durch intelligente Datenverknüpfungen entstehen neue Anwendungsfälle und Geschäftsfelder, innovative Player drängen auf den Markt, eine ganze Branche scheint vom Virus erfasst.

Der Gesundheitssektor könnte einer der großen Profiteure des demografischen Wandels und der positiven volkswirtschaftlichen Entwicklung in den Schwellenländer werden/sein.

Die Expertenmeinung unseres Chef-Anlagestrategen

Mit steigenden Einkünften in den Schwellenländer steigt auch das Bedürfnis nach und die Verfügbarkeit von gesundheitlicher Versorgung rapide an. Demgegenüber stehen jedoch vielerorts leere Staats- und Sozialkassen. Der Kostendruck auf den Sektor könnte weiter wachsen, schon lange wird nicht mehr alles, was medizinisch möglich ist, auch vom Staat übernommen.

Hinzu kommt, dass die Informationstechnologie den Gesundheitssektor in den nächsten Jahren ähnlich stark verändern kann, wie das schon in anderen Sektoren passiert ist.

Die Digitalisierung hat auch den Gesundheitssektor erfasst

Tragbare Computer mit automatischen Prognosen sorgen dafür, dass sich Patienten selbst rund um die Uhr über ihren Zustand informieren können. Auch entsteht die Möglichkeit große Mengen an anonymisierten Daten zu sammeln, um therapeutische Verbesserungen voranzutreiben. Gleichzeitig können Patienten zusammen mit ihrem Arzt mehr über sich selbst und die Auswirkungen der Medikamente auf ihren Körper lernen, um zu maßgeschneiderten personalisierten Lösungen zu kommen. Eine stärkere Selbstkontrolle über und ein erhöhtes Verantwortungsgefühl für die eigene Gesundheit könnte zudem die bisher noch recht deutlich gezogenen Grenzen zwischen Gesundheitswesen und dem Wellness/Fitness Bereich stärker aufweichen.

Die Thesen von Dr. Ulrich Stephan

  1. Pharmaunternehmen könnten profitieren

    Pharmaunternehmen deren Schwerpunkt auf altersbedingten Krankheiten liegt, könnten profitieren. Krankheiten wie z.B. Diabetes und Krebs dürften in alternden Gesellschaften zunehmen. Dies macht Unternehmen im Bereich Diabetes für entsprechend risikobereite Anleger interessant.

  2. Gesundheit wird immer wichtiger

    Grundsätzliche Gesundheitsversorgung ist noch ein riesiger Wachstumsmarkt in vielen Schwellenländern. Eine positive volkswirtschaftliche Entwicklung lässt viele Menschen in die Mittelschicht aufsteigen, die Bedürfnisse der Menschen verschieben sich, Gesundheit wird immer wichtiger. Unternehmen die diese Entwicklung frühzeitig erkannt haben, sollten davon profitieren.

  3. Das Behandlungsergebnis zählt

    Der staatliche Kostendruck verändert den Anspruch an den Gesundheitssektor weg von Behandlung, hin zu Ergebnis. Zukünftig werden sich Gesundheitsdienstleister stärker darum kümmern müssen, dass die Medikamente oder die Behandlungen auch den gewünschten positiven Effekt erzielen.

  4. IT-Unternehmen könnten Unruhe stiften

    Tragbare Computer und Applikationen die den Gesundheitszustand des Benutzers 24 Stunden am Tag überwachen können, sollten es Technologiefirmen erlauben sich stärker im Gesundheitssektor zu betätigen. der Eintritt von IT-Unternehmen in den Gesundheitssektor könnte daher unruhestiftend wirken.

  5. Softwareunternehmen könnten profitieren

    Ein Nebeneffekt der tragbaren Computer und Applikation ist, dass eine große Menge an anonymisierten Daten gesammelt werden kann. Diese Datensammlungen könnten dazu beitragen, dass Softwareunternehmen am Wachstum des Sektors Teilhaben.

