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Trends & Themen

Elektroautos – die Fortbewegung von morgen

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Die Investmenttrends werden von der Deutsche Bank AG, bzw. der Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG oder ihrer jeweiligen Lizenzgeber recherchiert. Die dargestellten Trendthemen können sich jederzeit ändern. Mit den maxblue Investmenttrends erhalten Sie einen Überblick über aktuelle Investmentthemen. Dabei wählt maxblue aus einer Liste von insgesamt 14 Investmentrends die 12 Investmentrends aus, die besonders aktuell sind und gibt Ihnen Inspiration und Wissen zur Unterstützung Ihrer selbständigen Anlageentscheidung. - Werbemitteilung -

Ich will Spaß, ich geb' Strom – Elektroautos bestimmen die Zukunft

Elektroautos werden in den nächsten Jahren an Bedeutung gewinnen. Bevor es zum Durchbruch kommt, muss aber das Herzstück des Autos noch verbessert werden.



Das Straßenbild in Deutschland im Jahr 2030: Elektroautos fahren fast geräuschlos mit 180 Stundenkilometer über die Autobahnen, Gas- und Hybridautos düsen durch die City – Benziner sind eine Rarität. Sie verstopfen längst nicht mehr die Großstädte. Zu laut, zu schmutzig, zu groß.

Was sich im Moment noch wie das Szenario eines Science-Fiction-Romans liest, könnte in 15 Jahren schon Wirklichkeit sein. Die Elektromobilität ist keine ferne Zukunftsvision mehr, sie ist bereits als Trend im Jahr 2015 angekommen.



Herzstück des Elektroautos

Wann der Trend zum Alltag wird, liegt vor allem am Herzstück des Elektroautos: der Batterie. Hier müssen in puncto Sicherheit, Lebensdauer, Temperaturresistenz und vor allem der Kosten noch weitere Verbesserungen erzielt werden. Denn der Durchbruch der Elektromobilität hängt direkt mit dem Kaufpreis zusammen: Die breite Masse wird sich erst vom Auto mit Verbrennungsmotor abwenden, wenn der Mehrpreis für Elektroautos so gering ist, dass er über die niedrigen Stromkosten ausgeglichen wird. Das wissen auch die Hersteller.

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Die Kosten

Wie viel kostet ein Elektroauto?

Die Anschaffungskosten sind stark abhängig von der Fahrzeugklasse und dem Modell. So kostet aktuell ein Kleinwagen 26.900 Euro, ein Mittelklassewagen 38.600 Euro und ein Auto der Oberklasse etwa 74.900 Euro. Die Preissituation für eine Aufladung ist im Moment noch sehr unübersichtlich und schlecht vergleichbar. So differieren die Kosten pro Kilowattstunde Strom an öffentlichen Ladesäulen sehr stark und hängen von Ladedauer, Ladeleistung und Anbieter ab.*

* Stand Juni 2015

Das Aufladen

Wie lade ich ein Elektroauto auf?

Hier gibt es vier Möglichkeiten:

Sie können ein Elektroauto einfach an einer normalen Steckdose laden. Die Steckdose und Elektroinstallation müssen jedoch fachmännisch geprüft und in einwandfreiem Zustand sein. Der Ladevorgang dauert 9 bis 13 Stunden.

Eine andere Möglichkeit sind spezielle Ladevorrichtungen, sogenannte Wallboxen. Diese werden direkt an die Wand der Garage oder des Carports geschraubt. Die Wallboxen, die von vielen Autoherstellern direkt angeboten werden, laden Elektroautos über die gängigen Typ 2- oder auch Mennekes-Stecker genannten Anschlüsse. Der Vorteil: der Ladevorgang verkürzt sich auf 6 bis 8 Stunden.

Unterwegs gibt es in Deutschland rund 4000 Stationen mit Wechselstrom (AC), dort wird das Elektroauto in 6 bis 8 Stunden aufgeladen.

Eine weitere Alternative sind Ladestationen mit Gleichstrom (DC), auch CSS-Ladesäulen genannt. Hier werden deutlich höhere Stromstärken erreicht, dadurch wird der Akku deutlich schneller aufgeladen als mit allen anderen Lademöglichkeiten. Bereits nach 30 Minuten ist ein leerer Akku zu 80 Prozent wieder geladen.*

* Stand Juni 2015

Die Reichweite

Wie weit komme ich mit einem Elektroauto?

Die Reichweite bei rein elektronisch betriebenen Autos liegt im Segment der Klein- und Mittelklassewagen bei 150 bis 210 Kilometer.*

* Stand Juni 2015

Nachfrage nach Elektroautos steigt

Dennoch sind bereits heute viele Unternehmen, die mit der Elektromobilität Geld verdienen oder dies wollen, interessant für Anleger. Gerade weil das Entwicklungspotenzial so hoch ist. Außerdem steigt die Nachfrage nach Elektroautos – das zeigen die Wachstumsraten bei den Pkw-Beständen in Deutschland. Von 2009 bis 2014 gab es einen Zuwachs von 737 % bei den Elektroautos, so das Kraftfahrt-Bundesamt. Auch wenn die hohe Zuwachsrate auf den ersten Blick beeindruckt, so bewegen sich die Zulassungen noch auf einem niedrigen Niveau. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 3,04 Mio. Personenkraftwagen neu zugelassen. Nur 1,7 % davon hatten alternative Antriebe.

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Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt aus dem Jahr 2015

Die Unternehmen, die von dem Trend profitieren könnten, sind auf den ersten Blick klassische Automobilhersteller sowie deren Zulieferer. Auf den zweiten Blick sind aber auch Firmen beispielsweise aus dem Bereich der Elektroindustrie betroffen. Diese nehmen bei der Entwicklung der Leistungselektronik für Batterien eine Schlüsselrolle ein.



