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Börse Frankfurt-News: Die Signale aus China stimmen (Auslandsaktien)
05.01.17 / 14:28 dpa-AFX (0 mal gelesen)

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 4. Januar 2017. Nach einem eher mageren Börsenjahr für chinesische Aktien erwarten Analysten für 2017 mehr Glanz. Auf Expansion gepolte Unternehmen wie Geely und Tencent sehen Händler weiterhin auf der Überholspur.

Während Chinas Aktienbörsen währungsbereinigt auf Jahressicht mehr oder weniger auf der Stelle treten, geben sich Analysten für 2017 durchaus optimistisch. "Es geht aufwärts mit den Börsen in China", prognostiziert Walter Vorhauser von der Oddo Seydler Bank mit Verweis auf die vergangenen Monate. Der in Shenzhen notierte Shanghai Composite Index habe seit Anfang Oktober 3.004 Punkten auf 3.165 Punkten zugelegt. Gleichzeitig schaffte der Hang Seng China Enterprise Index im zweiten Halbjahr 2016 mit einer Anstieg von 8.712 auf aktuell 9.599 Zähler immerhin ein kleines Plus von gut 10 Prozent.

Die chinesische Wirtschaft habe trotz schwieriger Zeiten nie aufgehört zu blühen. "Das wird auch so bleiben", ist der Händler überzeugt. Die jüngsten Konjunkturumfragen im Reich der Mitte geben ihm recht. Der so genannte Caixin/Markit-Einkaufsmanagerindex sei im vergangenen Monat im Vergleich zum November mit 50,9 auf 51,9 Zähler auf den höchsten Stand seit vier Jahren geklettert. Das entsprechende Barometer für den Dienstleistungssektor komme mit 53,4 Punkten auf den besten Wert seit 17 Monaten. Das hat nach Ansicht von Folker Hellmeyer von der Bremer Landesbank Aussagekraft. Mittlerweile gingen über 55 Prozent der Gesamtwirtschaftsleistung Chinas auf das Konto Dienstleistungen.

Weltweiter Aufschwung nicht nur für China ein Gewinn

Insgesamt scheint es in vielen Volkswirtschaften voran zu gehen, was Industrieunternehmen in China aber auch in Deutschland freuen dürfte. "Global sind die Einkaufsmanagerindizes auf der Überholspur", urteilt Hellmeyer. So markiere der von JP Morgan, IHS Markit und IFPSM ermittelte weltweite Index für die Produktion mit einem Dezemberanstieg von 52,1 auf 52,7 Punkte den höchsten Wert seit 34 Monaten. Selbst Russland übertreffe die Erwartungen vieler Experten. Der vergleichbare Index habe von 53,6 auf 53,7 Punkte hinzugewonnen und damit trotz westlicher Sanktionen ein Fünfjahreshoch erreicht. Die wenigen Ausnahmen etwa in Indien, wo sich der Composite Index sich mit 42,8 Punkten weiter von der bei 50 Punkten liegenden Wachstumsschwelle entfernt habe, seien hausgemacht. Die drastische Einschränkung des Bargeldumlaufs habe halt ihren Preis. In Ägypten belaste die politische Instabilität makroökonomisch nicht nur den Tourismus.

Geely drängt stärker nach Europa

Für Geely Automobile (WKN A0CACX) läuft das Geschäft jedenfalls glänzend. "Der chinesische Autobauer steigerte den Absatz allein im November im Vorjahresvergleich um 99 Prozent", weiß Vorhauser. Für das Gesamtjahr stehe ein Plus von 44 Prozent in den Büchern, wobei die aktuelle Prognose von 700.000 verkauften Fahrzeugen vermutlich übertroffen werde. "Ende November erreichte Geely bereits die Marke von 657.000 Fahrzeugen." Speziell in China boome der Automarkt und auch Volvo ginge es gut. Der Erfolg spiegele sich im Verlauf der Geely-Aktie wider, die sich seit Anfang 2016 von 0,49 auf 0,97 Euro verdoppelt hat. Im Hoch notierte der Wert über 1,10 Euro.

Geely hat große Pläne außerhalb Chinas. Zum mittelfristigen Ausbau des Vertriebs auf weltweit insgesamt zwei Millionen Autos im Jahr werde nach dem Willen des Autobauers eine bereits vorgestellte neue SUV-Reihe wesentlich beitragen. Nach Einführung im Heimatmarkt in diesem Jahr stehe für 2018 die Europapremiere der Lynk & Co Produktfamilie auf der Agenda. Für 2021 rechne Geely mit dem weltweiten Verkauf von 500.000 Fahrzeugen der neuen Marke. "Das Auto sieht gut aus und man erkennt den Einfluss von Volvo", findet Vorhauser.

VorhauserVorhauser

Tencent bleibt auf Expansionskurs

Große Pläne außerhalb des Heimatlandes verfolgt auch Tencent (WKN A1138D), Chinas wertvollster Internetkonzern. Der finanzkräftige Betreiber des Facebook-ähnlichen Netzwerk QZone und des mit WhatsApp konkurrierenden Kurznachrichtendienst WeChat bleibt auf der Überholspur, wie Vorhauser anmerkt. Ende des dritten Quartals kommunizierten dem Unternehmen zufolge 846 Millionen Nutzer über WeChat, das neben dem Nachrichtendienst zusätzlich Funktionen wie Online Bezahlsysteme und Online-Spiele biete. "Das sind 40 Millionen Anwender mehr, was einem Wachstum von etwa 30 Prozent entspricht." Allein über diese Plattform seien die Werbeumsätze um 51 Prozent gestiegen.

"Der staatlich unterstützte chinesische Konzern kann mit Schwergewichten wie Google (WKN A0B7FY), Amazon (WKN 906866), und Facebook (WKN A1JWVX) längst mithalten", schätzt Vorhauser. Weltweit investiere Tencent kräftig in Startup-Unternehmen. "Zu den größeren Transaktionen im vergangenen Jahr gehört die Übernahme von 84 Prozent des finnischen Spieleproduzenten Supercell für 8,6 Milliarden US-Dollar." Auch der chinesische Uber-Ableger gehöre nun zur Tencent-Tochter Didi Chuxing. "Rund 7,3 Milliarden US-Dollar gingen dafür über den Ladentisch." Die Liste der Investitionen sei lang und enthalte Beteiligungen am heimischen Immobilienunternehmen Lianjia für 926 Millionen US-Dollar und Bitauto mit Diensten rund ums Fahrzeug für 550 Millionen US-Dollar.

Die Aktien von Tencent hat seit Beginn 2016 von 17,67 auf 23,77 Euro zugelegt. Damit ist nach Auffassung von Vorhauser das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. "Die Musik spielt weiter."

von: Iris Merker 5. Januar 2017

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