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Trends & Themen

Wasser als Investmentchance?

Hinweis:
Die Investmenttrends werden von der Deutsche Bank AG, bzw. der Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG oder ihrer jeweiligen Lizenzgeber recherchiert. Die dargestellten Trendthemen können sich jederzeit ändern. Mit den maxblue Investmenttrends erhalten Sie einen Überblick über aktuelle Investmentthemen. Dabei wählt maxblue aus einer Liste von insgesamt 14 Investmentrends die 12 Investmentrends aus, die besonders aktuell sind und gibt Ihnen Inspiration und Wissen zur Unterstützung Ihrer selbständigen Anlageentscheidung. - Werbemitteilung -

Das lohnende Geschäft mit Wasser

Der Anstieg der Weltbevölkerung ist verbunden mit einer steigenden Nachfrage nach Nahrungsmitteln, Energie und sonstigen Gütern. Dies bedeutet auch einen erhöhten Wasserbedarf – der auf ein scheinbar begrenztes Angebot trifft. Denn in Wirklichkeit ist genügend Wasser für alle vorhanden.

Technologien zum Aufbereiten und Transport von Wasser sind heute und werden voraussichtlich auch zukünftig unverzichtbar sein.

Die Expertenmeinung unseres Chef-Anlagestrategen

Wo Infrastrukturen zu Wasseraufbereitung oder -transport fehlen, können Nahrungsmittelhersteller und –händler auf den Plan treten.

Auf dem blauen Planeten könnte das Wasser knapp werden

Betrachtet man die Erde aus dem All, sieht es so aus, als wäre auf absehbare Zeit ausreichend Wasser verfügbar. Allerdings sind nur 2,5 % der Vorkommen Süßwasser. 70 % davon werden in der Landwirtschaft verbraucht, ca. 10 % gehen direkt in den menschlichen Verzehr. Betrachtet man die Entwicklung der Bevölkerungszahl der Erde, so ist festzustellen, dass sie in 30 Jahren von 5 Milliarden um knapp 50 % auf 7,3 Milliarden gestiegen ist. Vielerorts ist außerdem zu beobachten, dass die Lebenserwartung und damit die Nachfrage steigt. An einigen Orten, wie etwa in Kalifornien, Spanien oder in Teilen Brasiliens, sorgen Trockenperioden für Verknappung. An anderen Orten sind Versorgungsprobleme der geographischen Lage geschuldet. Davon besonders betroffen sind nicht zuletzt die Länder des Nahen Ostens wie Israel, Ägypten oder Saudi Arabien. Die Verwendung erfolgt an vielen Stellen nicht unbedingt ressourcenschonend. In Kalifornien wird 1 % des Abwassers recycelt, in Spanien sind es 15 %. In beiden Fällen wird das aufbereitete Wasser zur Bewässerung von Plantagen eingesetzt. Israel ist Spitzenreiter auf diesem Gebiet mit einer Wiederverwertungsquote von über 50 %. Verunreinigungen durch Chemikalien und Keime oder Nitrate aus der Landwirtschaft führen grundsätzlich ebenfalls zu einem geringeren Angebot an sauberem Wasse

Innovative Technologien decken den steigenden Bedarf

Weitere Faktoren die zur Verknappung beitragen können, sind Migration und wirtschaftlicher Fortschritt. So hat sich in Peking die Zahl der Bevölkerung in den letzten 30 Jahren in etwa verdoppelt, gleichzeitig hat die Verwendung von Waschmaschinen in den Hauhalten zugenommen. Die Maßnahmen und Lösungen, um das Problem anzugehen, sind unterschiedlich und den örtlichen Gegebenheiten und Mitteln angepasst. Sie reichen von staatlichen Vorschriften zum Verbrauch über neue Handels- und Transportwege bis zum Einsatz hoher Ingenieurskunst bei der Gewinnung oder Aufbereitung. Hierzulande sind eine Reihe von Industrieanlagen zum Aufbereiten (Filtern, Bestrahlen) entstanden. Ähnliche Verfahren werden auch beim Entsalzen von Meerwasser angewendet. Rund eine halbe Milliarde Menschen sollen laut Industrie davon bereits profitieren. Ungefähr 9.000 Anlagen sind derzeit für diese Aufbereitung im Einsatz. Dafür benötigt werden nicht zuletzt Leitungen, Pumpen, Klappen oder Filter. Mancherorts, wo die Infrastruktur nicht vorhanden oder instand ist, kommen beim Transport Tanklastwagen zum Einsatz oder der Bedarf wird über Mineralwasser gedeckt. In der Landwirtschaft kommen vermehrt Technologien zu Einsatz, die helfen, den Verbrauch auf das notwendige Minimum zu reduzieren

