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Trends & Themen

Roboter und die Industrie 4.0

Hinweis:
Die Investmenttrends werden von der Deutsche Bank AG, bzw. der Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG oder ihrer jeweiligen Lizenzgeber recherchiert. Die dargestellten Trendthemen können sich jederzeit ändern. Mit den maxblue Investmenttrends erhalten Sie einen Überblick über aktuelle Investmentthemen. Dabei wählt maxblue aus einer Liste von insgesamt 14 Investmentrends die 12 Investmentrends aus, die besonders aktuell sind und gibt Ihnen Inspiration und Wissen zur Unterstützung Ihrer selbständigen Anlageentscheidung. - Werbemitteilung -

Handwerk ohne Menschen – der Investmenttrend Robotik

Schon heute helfen uns Roboter im Alltag und arbeiten ohne Pause in der Industrie. Dank zunehmender Digitalisierung, der Vernetzung von Produkten und Big Data starten die Maschinen die vierte industrielle Revolution. Wohin geht die Reise und wo liegen Investmentchancen?

Die Kombination aus technischem Fortschritt bezüglich der Fähigkeiten von Robotern und sinkenden Preisen für deren Einsatz deuten auf ein schnelles Wachstum des Segments hin.

Die Expertenmeinung unseres Chef-Anlagestrategen

Der Trend könnte zu einer deutlichen Steigerung der Arbeitsproduktivität und Reduzierung der Kosten für Arbeitskraft führen, denn die Kosten für den Einsatz von Robotern sollten mit dem technischen Fortschritt weiter sinken. Dadurch wiederum könnten Güter und Dienstleistungen günstiger werden.

Die Robotik kann den Arbeitsmarkt und ganze Industrien revolutionieren

Die Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz und der Robotik allgemein könnten dazu führen, dass Roboter menschliche Arbeitskraft sowohl im Service als auch im verarbeitenden Gewerbe ersetzen. Künstliche Intelligenz steht dabei für Systeme, die ihre Umgebung wahrnehmen und eigenständig Probleme lösen können. Es geht unter anderem um logisches Denken von Maschinen sowie Planung, Lernen, Sprachverarbeitung und die Fähigkeit zur Bewegung. Durch den technischen Fortschritt wird es zu bedeutsamen Umbrüchen in Industrien kommen. Die Digitalisierung deutscher Fabrikhallen schafft zwar bis 2025 laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung[1] rund 430.000 neue Stellen in Deutschland, führt aber voraussichtlich bei einfacheren Stellen zu einem Abbau von 490.000 Jobs. Laut Studie verändere sich die Anzahl an Erwerbstätigen somit nicht stark, wohl aber die Art der Berufe, denn für die neuen Stellen sei eine höhere Qualifizierung nötig als für die wegfallenden Stellen. Die könnte eine stärkere Akademisierung zur Folge haben. In vielen Bereichen ist es derzeit noch günstiger menschliche Arbeitskraft einzusetzen, doch dies kann sich schnell ändern.

Wachstum und Produktivitätssteigerung erwartet

Die potenziellen Anwendungsfelder der Robotik sind dabei sehr vielfältig und beziehen unter anderem die Bereiche Gesundheitswesen, Produktion im Hochtechnologiesektor und im verarbeitenden Gewerbe, Dienstleistung und Haushalt ein. Die Boston Consulting Group[2] rechnet damit, dass weltweit der durchschnittliche Anteil an Produktionsschritten, die von Robotern ausgeführt werden, von derzeit 10% bis 2025 auf 25% steigen wird. Dadurch dürfte laut Studie die Arbeitsproduktivität erheblich steigen: Mittelfristig betrage das Potenzial der Outputsteigerung pro Arbeitskraft bis zu 30%. Mit dem Trend geht die Notwendigkeit der Massendatenspeicherung einher (Big Data). Digital fokussierte Unternehmen könnten daher profitieren.

[1] Vgl. Markus Hummel, IAB Forschungsbericht, Szenario-Rechnungen im Rahmen der BIBB-IAB-Qualifikations- und Berufsfeldprojektionen, (2015), S. 61 ff.

[2] Vgl. Harold L. Sirkin,The Robotics Revolution: The Next Great Leap in Manufactoring, (2015), https://www.bcgperspectives.com/content/articles/lean-manufacturing-innovation-robotics-revolution-next-great-leap-manufacturing/, abgerufen am 23.11.2015

Die Thesen von Dr. Ulrich Stephan

  1. Viele Anwendungsfelder

    Robotik könnte sich derart weiterentwickeln, dass ein Einsatz weit über die bisherigen Anwendungsfelder hinaus möglich wird.

  2. Menschliche Arbeitskraft wird ersetzt

    Roboter werden zunehmend menschliche Arbeitskraft ersetzen; daher könnte es in der Folge zu spürbaren Umbrüchen in diversen Industrien und Produktionsverfahren kommen.

