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 Société Gé... +1,55 %  Kauf/Verkauf
 Total SA +0,67 %  Kauf/Verkauf
 Vinci SA -2,28 %  Kauf/Verkauf
Börse Frankfurt-News: Gute Stimmung in Frankreich (Auslandsaktien)
22.06.17 / 14:43 dpa-AFX (0 mal gelesen)

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 22. Juni 2017. Für Macron gab es viele Vorschusslorbeeren, jetzt muss er Analysten zufolge aber erst einmal liefern.

Der klare Sieg von Emanuel Macrons La République en Marche in der zweiten Runde der Parlamentswahlen am vergangenen Sonntag war nur das i-Tüpfelchen seines veritablen Durchmarsches - Frankreich hat einen neuen Präsidenten, der als echter Hoffnungsträger gilt. An den Märkten hat vor allem die erste Runde der Präsidentschaftswahlen am 23. April für Begeisterung gesorgt. Die Ergebnisse der zweiten Runde sowie die zwei Wahlgänge für das Parlament waren zumindest von der Richtung her keine große Überraschung mehr und an der Börse vorweggenommen.

Die Stimmung im Land ist extrem gut: Heute gab das französische Statistikamt Insee bekannt, dass das Geschäftsklima in Frankreich im Juni auf 106 Punkte gestiegen ist - den höchsten Stand seit Juli 2011. In der Baubranche und bei den Einzelhändlern verbesserte sich das Klima, in der Industrie ließ es hingegen etwas nach.

Frankreich mit seiner hohen Arbeitslosigkeit und niedrigem Wachstum, der rigiden 35-Stunden-Woche, dem strengen Kündigungsschutz und dem frühen Rentenbeginn gilt als reformbedürftig. "Viele französische Unternehmen würden von den Macron-Maßnahmen profitieren", meint Christopher Steinhöfel von der Baader Bank.

Spitzenreiter Luxusgüterkonzerne

Auffällig sind die Top-Performer der vergangenen sechs Monate: Mit Kering (WKN 851223), die Aktie hat 44 Prozent zugelegt, und LVMH (WKN 853292) mit 30 Prozent stehen gleich zwei der ganz großen Luxusgüterkonzerne auf dem ersten und zweiten Platz. Dann folgt der Baukonzern Vinci (WKN 867475) mit 24 Prozent, der auch in Paris gelistete finnische Telekommunikationskonzern Nokia (WKN 870737) mit 23 Prozent und der Wein- und Spirituosenkonzern Pernod Ricard (WKN 853373) mit 20 Prozent. Am schlechtesten schnitten der Ölkonzern Total (WKN 850727), der Autobauer Renault (WKN 893113) und die Supermarktkette Carrefour (WKN 852362) ab, die leicht verloren.

Zum Teil Kursverdopplung

"Ein Macron-Effekt sind die starken Kursgewinne der Luxusgüterkonzerne nicht", bemerkt Steinhöfel. Die Rallye begann vielmehr bereits vor einem Jahr: So lag der LVMH-Kurs im Juni 2016 noch bei 132 Euro, jetzt sind es 232 Euro. Die Aktie des Kering-Konzerns, zu dem Marken wie Gucci, Yves Saint Laurent und Puma gehören, hat sich sogar verdoppelt. Michael Arras von Oddo Seydler verweist auch auf Remy Cointreaux, die Aktie (WKN 883206) ist auf Jahressicht um 44 Prozent gestiegen.

Generell geht es in der Luxusgüterbranche nach Krisenjahren wieder aufwärts: Der S&P Global Luxury-Index, der neben den großen Luxusgüterkonzernen allerdings auch die Premiumautobauer wie Daimler und BMW abbildet, hat seit Juni 2016 um 31 Prozent zugelegt.

Banken als Nutznießer

Macron-spezifischer waren die deutlichen Kursgewinne der französischen Banken BNP Paribas (WKN 887771), Société Générale (WKN 873403) und Natixis Banques Populaires (WKN 853760) nach der ersten Runde der Präsidentschaftswahl. Von dem ehemaligen Investmentbanker erhofft man sich offenbar branchenfreundliche Maßnahmen, auch wenn er sich selbst nicht als "Kandidat der Banken" bezeichnet sehen will. "Die Vermögenssteuer soll in Zukunft auf Immobilien beschränkt werden", erklärt Steinhöfel. Für Kapitalerträge soll hingegen eine Pauschalbesteuerung von 30 Prozent eingeführt werden. "Das würde den Banken zugute kommen."

Infrastruktur- und Fluggesellschaften im Vorteil

Arras zufolge könnte neben Bauunternehmen auch der Bahntechnikkonzern Alstom (WKN A0F7BK) profitieren, und zwar vom geplanten Ausbau der Infrastruktur. "Generell gilt es aber abzuwarten, wie sich alles entwickelt, und ob Macron seine Reformen auch wirklich durchsetzen kann." Steinhöfel sieht auch Air France KLM (WKN 855111) als Profiteur einer florierenden französischen Wirtschaft. "Exportorientierte Unternehmen dürften aber unter dem wieder stärkeren Euro leiden."

Aufholjagd möglich

Der CAC 40 hat seine Gewinne vom April zum großen Teil schon wieder abgegeben. Seit Jahresanfang kommt er zwar immer noch auf ein Plus von knapp 8 Prozent, beim DAX sind es aber 11 Prozent. "Die Franzosen haben schon oft ihre großen Wahlhelden fallen lassen, wenn die eigene, wirtschaftliche Komfortzone bedroht war", bemerkt Robert Halver von der Baader Bank. Zudem hätten oft anfänglich veränderungsbereite Präsidenten letztlich den Reformrückzug angetreten, weil ihnen der politische Mut fehlte. Würde sich Macron allerdings an den Agenda-Reformen Deutschlands ein Beispiel nehmen, stünde der seit 2010 weit hinter dem DAX herhinkenden CAC 40 nach Ansicht von Halver vor einer gewaltigen Aufholjagd.

von: Anna-Maria Borse 22. Juni 2017, Sie können sich kostenlos für unseren täglichen Newsletter per E-Mail anmelden. Registrieren Sie sich bei www.boerse-frankfurt.de/newsletter

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