  6. Wellness/Fitness Bereich erscheint interessant

    Aufgrund von hoher Regulierung und dem staatlichen Kostendruck im öffentlichen Gesundheitssektor erscheint der Wellness/Fitness Bereich zunehmend interessant. Das Verschwimmen der Grenzen sollte es Unternehmen aus dem klassischen Gesundheitssektor erleichtern sich hier stärker zu engagieren.

Wie wirkt sich E-Health auf mein Leben aus? Und wer oder was könnte die Entwicklung jetzt noch aufhalten?

Mit digitalen Gesundheitsdaten können sich interessante Mehrwerte erzeugen lassen. Im Consumerbereich ist das schon lange bekannt. 

Hier wird das Bedürfnis zur permanenten Selbstoptimierung (Quantified Self) durch eine unüberschaubare Zahl an Produkten und Services bedient: Per Fitnessband und Ernährungs-App führen Nutzer elektronisch Tagebuch über Trainingsfortschritte und Ernährung. Sie messen Schlafverhalten, Herzfrequenz, Blutdruck und andere Körperfunktionen. Und Dank zahlloser Apps wird das Smartphone zum ständig verfügbaren Fitness-Coach und Gesundheitsberater.



Vom mündigen Kunden zum mündigen Patienten

Wer einmal Verantwortung für die eigene Gesundheit übernommen hat, der gibt sie vor der Praxis-Tür nicht mehr freiwillig ab. In Wartezimmern und Sprechstunden sitzen heute Patienten, die sich über ihr Krankheitsbild im Internet informiert haben und beim Behandlungsplan ein Wörtchen mitreden möchten.

Ärztliche Hilfe als Dienstleistung, der Patient als Kunde. Auch wenn sich manche Ärzte mit dieser Entwicklung noch schwer tun und ihren Patienten am liebsten den Einblick in die eigene Akte verwehren würden, fordern viele Patienten genau diese Transparenz. Und sie sind bereit, den behandelnden Arzt zu wechseln, falls er sie verweigern sollte.

Warum auch nicht? Schließlich profitieren beide Seiten:

  • Dichteres Monitoring
    Patienten die ihre Gesundheitsdaten täglich selbst erfassen, erhalten ein genaueres Bild von ihrem Zustand, als wenn sie nur gelegentlich für Kontrolluntersuchungen den Arzt aufsuchen. Und gleichzeitig nehmen sie den Medizinern Routine-Aufgaben ab.

  • Leichte Datenübertragung
    Vom Patienten zum Arzt, zur Klinik: Sind die Daten einmal digital erfasst, lassen sie sich ohne Zeitverzögerung einfach weiterleiten.

  • Mehr Sicherheit und Selbständigkeit
    Ältere Menschen, die ihren Haushalt noch selbst führen können, werden durch Monitoring-Systeme bei einem selbstbestimmten Leben unterstützt. Der direkte Austausch mit dem Arzt – in manchen Fälle sogar begleitet durch eine Internet-gestützte Video-Konferenz – erspart Patienten auf dem Land mitunter weite Wege zum Arzt.

e-health
Smartphone und Smartwatch werden zum ständig verfügbaren Fitness-Coach und Gesundheitsberater.


Das rät Ihr Bundesgesundheitsministerium

Auch das Bundesgesundheitsministerium hat die Zeichen der Zeit erkannt und im Mai 2015 einen Referentenentwurf zu einem E-Health-Gesetz vorgelegt. Ärzte und Krankenhäuser werden demnach Schritt für Schritt dazu verpflichtet, Gesundheitsdaten wie Arztbriefe, Patientenakten und Medikationspläne elektronisch vorzuhalten. Und die elektronische Gesundheitskarte, die bereits heute vom Großteil der gesetzlich Versicherten genutzt wird, soll irgendwann alle behandlungs-relevanten Daten vorhalten, sodass bei einer Notaufnahme Blutgruppe, Vorerkrankungen, Allergien und Medikamente sowie die Kontaktdaten des behandelnden Arztes sofort abrufbar sind. Die hochsensiblen Daten sollen über ein eigenes Hochsicherheitsnetz übertragen werden. 

