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Trends & Themen

Infrastruktur: Sind Straßen, Brücken und Co. gut für das Depot?

Hinweis:
Die Investmenttrends werden von der Deutsche Bank AG, bzw. der Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG oder ihrer jeweiligen Lizenzgeber recherchiert. Die dargestellten Trendthemen können sich jederzeit ändern. Mit den maxblue Investmenttrends erhalten Sie einen Überblick über aktuelle Investmentthemen. Dabei wählt maxblue aus einer Liste von insgesamt 14 Investmentrends die 12 Investmentrends aus, die besonders aktuell sind und gibt Ihnen Inspiration und Wissen zur Unterstützung Ihrer selbständigen Anlageentscheidung. - Werbemitteilung -

Moderne Infrastruktur – Basis für langfristiges Wachstum und Wohlstand

Infrastruktur begegnet den Menschen überall: Auf der Fahrt zur Arbeit, dem Sonntagsspaziergang durch den Stadtpark, der morgendlichen Dusche oder beim Surfen im Internet – ohne moderne Verkehrs-, Versorgungs- und Kommunikationssysteme sind diese Selbstverständlichkeiten nicht vorstellbar.

Viele Industriestaaten vernachlässigen Erhalt und Ausbau ihrer Infrastruktur. Das heißt im Umkehrschluss: Schiene, Straße und Co. könnten Investitionspotenzial bieten.

Die Expertenmeinung unseres Chef-Anlagestrategen

Zu den Bereichen mit besonderem Potential gehören Investitionsprojekte rund um den Klimawandel sowie Energiespeicherung und intelligente Netze. Ebenso vielversprechend könnten Investitionen in Elektromobilität, innovative Mobilitätskonzepte sowie städtische Infrastrukturmaßnahmen sein.

Aktuelle Lage und Potential

Die Aussicht auf eine wirtschaftliche Erholung in den USA und eine Stabilisierung der Eurozone könnte günstigere Rahmenbedingungen schaffen: Die Europäische Kommission schätzt das Investitionspotenzial im Infrastrukturbereich in Europa von 2014 bis 2020 auf rund 2,7 Billionen Euro. Zur Projektpipeline für geplante Infrastrukturprojekte in Europa, die im ersten Quartal 2015 einen Wert von 378 Euro umfasste, tragen Großbritannien (27%), Italien (17%) und die Türkei (14%) zurzeit am meisten bei. Großbritannien, Deutschland, Spanien, Italien und Skandinavien bieten hierbei für entsprechend risikobereiten Anlegern interessante Anlagemöglichkeiten.

Die öffentliche Infrastruktur als Investitionsprojekt für private Investoren

In Deutschland beauftragte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel 2014 eine Expertenkommission laut einer Pressemitteilung vom 28.08.2014 des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, die insbesondere Schwierigkeiten bei der Erhaltung der öffentlichen Infrastruktur thematisierte. Ein Beitrag zur Problemlösung könnten demnach öffentliche Infrastrukturfonds und Bürgerfonds liefern, über die private institutionelle Investoren und Einzelpersonen von neuen Projekten profitieren könnten.

Der Übergang zu einem höheren Anteil erneuerbarer Energien erfordert enorme Investitionen u.a. in den Ausbau der Stromnetze. Elektrisch betriebene Fahrzeuge könnten Mobilität wie wir sie heute kennen grundlegend verändern. Während sich die Verkaufszahlen im Jahr 2014 auf 2,3 Millionen pro Jahr beliefen, könnten es 2022 bereits 11,5 Millionen jährlich sein. Hieraus ergeben sich auch neue Anforderungen an Lage und Leistungsfähigkeit der dazugehörigen Stromverteilungsnetze. Mobilität war lange Zeit von Autos geprägt. Die globale Autoflotte könnte bis 2030 rund 2,4 Milliarden Fahrzeuge umfassen, was die Infrastruktur in vielen Ländern kaum verkraften wird. Entsprechend setzen Experten zunehmend auf innovative Mobilitätskonzepte. Neben öffentlichen Verkehrsmitteln, werden auch E-Bikes und Car-Sharing weiter in den Vordergrund treten. Diese Trends haben etablierte Automobilhersteller bereits erkannt. Das Potential, den Markt zu verändern, haben Anbieter von Mobilitätsdienstleistungen. Der nächste Schritt wären dann autonom fahrende Fahrzeuge. Erste Modelle sollen bereits im Jahr 2020 auf den Straßen unterwegs sein.

