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Deutsche Bank

PERSPEKTIVEN am Morgen

von Dr. Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank

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Dr. Ulrich Stephan

Freitag, 24. Februar 2017

Lieber Leser,

das „Angstbarometer“ für US-Aktien steht so niedrig wie selten: Ein VIX von rund zwölf Prozent deutet auf die geringe Nachfrage von Investoren nach Absicherung gegen fallende Kurse hin. Gestern hielt der neue US-Finanzminister Steven Mnuchin die Märkte bei Laune. Die Steuerreform solle bis August durchs Parlament – Ziel sei ein US-Wachstum von über drei Prozent im Jahr. Das gab es seit einem Jahrzehnt nicht mehr. Donald Trump hat Aktienkurse und Wachstumserwartungen befeuert. Die Fed erwägt nun, den Leitzins möglicherweise schon im März anzuheben. Spannend wird die Rede des neuen Präsidenten vor dem Kongress am nächsten Dienstag, die den Märkten noch mehr Schwung geben könnte.

Internationale Investoren entdecken Europas Aktienmärkte wieder: Diese verzeichnen seit Jahresbeginn leichte Kapitalzuflüsse, nachdem es 2016 ein Minus von 9,4 Prozent gab. Ein Grund dürften die guten Finanzierungsbedingungen für Schuldtitel sein, deren Ausgabe floriert. Das könnte zu mehr Fusionen und Übernahmen führen, die die Kurse in der Regel stützen. Zudem setzten Analysten zuletzt ihre Gewinnerwartungen für den Stoxx 600 in diesem Jahr hoch. Dabei konzentriert sich ihr Optimismus auf den Rohstoffbereich sowie Sektoren, die im Geschäft mit China und anderen Schwellenländern stark sind. Signale wie die Stimmungsindikatoren lassen auf einen intakten Aufschwung hoffen – wären da nicht die vielen politischen Stolpersteine, von denen die Parlamentswahl in den Niederlanden der nächste ist.

Der DAX legte seit Jahresbeginn um gut vier Prozent zu – und wird in der Eurozone nur vom österreichischen ATX überflügelt. Ein Grund ist das brummende China-Geschäft: In Deutschland machen die Exporte dorthin 2,4 Prozent des BIP aus, den zweitgrößten Anteil in Euroland hat Belgien mit 1,7 Prozent. Die hohe Gewichtung konjunkturabhängiger Werte treibt den DAX. Mit deutlich über 50 Prozent Zyklikern liegt der deutsche Leitindex vor dem französischen mit 45 Prozent, dem spanischen mit 32 Prozent und dem italienischen mit 28 Prozent. Wer auf die Fortsetzung des konjunkturellen Schwungs setzen will, könnte ein Investment erwägen, sollte sich dabei aber der Risiken bewusst sein.

Spaniens BIP könnte 2017 mit 2,5 Prozent fast doppelt so stark wachsen wie das der Eurozone. Im Zuge der Erholung steigen auch die Immobilienpreise wieder. Das dürfte die dortigen Banken entlasten, die stark unter der Krise gelitten haben. Steigende Marktzinsen und eine dadurch steiler werdende Zinskurve hellen zudem die Gewinnaussichten für die Institute auf. Zusätzlichen Rückenwind bietet die bessere Lage in Lateinamerika, denn dorthin pflegen spanische Banken traditionell enge Verbindungen. Daher hat sich der Sektor in Spanien seit Jahresbeginn bereits etwas besser entwickelt als der Gesamtmarkt, wobei die Kursentwicklung der einzelnen Banken allerdings große Unterschiede zeigt.

Zahl des Tages: 160
Bunte Figuren, laute Blasmusik, fröhliche Menschen: Der Mardi Gras in New Orleans ist weltberühmt – heute vor 160 Jahren fand der Karnevalsumzug erstmals in seiner heute bekannten Form statt. Sicher, eine schöne Art zu feiern. Dennoch ziehe ich den rheinischen Frohsinn vor: Helau, Kölle Alaaf und Halt Pohl!

Freuen Sie sich schon mal auf Rosenmontag.

Ihr Ulrich Stephan,
Chef-Anlagestratege Privat- und Firmenkunden

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