  3. Steigerung der Arbeitsproduktivität

    Der Trend sollte zu einer deutlichen Steigerung der Arbeitsproduktivität und Reduzierung der Kosten für Arbeitskraft führen, denn die Kosten für den Einsatz von Robotern könnten mit dem technischen Fortschritt weiter sinken.

Wie wirkt sich die Robotik und die Industrie 4.0 auf meinen Alltag aus? Und welche Branchen könnten von dem Trend profitieren?

Es ist 3 Uhr früh in der riesigen Werkshalle eines Automobilherstellers. Auf der kilometerlangen Fertigungsstraße ist Akkordarbeit angesagt. Hier wird die Karosserie auf ein Chassis geschweißt, dort werden vier Räder auf das Fahrwerk geschraubt. Und keine Menschenseele ist zu sehen. 

Auch komplexe Produktionsabläufe kommen heute ohne menschliche Hilfe aus. Dank Internet und Big Data steuern sich Fertigungsprozesse selbst und machen den Menschen zur Nebenfigur. Seine Hilfe wird nur noch gebraucht, um die Maschinen aufzubauen, zu warten und zu überwachen. Die vierte industrielle Revolution lässt ganze Wertschöpfungsketten autark funktionieren – und zwar in Echtzeit. Diese Entwicklung ist nicht neu, nimmt aber in jüngster Zeit dank Robotik und der Vernetzung von Systemen so sehr Fahrt auf, dass sich ein Blick auf die Branche lohnt.



Branche im Wachstum

Die weltweite Robotik wuchs 2014 um 9 % mit einem Rekordergebnis von 11,4 Milliarden Euro, so der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA). Für 2015 sind 5 % vorausgesagt. Experten prognostizieren, dass die Branche bis zum Jahresende die Marke von 12 Milliarden Euro Branchenumsatz erreichen wird. Auch die jährlich steigende Auftragslage spricht hierfür.

robotik
Quelle: International Federation of Robotics


Maschine vs. Mensch

Auf 10.000 Arbeitsplätze kommen Ende 2014 hierzulande 292 Industrieroboter. Damit liegt Deutschland nach Angaben der International Federation of Robotics (IFR) auf Platz drei hinter Japan (314) und Korea (478). Am stärksten spürbar ist das Wachstum auf den asiatischen Märkten. 2014 wurden hier knapp über 140.000 neue Roboter installiert. Der größte Abnehmer ist China: Über 57.000 neue Roboter hat die Volksrepublik eingesetzt, davon 41.000 Importe. Deutsche Unternehmen beweisen sich erneut als Exportmeister, denn jeder elfte Roboter, der weltweit installiert wurde, kam 2014 aus Deutschland.

Die vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau ermittelten Zahlen lassen sich im Folgenden visualisieren:

Maschine vs. Mensch
Quelle: VDMA


Automobilindustrie: Neue Jobs durch Roboter

Dennoch muss sich niemand Sorgen machen, dass reihenweise Menschen durch Maschinen ersetzt werden. Beispiel deutsche Automobilindustrie: Hier werden seit Jahrzehnten mit Abstand die meisten Industrieroboter eingesetzt – von 2010 bis 2014 stockte die Branche um 15 % auf 92.000 Einheiten auf. Im selben Zeitraum stieg der Anteil der Beschäftigten um 10 % auf 775.000, so der VDMA.
Die größte Herausforderung für die Unternehmen liegt in einem anderen Bereich: der Sicherheit. So steigt die Cyberkriminalität in bzw. auf Unternehmen in den letzten Jahren stetig an. Der Schutz vor Hackern kostet die Unternehmen viel Geld. Wenn Schäden nach einem Angriff entstehen, sind diese oft noch viel kostspieliger.

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In welcher Branche wird der Einfluss von Robotern in Zukunft am meisten steigen?
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Automobilbranche
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IAS (vorher: Montage- und Handhabungstechnik)
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Medizin & Forschung
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Die größte Teilbranche: Integrated Assembly Solutions

Roboter dosieren und beschriften, messen und prüfen, formen um und verbinden. Der mit Abstand größte Teilbereich der Robotik heißt Integrated Assembly Solutions (früher: „Montage- und Handhabungstechnik“) Er beschreibt intelligente, wirtschaftliche und integrierte Montage- und Fertigungslösungen, z. B. Hardware wie Komponenten oder Maschinen. Und auch die dazu nötige „Brainware“ wie Analyse, Konzeption, Planung und Software kommt aus diesem Feld, damit komplexe Produktionsabläufe umgesetzt werden können. Integrated Assembly Solutions setzte im Jahr 2014 insgesamt 6,2 Milliarden Euro um. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg von 8 %. Für 2015 prognostiziert der VDMA erneut Schritte nach vorn: 4 % Wachstum und somit 6,5 Milliarden Euro Gesamtumsatz.



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