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Große Pläne, große Investitionen

Von den ehrgeizigen Vorhaben können gleich mehrere Branchen profitieren, Anbieter von IT-Infrastruktur und Hardware genauso wie die Hersteller klinischer Software und nicht zuletzt cloudbasierte Dienste, über die die gesammelten Daten gespeichert und analysiert werden können.

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Das kleine E-Health Lexikon

E-Health

Das Bundesministerium für Gesundheit definiert „E-Health“ wie folgt:
„Unter E-Health fasst man Anwendungen zusammen, die für die Behandlung und Betreuung von Patientinnen und Patienten die Möglichkeiten nutzen, die moderne Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) bieten. E-Health ist ein Oberbegriff für ein breites Spektrum von IKT-gestützten Anwendungen, wie z.B. Anwendungen der Telemedizin, in denen Informationen elektronisch verarbeitet, über sichere Datenverbindungen ausgetauscht und Behandlungs- und Betreuungsprozesse von Patientinnen und Patienten unterstützt werden können.“ (Quelle: http://www.bmg.bund.de/glossarbegriffe/e/e-health.html)

Telemedizin

In großen Unternehmen sind Videokonferenzen und -chats schon lange an der Tagesordnung. Mit der Telemedizin hält die Entwicklung auch in Arztpraxen und Kliniken Einzug: Medizinischen Daten werden per Telekommunikation – zum Beispiel über das Internet – ausgetauscht und bewertet. So können beispielsweise Ärzte leichter Kollegen in anderen Städten und Einrichtungen zu einem Befund konsultieren oder Patienten eine Zweitmeinung einholen. Besonders im ländlichen Bereich, wo niedergelassene Ärzte knapp sind, kann so eine bessere Patientenversorgung gewährleistet werden.

Medikationsplan

Auch der Medikationsplan ist Bestandteil des E-Health Gesetzesentwurfs: Er sieht vor, dass Patienten, die mehr als fünf Arzneien einnehmen, von ihrem Arzt eine Übersicht über die Verordnungen erhalten sollen. Per Smartphone können sie sich dann zukünftig an die Einnahme von Medikamenten erinnern lassen und einen Arzttermin vereinbaren, wenn der Vorrat knapp wird.

Zu Risiken und Nebenwirkungen

Neue technische Möglichkeiten und der erklärte Wille des Bundesgesundheitsministeriums, diese auf breiter Basis für das deutsche Gesundheitssystem zu nutzen: Wer oder was könnte die Entwicklung jetzt noch aufhalten?
Die drei größten Widerstände sind die üblichen Verdächtigen bei vielen großen IT-Projekten:

  1. Bedenken bezüglich Datensicherheit

    Ein Beispiel aus der Praxis: Die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (kurz: eGK) war ursprünglich zum 1. Januar 2006 vorgesehen. Seit Jahren können sich Krankenkassen und Ärzte nicht auf die Ausführung einigen. Auf mehreren Ärztetagen wurde das Großprojekt v.a. aufgrund von Datenschutzbedenken abgelehnt. Obwohl die Teilnehmer nicht bezweifelten, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen nützlich für die Patientenversorgung sein können.

  2. Verschiedene Plattformen und fehlende Kompatibilität

    Wenn unterschiedliche Systeme – also beispielsweise die von Kliniken und Apotheken oder Arztpraxen – miteinander kommunizieren sollen, brauchen sie eine gemeinsame technische Basis. IT-Anbieter haben aber naturgemäß ein Interesse daran, Kunden an ihr eigenes System zu binden.

  3. Fehlende Akzeptanz der Nutzer

    Auch diesen Faktor sollte man nicht unterschätzen: Neue Applikationen setzen sich nur durch, wenn sie für die Benutzer einfach anwendbar und selbsterklärend sind. Bei Softwaresystemen für die Verwaltung komplexer Patientendaten, ist dies nicht immer der Fall. So mancher Arzt, der aufgrund wachsender Dokumentationspflicht ohnehin unter wachsendem Zeitdruck steht, ist nicht mehr bereit, sich in immer neue Programme einzuarbeiten.

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