Die Thesen von Dr. Ulrich Stephan

  1. Technologien zum Aufbereiten und Transport sind unverzichtbar

    Technologien zum Aufbereiten und Transport von Wasser sind heute und zukünftig unverzichtbar. Sei es zur Aufbereitung von Grund-, Regen- oder Abwasser für Ballungsräume, Metropolregionen und -städten rund um den Globus, landwirtschaftlicher Anbauflächen und Plantagen oder zur Gewinnung von Süßwasser aus Salzwasser in den trockenen Regionen der Erde. Unternehmen, die Infrastrukturprodukte wie Pumpen, Leitungen, Filter oder Klappen könnten davon ebenso profitieren wie Anbieter landwirtschaftlicher Bewässerungssysteme.

  2. Nahrungsmittelhersteller und -händler könnten profitieren

    Nahrungsmittelhersteller und -händler können da Lücken füllen, wo es zurzeit keine Wasseraufbereitungs- oder -transportinfrastrukur gibt oder es sich auch zukünftig möglicherweise nicht lohnt, sie zu erstellen und zu betreiben.

Welche Branchen sind besonders vom Wasser abhängig? Und wer könnte vom Trend profitieren?

In Deutschland ist Wasser ein selbstverständlicher Bestandteil des alltäglichen Lebens. Sei es beim Trinken aus der Flasche, beim Geschirr spülen aus dem Wasserhahn oder bei der Bewässerung des Gartens, wenn Wasser aus dem Brunnen gepumpt wird. In anderen Regionen der Welt ist dies nicht überall der Fall. Hier kann die Qualität des Wassers oder gar der Zugang zu dieser Ressource oft problematisch sein.

Für Unternehmen und Anleger kann das Gut Wasser ein lukratives Geschäft sein – mit Chancen und Risiken wie bei jedem anderen Investment auch. Doch über allem schwebt immer auch eine moralische Frage: Darf man mit einer lebensnotwendigen Ressource wie Wasser Geld verdienen?



Der Wassermarkt ist etwas Besonderes

Fest steht: der Wassermarkt ist etwas Besonderes. Die Wasserwirtschaft unterscheidet sich in mehrfacher Hinsicht von anderen Märkten. Auf der Angebotsseite ist charakteristisch, dass die Menge an Wasser auf der Erde immer gleich bleibt, da sich Wasser in einem Kreislauf von Verdunstung und Niederschlägen befindet. Rein rechnerisch ist also hinreichend viel Wasser auf der Erde vorhanden, um alle Bedürfnisse der Menschen dauerhaft zu befriedigen.

Das Problem liegt zum einen in der natürlichen Verteilung: Die Menge an Wasser ist eng mit den Niederschlägen verknüpft, die wiederum saisonal und regional sehr unterschiedlich sind. Ein bekanntes Beispiel ist Indien, wo in bestimmten Regionen über 90% der Jahresniederschläge während des Sommermonsuns fallen. Im Rest des Jahres leiden dagegen große Landesteile unter anhaltender Trockenheit und Hitze.

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Der sorglose Umgang mit Wasser sorgt für Diskussionen

Zum anderen sind Verschwendung, Klimawandel und Verschmutzung von Flüssen, Seen und Süßwasserreserven schuld daran, dass es immer weniger trinkbares Wasser gibt. Vor allem die Verschwendung stellt ein großes Problem dar. In den meisten Ländern zahlt die Landwirtschaft keine oder sehr niedrige Preise für das von ihr eingesetzte Wasser. Das fehlende Preissignal in den Industrienationen führt zu einem sorglosen Umgang mit der Ressource Wasser.