Zunehmende Urbanisierung als Wachstumstreiber

Der Trend zur Urbanisierung wird sich ebenso fortsetzen. Laut Prognosen der Vereinten Nationen [1] könnten 2050 rund 66% der Weltbevölkerung in Städten leben. In den industrialisierten Ländern lebt ein Großteil der Menschen bereits in urbanen Zentren. In Deutschland sind es etwa 75%. Hier verzeichneten zwischen 2010 und 2011 die Metropolregionen ein Bevölkerungswachstum von 0,9%. So sollten die Bewegungen vor allem in den aufstrebenden Schwellenländern stattfinden. In Asien etwa zieht es jedes Jahr rund 35 Millionen Menschen vom Land in die Städte. Der Bedarf an städtischer Infrastruktur könnte daher steigen. Hierzu gehören einerseits Schulen, Sozial- und Gesundheitseinrichtungen, aber auch der Personenverkehr sowie die Elektrizitäts- und Wasserversorgung.

Auch die USA haben einen ähnlich hohen Wartungs- und Investitionsbedarf wie Europa. So gibt es beispielsweise immer noch vereinzelt Rohrleitungen aus Holz. In den Schwellenländern dagegen geht es meist eher um die Grundversorgung mit Infrastruktur. Gleichzeitig steigen die Einkommen und die Volkswirtschaften wachsen. Dies könnte neue Erfordernisse wie große Häfen, schnelle Straßenverbindungen oder kulturelle Einrichtungen schaffen. Allein China will 2015 rund 900 Millionen Euro hierfür bereitstellen.

Profiteure und Anlagebezug

Gute Nachrichten für Unternehmen, die im Infrastrukturbereich tätig sind. Oft kooperieren die öffentliche Hand und private Unternehmen in Form sogenannter Public-private-Partnerships (PPP), um effiziente Auftragserfüllung und das Gemeinwohl gleichermaßen zu berücksichtigen. Anleger sollten berücksichtigen, dass nicht jedes an einem Infrastrukturprojekt beteiligte Unternehmen gleichermaßen partizipiert. Es gibt drei Typen: Unternehmen, die in der Frühphase nur einen geringen Teil ihrer Wertschöpfung im Infrastruktursegment erzielen, etwa beim Straßenbau. Firmen, die etwa durch Infrastrukturdienstleistungen den Wertschöpfungsanteil erhöhen können. Und Unternehmen, deren Infrastrukturanteil am Umsatz nahe 100 Prozent liegt, wie bei Betreibern von Mautstraßen oder Flughäfen. Diese Betreiberunternehmen könnten Chancen beinhalten, denn sie verfügen über relativ planbare, weil meist langfristig festgelegte Zahlungsströme. Die Korrelation mit anderen Anlageklassen ist in der Regel geringer. Trotzdem können regulatorische Veränderungen, umweltbedingte Einschränkungen oder etwa die Preisentwicklung von Rohstoffen Infrastrukturprojekte beeinflussen. Deshalb brauchen Anleger für ein solches Investment eine gewisse Risikobereitschaft und sollten auf eine breite Streuung über verschiedene Infrastrukturmaßnahmen und -branchen achten. Infrastruktur könnte daher nicht nur einen positiven Einfluss auf das alltägliche Leben, sondern im besten Fall auch auf das eigene Portfolio haben.

Risiko und Rendite

Die Suche nach Investitionslösungen mit einem interessanten Risiko-Rendite-Profil rückt im aktuellen Kapitalmarktumfeld immer mehr in den Fokus. Infrastruktur-Assetpreise unterliegen in der Regel geringeren Schwankungen, bieten damit eine vergleichsweise geringere Volatilität über das gesamte Risikospektrum und enthalten Elemente, die zur Inflationsabsicherung beitragen können. Eine Investition in Pure-Play Infrastrukturaktien könnte Anlegern damit ein Diversifikationspotenzial liefern.

Ebenso könnten Beteiligungen an Unternehmen interessant sein, die sich zukunftsweisenden Mobilitäts- und Stadtkonzepten verschrieben haben. Von besonderer Bedeutung wird auch die Einbindung moderner Technologien sein. Hierzu können etablierte Automobilhersteller genauso wie IT-Konzerne und Start-ups gehören.

[1] Vgl. United Nations, World Urbanization Prospects, (2014) S.7 ff.

Die Thesen von Dr. Ulrich Stephan

  1. Der Bedarf an Infrastrukturinvestitionen ist hoch und kann es in den nächsten Jahren bleiben.

  2. Infrastrukturinvestitionen können langfristige Anlageperspektiven mit vergleichsweise geringer Ertragsvolatilität bieten.

  3. Innovative Konzepte könnten Mobilität und Leben in urbanen Zentren nachhaltig prägen.

In welche Bereiche investiert der Staat in Deutschland? Und wie kann ich als Anleger investieren?

Schlaglöcher auf den Autobahnen, veraltete Kommunikationsnetze und sanierungsbedürftige Schulen – die Liste der Investitionsfelder im Bereich Infrastruktur ist lang. Während es in Deutschland in erster Linie um die Sanierung und Verbesserung der vorhandenen Infrastruktur geht, so stehen viele Schwellenländer wie China oder Indien noch ganz am Anfang. Bei ihnen geht es um den Auf- und Ausbau einer funktionierenden Infrastruktur.