Elektromobilität: die verschiedenen Bereiche

Grundstoffe

In Deutschland sind mehrere Firmen angesiedelt, die bei der Produktion von Vorprodukten für die Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien eine starke Marktposition haben.

Funktionsmaterialien

In der Entwicklung und Herstellung von Interkalationsmaterialien für Elektroden (dient zur Einlagerung in Batterien) und sicheren Separatoren (eine Komponente in Batterien) sind verschiedene Unternehmen engagiert.

Elektronik

In Deutschland ist eine leistungsfähige Elektronikindustrie angesiedelt, die bei der Entwicklung der Leistungselektronik für Batterien eine Schlüsselrolle einnehmen kann. 

Thermomanagement

Für Elektroautos ist die Kühlung der Batterie elementar wichtig. In Zukunft werden ganz neue Kühlsysteme für die Hochleistungsbatterien im Auto entwickelt werden, wobei der Trend in Richtung Flüssigkühlung geht.

Systemzulieferer

Es gibt mehrere Systemzulieferer, die bei der Fortentwicklung des elektrischen Antriebsstranges eine Schlüsselposition einnehmen. 

Besondere Herausforderung für Autobauer

Doch der Trend bringt auch Herausforderungen mit sich. So müssen die klassischen Autobauer zweigleisig planen: Auf der einen Seite bereiten sie sich auf das langfristige Vordringen des Elektroautos in den Pkw-Markt vor. Auf der anderen Seite muss auch der eigene technische Vorsprung bei konventionellen Antrieben gesichert werden. Das Problem dabei ist, dass unter der Motorhaube ein reines Elektroauto nur wenige Gemeinsamkeiten mit einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor hat. Große Teile der Wertschöpfungskette werden sich verändern oder fallen komplett weg – darauf müssen sich die Unternehmen einstellen.

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Auswirkungen der Elektromobilität auf Markt und Industrie

Automobilindustrie

Durch den Wegfall von hoch entwickelten Bauteilen wie Motor, Abgassystem, Getriebe, etc. könnten auch branchenfremde Unternehmen eine Chance haben, leichter in den Automobilmarkt einzusteigen. Andererseits besitzen etablierte Automobilhersteller und Zulieferer einen Startvorteil, da die Einhaltung von Sicherheits- und Qualitätsanforderungen großes Systemwissen erfordert. 

Chemie- und Elektronikindustrie

Durch eine Verschiebung zu einem elektrischen Antrieb dürften Anbieter der Chemie und der Elektronik auf der Gewinnerseite stehen. Laut db Research entfallen heute etwa 30 Prozent der Wertschöpfung auf diese Sparten, bei reinen Elektroautos könnten es 80 Prozent werden. 

Metallindustrie

Laut Schätzungen der Wirtschaftsvereinigung Metalle wird der Kupferbedarf für ein Auto der Kompaktklasse durch den Elektromotor an sich und die höheren Anforderungen an das Bordnetz von 25 kg auf 65 kg steigen. Ebenfalls sind Nachfrageverschiebungen bei Lithiumcarbonat (Batterien) und seltenen Erden (Bordelektronik) zu erwarten. 

Energieunternehmen

Eine tatsächliche Senkung der CO2-Emissionen erfordert eine Stromgewinnung durch nicht-fossile Energiequellen. Insbesondere die erneuerbaren Energien bieten sich für eine Symbiose mit der Elektromobilität an, da Batterien als Pufferspeicher zur Stabilität des Stromnetzes und der Versorgungssicherheit beitragen können. Diese Variante erfordert Infrastrukturinvestitionen in den Bereichen Netzausbau, intelligente Stromnetze (Smart Grids) und nicht zuletzt in die Integration verschiedener Energiequellen. Diesen Herausforderungen müssen sich die Energieunternehmen stellen. 

Evolution statt Revolution

Trotz dieser Herausforderungen ist die deutsche Industrie – laut db Research – in einer guten Position, um eine führende Rolle in der Elektromobilität einzunehmen. So hat auch die Abgas-Manipulation bei VW-Dieselfahrzeugen im Herbst 2015 für reichlich Gesprächsstoff gesorgt und zugleich umweltfreundlichere Antriebsarten wieder stärker in den Blickpunkt gerückt. Die Verbreitung von Elektroautos wird sich mit sinkenden Kosten weiter erhöhen. Jedoch ist es illusorisch, dass der Durchbruch des Elektroautos einer Revolution gleichen wird, es ist eher von einer Evolution auszugehen. Neue Impulse für diese Evolution könnten von der Politik ausgehen, beispielsweise auf den kommenden Klimakonferenzen.

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Unsere Thesen

  1. Elektroantrieb

    Strom ist die ernstzunehmende Alternative zum Kraftstoff – nicht Erdgas oder Flüssiggas. Rund 70 % der neu zugelassenen Autos mit alternativen Antrieben fahren heute bereits elektrisch.

  2. Elektronik

    Immer fortschrittlichere Motoren erfordern mehr Elektronik – für Zulieferer der Automobilindustrie ein Wachstumsfeld.

  3. Umbruch

    Batterien, Ladestationen, spezielle Bauelemente: Mittelständler passen sich dem Innovationstempo an – wenn sie die richtige Nische finden. 

Weitere Informationen

Vertiefen Sie Ihr Wissen über das Thema Elektromobilität mit dem results Artikel (ab Seite 24 im PDF-Dokument).

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