Höhere Wasserpreise für die Landwirtschaft könnten die Verschwendung nachhaltig reduzieren, so db Research. Dies würde aber auf enorme politische Widerstände stoßen. Beispielsweise mussten im Frühjahr 2015 in Kalifornien private Haushalte auf Grund von Hitze und Dürre Wasser sparen. Nur die Landwirtschaft war – dank einer guten Lobbyarbeit – von den Sparmaßnahmen ausgenommen, obwohl diese rund 80% des dortigen Wassers verbraucht.



Wasser ist nicht austauschbar

Und auch auf der Nachfrageseite des Wassermarkts gibt es Besonderheiten: Wasser ist quasi für alle Organismen auf der Erde überlebensnotwendig – die Ressource Wasser ist somit nicht austauschbar. Dies ist ein wesentlicher Unterschied zu den meisten anderen Wirtschaftsgütern. Aus diesem Grund verabschiedeten auch die Vereinten Nationen am 28. Juli 2010 das Menschenrecht auf Zugang zu sauberem Trinkwasser und Sanitärversorgung.

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Nachfrage nach Wasser wird weiter steigen

Durch den geschätzten Anstieg der Weltbevölkerung von derzeit 7,3 Milliarden Menschen auf voraussichtlich 9,1 Milliarden im Jahr 2050 (Angaben: Vereinte Nationen) wird sich die Nachfrage nach Wasser weiter erhöhen. Angetrieben durch die Industrialisierung vieler Schwellen- und Entwicklungsländer werde der weltweite Bedarf an Wasser um 55 % ansteigen, so die Vereinten Nationen. Hauptverbraucher wird dabei die landwirtschaftliche Produktion sein, die bereits heute für 70 % des weltweiten Wasserverbrauchs verantwortlich ist.

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Vor allem Unternehmen rund um den Bereich „Wassertechnologie“ könnten von dem Trend profitieren.


Viele Bereiche könnten profitieren

Die Verknappung auf der Angebotsseite und die steigende Nachfrage machen das Gut Wasser zu einem interessanten Geschäftsfeld – und das gilt für viele Branchen. Vor allem die „Wassertechnologie“ könnte von der Entwicklung profitieren.
Hierzu zählen die Entwicklung und der Bau von: Staudämmen, Kläranlagen, Filtersystemen und Desinfektionsverfahren, technischen Ausrüstungen (z. B. Pumpen, Kompressoren, Armaturen), Meerwasserentsalzungsanlagen und die Renovierung alter Wasser- und Abwasserrohre. Aber auch andere Industriezweige könnten neue Geschäfte generieren: Angefangen beim weltweiten Transport von Mineralwasser bis hin zur Entwicklung bzw. Verbesserung der Wasser sparenden Waschmaschine.
Unter dem Strich gibt es auf den globalen Wassermärkten also sehr vielfältige Investitionsmöglichkeiten – von denen viele Unternehmen profitieren könnten.

Diese Branchen sind besonders von Wasserverfügbarkeit abhängig

Von der Landwirtschaft bis zur Tourismusbranche

Neben der Landwirtschaft zählt das Ernährungsgewerbe (inklusive Getränkeindustrie) zu den Wirtschaftszweigen, die viel und qualitativ hochwertiges Wasser benötigen. Ferner sind die Energiewirtschaft (z. B. Kühlung), der Bergbau (z. B. Kupferminen in Chile), die Chemie- und Pharmabranche, die Papier- und Zellstoffindustrie, das Textil- und Bekleidungsgewerbe oder die Halbleiterindustrie als nutzungsintensive Branche zu nennen. Daneben ist auch die Tourismusbranche stark von der Wasserverfügbarkeit abhängig (direkter Wasserverbrauch der Urlauber, Schwimmbäder, Golfplätze).

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