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Börse Frankfurt-News: Banken- und Öl-Indexfonds als Gewinner (ETFs)
10.01.17 / 16:04 dpa-AFX (0 mal gelesen)

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 10. Januar 2017. Weiterhin stehen Industrieländeraktien im Mittelpunkt des Interesses. Sehr gut entwickelt haben sich zuletzt Banken- und Öl-ETFs.

Über die Feiertage hat sich offenbar so mancher Gedanken über die Geldanlage gemacht, das neue Jahr startete jedenfalls mit vielen Neupositionierungen von ETFs. "Es war richtig viel los", erklärt Frank Mohr von der Commerzbank und meldet 40.000 Transaktionen für die erste Woche 2017 - mit einem deutlichen Käuferüberhang von 56 Prozent. "Das waren wohl Allokationen zu Jahresbeginn." Auch Florian Lenhard von der Unicredit berichtet von überraschend hohen Umsätzen. Nur Frank Wöllnitz von der ICF Bank spricht von einem "mittelprächtigen" Handelsaufkommen mit überwiegend kurzfristigen Positionierungen.

Dabei tritt der DAX weiter auf der Stelle: Am Dienstagmittag notiert der Index bei 11.586 Punkten und damit in etwa auf dem Niveau vor einer Woche. In den USA sieht es ähnlich aus: Der Dow Jones verharrt weiter unter der Marke von 20.000 Punkten, am gestrigen Montag ging der Index mit 19.887 Zählern aus dem Handel. Nasdaq 100 und Nasdaq Composite klettern gestern hingegen auf neue Höchststände.

Europäische Aktien gefragt

Dass Aktien-ETFs meist auf den Einkaufslisten stehen, darüber sind sich die Händler einig, das Bild bezüglich bestimmter Regionen fällt aber gemischt aus: Bei der Commerzbank setzten Anleger vergangene Woche vor allem auf Euro Stoxx 50-, MSCI Europe (WKN A0X97P, ETFL28) und MSCI World-Tracker (WKN A0RPWH, ETF110). Auch DAX-ETFs waren gefragt, allerdings weniger. Von einem ausgeglichenen Käufer/Verkäufer-Verhältnis berichtet Mohr für US-Aktien. "Das Geld floss schon eindeutig in Richtung Europa."

Laut Unicredit dominierten in den vergangenen Tagen im Bereich europäischer Aktien Zuflüsse, Anleger hätten sich aber vor allem in Branchen-ETFs positioniert und von DAX- und Euro Stoxx-Trackern getrennt. Etwas mehr Käufer hat der Händler in US-Aktien beobachtet, etwa in MSCI USA-, S&P 500- und auch Russell 2000-ETFs. Beim Blick auf die Umsatzliste der Börse Frankfurt für die vergangenen fünf Handelstage fällt das hohe Handelsaufkommen mit US-Aktien auf: Auf dem dritten und siebten Platz und damit ungewöhnlich weit oben stehen der iShares Core S&P 500 (WKN A0YEDG) und der db x-trackers S&P 500 (WKN DBX0F2).

Schub durch Ölpreisanstieg

Im Handel mit Branchen-ETFs lag der Schwerpunkt einmal mehr auf Banken-ETFs, vor allem der iShares Euro Stoxx Banks 30-15 (WKN 628930) und der Source Euro Stoxx Optimised Banks (WKN A1JFG7) wurden rege gehandelt, wie die Umsatzliste der Börse Frankfurt zeigt. Banken-Indexfonds haben ihren Erholungskurs fortgesetzt, der umsatzstarke iShares Euro Stoxx Banks 30-15 hat seit dem Tief im Sommer um fast 50 Prozent zugelegt. Viel um ging zudem im iShares Stoxx Europe 600 Oil & Gas (WKN A0H08M). Der ist aufgrund des Ölpreisanstiegs kräftig gestiegen: Beim Ölpreistief im Januar 2016 kostet der ETF nur 22,48 Euro, mittlerweile sind es 32,70 Euro - ein Plus von über 45 Prozent.

Lenhard zufolge standen vor allem Banken- und Versicherungs-ETFs in der Gunst der Anleger weit oben. Die Commerzbank meldet einen leichten Käuferüberhang in Banken-, Energie- und Grundstoff-ETFs, einen klaren Käuferüberhang - bei niedrigeren Umsätzen - in Versicherungs-, Auto- und Telekommunikations-ETFs.

Inflationsanstieg beunruhigt

Im Fixed Income-Bereich fehlt das eindeutige Bild: Bei der Unicredit verabschiedeten sich Anleger tendenziell aus Anleihen-ETFs, betroffen waren vor allem US-Treasuries mit kurzer Laufzeit, US-Unternehmensanleihen, US-High Yield-Papiere und Schwellenländer-Bonds. Die Commerzbank meldet Zuflüsse, beliebt seien weiterhin kurzlaufende Anleihen (WKN A1H497, ETF100) als Alternative zu strafzinspflichtigen Bankeinlagen.

Angesichts steigender Inflationsraten griffen auch viele zu inflationsindexierten ETFs, wie Mohr beobachtet hat: Gekauft wurde etwa der iShares US-Dollar TIPS (WKN A0LGP8), der die Wertentwicklung von inflationsgeschützten US-Staatsanleihen ("Treasury Inflation Protected Securities") widergibt. Vieles deutet derzeit auf eine anziehende Inflation hin: Die Stundenlöhne in den USA legten im Dezember mit 2,9 Prozent zum Vorjahreszeitraum zu, so stark wie seit sechseinhalb Jahren nicht mehr, wie das US-Arbeitsministerium am Freitag bekannt gab. Die Preissteigerung in der Eurozone kletterte im Dezember auf 1,1 Prozent zum Vorjahr, in Deutschland sogar auf 1,7 Prozent.

von: Anna-Maria Borse

10. Januar 2017

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