Investitionsbedarf ist hoch

Doch was versteht man eigentlich unter Investitionen in die Infrastruktur? Neben den klassischen Bereichen wie Straßen-, Brücken- und Schienenbau geraten die Felder Versorgung, Kommunikation oder Bildung oft ins Vergessen, wenn von Infrastruktur gesprochen wird. Konkret geht es hier beispielsweise um die Wasserversorgung, das Errichten von Mobilfunkmasten oder den Betrieb von Flug- und Seehäfen.

Auch in diesen Bereichen gibt es enormen Investitionsbedarf – sowohl in Deutschland als auch weltweit. So schätzt die Europäische Kommission das Investitionspotenzial im Infrastrukturbereich in Europa für den Zeitraum von 2014 bis 2020 auf rund 2,7 Billionen Euro.

Urbanisierung – Risiken und Chancen

Immer mehr Menschen zieht es vom Land weg und hinein in die Städte. 2050 werden nach Prognosen der Vereinten Nationen etwa zwei Drittel der Weltbevölkerung in den Metropolen leben. Der Trend vom Land- zum Stadtleben scheint daher unaufhaltbar.

Die Risiken der Urbanisierung liegen in einer geringeren Lebensqualität, Ressourcenverschwendung, ökologischen Schäden und sozialen Spannungen.

Die Verstädterung bietet aber auch Chancen, wie beispielweise mehr Innovation und Wachstum sowie Wohlstand für eine breitere Bevölkerungsschicht. Zudem gehen Ökonomen davon aus, dass Menschen und Firmen in Städten produktiver sind, als wenn sie auf dem Land leben. Gründe hierfür sind ein verstärktes Networking und ein erhörter Lernprozess der Unternehmen – beispielsweise adaptieren die Firmen schneller „Best-Practice-Ansätze“ von anderen Firmen, auch wenn sie aus unterschiedlichen Branchen stammen.

Letztendlich sind Gesellschaft und Politik gefordert, die Urbanisierung zu steuern und zwischen den Prioritäten wie Wirtschaftswachstum, Energiepolitik, Umweltschutz und sozialer Sicherheit abzuwägen und die richtige Balance zu finden.

Bundesfernstraßen erhalten das meiste Geld

Die Investoren kommen sowohl aus dem öffentlichen als auch aus dem privaten Bereich. In Deutschland sind im Bundeshaushalt für das Ministerium Verkehr und digitale Infrastruktur im Jahr 2016 Ausgaben in Höhe von 24,57 Milliarden Euro eingeplant. Davon entfallen 32 % auf die Bundesfernstraßen und 23 % auf das Bundeseisenbahnvermögen. Die digitale Infrastruktur liegt mit rund 357 Millionen Euro lediglich auf Platz 8.

Ausgaben Verkehr und digitale Infrastruktur

Bundeshaushalt 2016: Ausgaben Verkehr und digitale Infrastruktur
Bundeshaushalt 2016: Ausgaben Verkehr und digitale Infrastruktur

Fundament für Wachstum, Wohlstand und Beschäftigung

Die Investitionen in die Infrastruktur sind in einer Volkswirtschaft von zentraler Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit eines Landes. Sie gelten als Fundament für Wachstum, Wohlstand und Beschäftigung. Speziell die Verkehrsinfrastruktur ist Grundvoraussetzung für eine funktionierende Logistik – und damit für die gesamte Ökonomie eines Landes.

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Im internationalen Vergleich nimmt Deutschland bei der vorhandenen Infrastruktur den Spitzenplatz ein, dies zeigt der „Logistics Performance Index“ der Weltbank von 2014. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Niederlande und Belgien.

Top 10 Logistics Performance Index

Der Index der Weltbank stellt die Logistikinfrastruktur und Logistikeffizienz von 155 Ländern dar.

Logistikinfrastruktur
Quelle: Weltbank, Logistics Performance 2014

Viele Bereiche könnten profitieren

Unternehmen, die im Bereich Infrastruktur tätig sind, kommen beispielsweise aus der Energieversorgung, der Technologiebranche, der Telekommunikation, dem Verkehrswesen und natürlich dem Baugewerbe. Die Hauptrisiken für diese Firmen dürften hauptsächlich in der Regulierung durch den Staat, den umweltbedingten Einschränkungen oder der schwankenden Preisentwicklung von Rohstoffen liegen.

So können Anleger investieren

Für entsprechend risikobereite Anleger, die an dem Investmenttrend partizipieren möchten, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten einer Kapitalanlage: Neben einem Einzelinvestment existieren verschiedene Fonds auf dem Markt, die in einzelne Projekte oder in Infrastrukturindizes investieren.

Auch eine Investition über einen Indexfonds (ETF) ist für Privatanleger eine mögliche Alternative. Diese ETFs bilden Indizes nach, in denen weltweit agierende Infrastrukturunternehmen gelistet werden.

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