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Deutsche Bank

PERSPEKTIVEN am Morgen

von Dr. Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank

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Dr. Ulrich Stephan

Montag, 16. Januar 2017

Lieber Leser,

schon vor dem Amtsantritt von Donald Trump am Freitag ermöglicht die anlaufende US-Berichtssaison erste Einblicke, wie seine Pläne die Prognosen von Amerikas Konzernen verändert haben. Die konjunkturelle Lage zeigen zudem die anstehenden US-Daten über Realeinkommen, Kapazitätsauslastung oder Industrieproduktion. Auch der Fed-Konjunkturbericht „Beige Book“, der die nächste Zinssitzung vorbereitet, sollte widerspiegeln, wie sehr Trump die US-Wirtschaft unter Dampf setzt. Hat er die Inflationserwartungen derart angeheizt, dass der US-Leitzins doch schneller steigt? Darauf deutet bisher wenig hin. Andernfalls stünde der Bond-Bullenmarkt endgültig vor dem Aus. Aktien indes dürften weniger gefährdet sein, solange die Unternehmensgewinne mindestens so stark steigen wie das Zinsniveau.

Die Bewertungen der Hersteller von Haushaltsreinigern oder Kosmetikprodukten in Europa sind deutlich gesunken. 2016 war erst das zweite der letzten elf Jahre, in dem der Sektor „Home & Personal Care“ schlechter lief als der europäische Gesamtmarkt. Doch das lag vor allem daran, dass viele Investoren wegen des seit letztem Sommer steigenden Zinsniveaus zu Bonds zurückkehrten – und sich dafür wieder von den zuvor wegen vergleichsweise stabiler Dividenden erworbenen Branchenaktien trennten. Die aktuellen Wachstumshoffnungen und der entsprechende Run auf Zykliker dürften an den defensiven Papieren vorbeigehen. Das Interesse der Märkte könnte aber zunehmen, sollte die Trump-Euphorie möglicherweise im Laufe des Jahres schwinden.

Solange der Schwung aus den USA oder auch aus Schwellenländern andauert, dürfte er ebenfalls Europas Medienbranche erfassen. Regt die bessere Konjunktur doch viele Unternehmen zu höheren Werbeausgaben an. Daher könnte sich das Gewinnplus des Sektors 2017 im Vergleich zu den knapp vier Prozent des Vorjahres mehr als verdoppeln. Viele Medienkonzerne stehen zudem vor Zukäufen bei Außenwerbung oder Events, um sich gezielt zu verstärken. Und auch die allgegenwärtige Digitalisierung hilft vielen Branchenfirmen. Da aktuell Zykliker gesucht sind, könnte der Sektor eine Wahl sein – zumal die Bewertungen im langjährigen Vergleich niedrig erscheinen.

Auch jenseits von Trump werden die Märkte diese Woche die Politik im Blick haben. Was sagt die britische Premierministerin Theresa May am Dienstag zu ihrem Brexit-Kurs? Wer setzt sich bei der Wahl des EU-Parlamentspräsidenten durch? Welches Thema dominiert das Weltwirtschaftsforum in Davos? Die EZB wiederum dürfte bei ihrer Sitzung am Donnerstag ihre Geldpolitik unter anderem durch frische Zahlen zur Kreditvergabe in der Eurozone bestätigt sehen. Und nicht zuletzt erwarten uns wichtige Konjunkturdaten aus China, allen voran die ersten Angaben zum Wirtschaftswachstum 2016.

Zahl des Tages: 7500
Die Suche nach einem Namen für das Baby kann bei werdenden Eltern ersten Stress auslösen. Abhilfe schaffen will der US-Student Nate Parrott: Er hat einen Algorithmus entwickelt und mit 7500 herkömmlichen Namen gefüttert, um neue zu kreieren – heraus kamen dabei Vorschläge wie „deredrd“. Beruhigend, dass die künstliche Fantasie anders als die menschliche offenbar Grenzen kennt.

Ich wünsche Ihnen einen kreativen Start in die Woche!

Ihr Ulrich Stephan,
Chef-Anlagestratege Privat- und Firmenkunden

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